Räumliches Hören mit Phon.-CROS?

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Amsel
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Räumliches Hören mit Phon.-CROS?

Beitrag von Amsel » 23.11.2016, 20:47

Liebe Mit-Einohrhasen,

gerade habe ich auf der Seite von Phonak folgenden Link entdeckt, bei dem mich eine Aussage einigermaßen stutzig macht:

https://www.phonak.com/content/dam/phon ... 8-1448.pdf

Auf Seite 10 der Broschüre steht: "Mein Gehirn erinnerte sich sofort an das Hören und ich konnte auch gleich unterscheiden, ob die Klänge von links oder rechts kamen."

Ich kann mir physikalisch nicht erklären, wie das funktionieren könnte - obwohl es natürlich genial wäre. Kann mir jemand dazu eine Erklärung schreiben? Ich würde mich sehr freuen!
(Irgendwie fürchte ich, dass die Aussage nicht ernst zu nehmen / vertrauenswürdig ist ...)

Herzliche Grüße

Amsel
*1962/w. Diagn. Mai 2011: AN rechts, 13mm x 8mm x 7mm, intra- und extrameatale Anteile, rechts taub und Tinnitus, OP: September 2011, Uni-KH Erlangen - Otochirurgie (Prof. Iro/Prof. Zenk), translabyrinth. Zugang
nä. Kontr.-MRT: März 2021 [verschoben]
Petra72
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Re: Räumliches Hören mit Phon.-CROS?

Beitrag von Petra72 » 24.11.2016, 15:47

Hallo

Ich trage seit 4 1\2 Jahren eine Cross Versorgung von Phonak.

Bei mir ist es so. Wenn ich die Hörgeräte trage kann ich wieder orten aus welcher Richtung die Geräusche kommen. Allerdings nur wenn keine laute Geräuschkulisse zusätzlich da ist.

Meine Akkustikerin hat mir bestätigt das sie das von anderen Kunden auch schon mitbekommen hat.
Ihre Erklärung war:
Die "Töne" die von Gerät auf der tauben Seite auf das Gerät beim gesunden Ohr übertragen werden, kommen mit Millisekunden später an wie die direkt gehörten Töne.
Da das Gehirn bis zur Op räumliches Hören gelernt hat, nimmt es das so an und verarbeitet es dann passend. So das wieder räumlich hören kann.
Es geht aber nur wenn Geräusche im näheren Umfeld sind. Einen Krankenwagen in weiter Ferne ist immer noch schwierig zu orten
Ich hoffe ich konnte es gut erklären.

Liebe Grüße Petra72
1972, AN links 12 mm extrameatal , 7mm weit nach intrameatal OP: 30.8.11 Uniklinikum Münster: Schwindel, Gleichgewichtsprobleme weg; links taub, Rauschen im Ohr; leichte Facialisparese. Rest belassen. 2012,13,14,15 ,17 kein Wachstum.
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Re: Räumliches Hören mit Phon.-CROS?

Beitrag von Maton » 24.11.2016, 18:58

Liebe Amsel,

ergänzend zum Beitrag von Petra72 hier meine Erfahrungen mit meiner Cros Versorgung. Seit ca. 1 Jahr habe ich ein Cros Hörgerät der Firma Phonak und bin total zufrieden. Nach einer 3 monatigen Testphase verschiedener Hersteller bot Phonak für mich die natürlichste Klangwiedergabe. Den Klang des Widex Gerätes empfand ich dagegen als sehr hart.

Seit ein paar Wochen stellt sich das von dir beschriebene Phänomen ein, dass ich Höreindrücke räumlich zuordnen kann. Die Erklärung ist u.a., dass die Geräusche meiner linken, also tauben Seite über das Mikro nach rechts gefunkt werden und daher anders klingen (etwas heller und härter) als auf der gesunden Seite). Mittlerweile hat mein Gehirn wohl gelernt, dass die Signale, die heller und härter klingen, von links kommen. Hinzu kommt die zeitliche Verzögerung durch die Funkübertragung. Die räumliche Zuordnung funktioniert nicht in allen räumlichen Situationen. Mein Akustiker prognostizierte mir beim Kauf eine 1-2 jährige Lernphase für dieses "pseudo stereo" Hören.

Viele Grüße
Maton
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