Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

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he2207
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Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

Beitrag von he2207 » 09.02.2021, 19:09

Hallo, liebe Chat Mitglieder,
bei mir (weibl, 76 J.) wurde von 5 Jahren per MRT ein AN links (ca. 0,80 cm) festgestellt.
Ich habe mich zur Beratung in Hannover bei Prof Sami und in Berlin bei Prof. Vajkoczy vorgestellt.
Das Ergebis waren 3 Optionen : 1) OP, 2) Bestrahlungen 3) beobachten und abwarten.
Seitdem mache ich 1mal jährlich ein neues MRT und lasse dies mit dem Vorjahr vergleichen.
Bis heute hat sich weder die Lage noch die Größe verändert, was mich natürlich erfreut.
(Restgehör links ca 10 %). Rechtes Ohr ist altersgerecht ok.

Ich habe jetzt in einem Akustik/Hörgerätegeschäft verschiedene Geräte ausprobiert und mir auch
einen Plan für konsequente Hörschulung (ca 4 Wochen) mit zB TERZO Gehörtherapie kennengelernt.
Die realistische Hörverbesserung links kann wohl bis zu 50% ansteigen.
( Bei einer AN OP sagten mir beide Ärzte einen wahrsch. Totalverlust voraus.

Meine Frage ist nun, ob es Informationen /Studien gibt, die eine Möglichkeit darstellen, daß
die Nervenstimulation des Hörgerätes zwischen Ohr und Gehirn auch das AN wieder zum Wachsen
oder zu einer Veränderung führen kann. Dann bleibe ich lieber beim Satus quo ohne Hörgerät.
Es wäre schön, wenn jemand dazu eine Aussage treffen könnte. Vielen Dank, HE :)
Harald87
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Re: Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

Beitrag von Harald87 » 10.02.2021, 03:06

Nein, das sollte keinen Einfluss haben. Durch Terzotraninig wird das Gehirn trainiert, natürliche Geräusche und Hörgerätegeräusche besser zu filtern, zu verarbeiten und ein besseres Hörerlebnis zu erzeugen. Das verändert nicht das Signal, was der Hörnerv transportiert, stellt also an sich keine erhöhte Belastung dar als normal ein Hörgerät zu tragen. Wie anstrengend das Training ist und ob das eine geistige Belastung ist weiß ich nicht. Aber das AKN wird kaum deshalb einen Wachstumsschub bekommen.

Leidlich wird das AKN weiterdrücken und irgendwann den Hörnerv schaffen. Aber bis dahin das verbliebene Signal zu nutzen ist ja nicht verkehrt.

Mit freundlichen Grüßen
Harald
he2207
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Re: Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

Beitrag von he2207 » 10.02.2021, 13:42

Hallo Harald,
vielen Dank für die rasche Reaktion.
Leider verstehe ich diesen Satz nicht :
"Leidlich wird das AKN weiterdrücken und irgendwann den Hörnerv schaffen."

Heißt das, daß das AK duchaus einige Jahre "schafen" kann, aber durchaus
irgendwann wieder wächst oder sich verschiebt ????

Sind Sie Arzt oder interessierter Laie ??? Sorry, ich möchte Ihnen mit der Frage
nicht zu nahe treten, aber es macht einen Unterschied.
LG Heidi
Harald87
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Re: Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

Beitrag von Harald87 » 10.02.2021, 18:34

Hallo, interessierter Laie und Betroffener. Meiner war größer, zwei OPs, auf der einen Seite nach erster Op taub. Kein Hörgerät, ich komme damit nicht zurande.

Ich hat dich so verstanden, dass bei dir ein noch relaitiv kleines AKN entdeckt wurde, du bislang abwartest und immer mal ein MRT machen lässt. AKNs die im inneren Gehörgang stecken sind extrem langsame Gesellen, die mit ungefähr bzw. maximal 1 mm pro Jahr wachsen. Wenn es im inneren Gehörgang wenig Platz hat wächst es mitunter langsam, wenn es den Durchbruch in den Kleinhirnwinkel schafft denke rascher. Ohne Behandlung ist eine wirkliche Stagnation selten, wobei es durchaus Fälle geben soll wo ein AKN jahrelang stagniert. NUR: Deine Schwerhörigkeit, wenn sie denn vom AKN bedingt ist, deutet auf Druck auf den Hörnerv, der neben dem AKNs auch im inneren Gehörgang liegt. Das heißt AKN wächst, drückt auf Nerv, Nerv macht teilweise blürp und stirbt ab. Resultat: Geringere Hörleistung durch beschädigten Hörnerv. Das lässt sich auch mit einer Leitungsmessung denke messen, ob es Nerv oder allg. Schwerhörigkeit durch kaputte Sinneszellen sind. Steht bei dir im Text das das Ohr altersmässig in Ordnung ist, also Nervschaden als Ursache erwogen wird. Dieser Druck verschwindet im Normalfall nicht von selbst, d.h. der Nerv wird selbst bei Stagnation des AKNS weiter vom AKN bedrängt bis er gänzlich den Geist aufgibt. Damit muss man sich denke abfinden, wenn du Glück hälst hält er noch eine Weile durch.

Ich denke die Ärzte werden in deinem höheren Alter und bislang kaum wachsende oder stagnierende Größe nicht operieren oder bestrahlen wollen, solange es nicht signifikant größer wird oder schlimmere Probleme bereitet als Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit ist harmlos gegenüber möglichen OP-Folgeschäden, OP-Belastung etc. Selbst eine Bestrahlung kann zur Schwellung des AKNs führen und restlich den Hörnerv mitnehmen oder dadurch andere Nerven beschädigen. Ist denke eine Abwägung zwischen erwarteter Schädigung ohne Behandlung (die bei bislang gleichbleibender Größe gering ist) und Schäden durch eine Behandlung, die größer erscheinen als beim Nichtstun.


Mit freundlichen Grüßen
Harald
Magdalena
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Re: Negativer Einfluß von Hörgerät auf Akustikus Neurinom

Beitrag von Magdalena » 10.02.2021, 19:43

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he2207 hat geschrieben:
09.02.2021, 19:09
Hallo, liebe Chat Mitglieder,
bei mir (weibl, 76 J.) wurde von 5 Jahren per MRT ein AN links (ca. 0,80 cm) festgestellt.
Ich habe mich zur Beratung in Hannover bei Prof Sami und in Berlin bei Prof. Vajkoczy vorgestellt.
Das Ergebis waren 3 Optionen : 1) OP, 2) Bestrahlungen 3) beobachten und abwarten.
Seitdem mache ich 1mal jährlich ein neues MRT und lasse dies mit dem Vorjahr vergleichen.
Bis heute hat sich weder die Lage noch die Größe verändert, was mich natürlich erfreut.
(Restgehör links ca 10 %). Rechtes Ohr ist altersgerecht ok.

Ich habe jetzt in einem Akustik/Hörgerätegeschäft verschiedene Geräte ausprobiert und mir auch
einen Plan für konsequente Hörschulung (ca 4 Wochen) mit zB TERZO Gehörtherapie kennengelernt.
Die realistische Hörverbesserung links kann wohl bis zu 50% ansteigen.
( Bei einer AN OP sagten mir beide Ärzte einen wahrsch. Totalverlust voraus.

Meine Frage ist nun, ob es Informationen /Studien gibt, die eine Möglichkeit darstellen, daß
die Nervenstimulation des Hörgerätes zwischen Ohr und Gehirn auch das AN wieder zum Wachsen
oder zu einer Veränderung führen kann. Dann bleibe ich lieber beim Satus quo ohne Hörgerät.
Es wäre schön, wenn jemand dazu eine Aussage treffen könnte. Vielen Dank, HE :)
[/[*]quote]

Ich lebe seit 25 Jahren mit der Diagnose. Haben tu ich das AN ziemlich sicher schon seit 40 Jahren, wurde damals nicht erkannt. Seit ca. 12 Jahren trage ich Hörgeräte( das ‚gesunde Ohr‘ mag auch nicht mehr so recht), es ist eine Erleichterung wenn man sich mal daran gewöhnt hat.ich möchte sie nicht missen, die kleinen Wunderdinger. Auf das AN dürfte ein Hörgerät kaum einen Einfluss haben. Meines ist ingesamt all die Jahre wenig gewachsen und seit drei Jahren sogar etwas geschrumpft ( siehe meinen anderen Beiträge). Einfach ausprobieren!
75, w. AN rechts extrameatal 16x6x6 mm (aktuell). Diagnose 1999, seitdem jährliche Kontrollen.Tinnitus und leichte Schwerhörigkeit.
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