Strahlenspätfolgen

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Simona
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Strahlenspätfolgen

Beitrag von Simona » 27.03.2021, 10:39

Hallo,

heute war ein Artikel im Ärzteblatt bezüglich Strahlenspätfolgen. Strahlenspätfolgen
Der ganze Artikel kann dort eingesehen werden.
LG



Effekt von technischen und konzeptionellen Innovationen in der Radioonkologie
Ulrike Hoeller, Kerstin Borgmann, Michael Oertel, Uwe Haverkamp, Volker Budach, Hans Theodor Eich
Zusammenfassung
Hintergrund: Etwa die Hälfte aller Patienten mit einem Tumor benötigen eine Strahlentherapie. Für Langzeitüberlebende rücken die Spätfolgen der Krebsbehandlung in den Vordergrund. Die Weiterentwicklung bestehender Bestrahlungstechniken unterstützt die Präzisierung der Strahlenapplikation und zielt darauf, die Dosis der Exposition des Normalgewebes und damit die Spätfol- gen zu reduzieren.
Methode: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche zu Strahlenspätfolgen nach konventioneller perkutaner Strahlentherapie in PubMed für den Zeitraum 2000 bis Mai 2020. Die Strahlenspätfolgen nach konventioneller perkutaner Strahlentherapie im Zentralnervensystem, Lunge und Herz sowie die Entstehung von Zweittumoren werden beschrieben. Zudem werden die strah- lenbiologischen Mechanismen sowie relevante technische/konzeptionelle Aspekte erläutert.
Ergebnisse: Heutiger Therapiestandard ist der Einsatz von Linearbeschleunigern, intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT), bildgeführter und atemgesteuerter Strahlentherapie sowie die Integration der Positronenemissionstomografie mit Computertomografie (PET-CT) in die Bestrahlungsplanung. Die Kardiotoxizität konnte zum Beispiel bei der Radiotherapie des Hodgkin-Lymphoms im Hinblick auf das Risiko für eine spätere koronare Herzerkrankung reduziert werden (Hazard Ratio [HR]: 0,44 [0,23; 0,85]). Ebenso trat in einer Phase-III-Studie zum Lungenkarzinom eine radiogene Pneumonitis nach IMRT bei 3,5 % der Patienten im Vergleich zu 7,9 % nach konformaler Strahlentherapie auf. Neurokognitive Funktionseinschränkungen sollen durch Schonung des Hippocampus reduziert werden, eine erste Phase-III-Studie zeigte eine HR von 0,74 [0,58; 0,94]. Laut Schätzungen gelten 8 % der soliden Zweittumoren bei Erwachsenen (3 zusätzliche Tumoren/1 000 Patienten nach 10 Jahren) als strahlentherapieinduziert.
Schlussfolgerung: Eine besondere Herausforderung für die Forschung sind die Latenz der Strahlenspätfolgen und die Notwen- digkeit großer, gut dokumentierter Patientenkollektive, um bei kleiner Ereigniszahl Dosis-Wirkungs-Beziehungen erfassen und Co-Faktoren berücksichtigen zu können. Die Hoffnung weiterer technischer und konzeptioneller Optimierung liegt unter ande- rem auf der adaptiven Strahlentherapie, Protonen-/Schwerionentherapie und der personalisierten Therapie.
Zitierweise
Hoeller U, Borgmann K, Oertel M, Haverkamp U, Budach V, Eich HT: Late sequelae of radiotherapy—the effect of technical and conceptual innovations in radiation oncology. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 205–12. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0024
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