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BeitragVerfasst: 08.09.2016, 22:20 
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Liebe Forummitglieder und Leserinnen/Leser,

ich schreibe diesen Artikel vor allem um denjenigen Hoffnung und Kraft zu geben, die vor einer OP stehen. Meine OP fand am 4.5.16 in Tübingen statt. Ich habe mich nach einigen Wochen, die von Angst, Zweifel, Wut und Panik geprägt wraen für eine OP bei Prof. Tatagiba entschieden. Zuvor hatte ich mit Dr. Roder (auch Uniklinik Tübingen) gesprochen und mich im GammaKnife Zentrum in Krefeld und von Prof. Samii beraten lassen. Die Tage vor der OP waren schrecklich. Ich hatte so viele Ängste und Zweifel. Meine Mutter und mein Freund, die mich begleiteten, waren zum Glück sehr zuversichtlich. Ich gehe nur kurz auf die schlimmen Tage nach der OP ein, da ich euch ja Hoffnung machen will. Also die ersten Tage nach der OP waren wirklich schlimm. Ich hatte starke Schmerzen und Übelkeit. Und ehrlich gesagt...teilweise habe ich gedacht ich müsste vor Schmerzen sterben. Aber Prof. Tatagiba hat tolle arbeitgeleistet. Er konnte mein AKN (T2), welches doch größer war als auf den MRT-Bildern zu erkennen, komplett entfernen. Dabei konnte er den Gesichtsnerv und den Hörnerv erhalten. Anfangs konnte ich mein rechtes Auge nicht öffnen, auch hing meine Lippe etwas nach unten und ich konnte keinen richtigen Kussmund machen. Die Uniklinik Tübigen stellte mir aber eine Physiotherapeutin zur Seite, die mir Übungen gab. Nach ca. einer Woche hatten meine Nerven sich beruhigt. Leider bin ich rechts ertaubt. Ich hoffe aber immer noch, dass sich mein Hörnerv sich erholt und der doofe Tinitus und mein Rauschen im Ohr verschwinden bzw. leiser werden. Zudem muss ich ein großes Lob an die Pfleger und Schwestern und das Krankenhaus aussprechen. Ich musste nicht auf die Intensivstation und wurde auf der Station 24 (Neurochirugie) versorgt. Die Schwestern haben mich so toll versorgt und ich bin ihnen dafür so dankbar, dass sie mit ihrer einfühlsammen und menschlichen Art und Weise mich während der schlimmen Schmerzen so gut betreut haben. Sie hatten beim Waschen, Essen anreichen, Medikamenten verabreichen und vor allem beim Trösten und Aufmuntern eine Engelsgedelud. Wirklich so eine Versorgung kenne ich nicht aus Krankenhäusern. Sogar der Prof. hat sich an meinem Entlassungstag morgens um 6 Uhr bei mir verabschiedet, da er wohl dann den Tag ausser Haus war.
Ich blieb noch eine Woche mit meiner Mutter in Tübigen, da ich mir die lange Autofahrt nach NRW noch nicht zutraute. Zu hause angekommen, bekam ich noch eine dicke Grippe und war froh, dass ich meine Reha erst nach 14 Tagen nach der OP antreten musste. Ich suchte mir die Römerwallklinik in Mainz aus, die mich durch ihre kleine Patientenanzahl und die Therapien überzeugte. Leider war das Mittagessen dort nicht so gut. Aber die Therapien haben mir sehr geholfen. Schnell besserte sich mein Gleichgewicht. Die Massagen und die Akkupunkturen halfen mir gegen meine schlimmen Kopfschmerzen und mein Tinitus und mein Rauschen im Ohr wurden auch besser. Wohl auch dadurch, dass ich lernte diese Geräusche zu akzeptieren. 4 Monate nach der OP kann ich sagen, dass ich fast wieder die "Alte" bin. Ja, ich bin rechts taub und das stört mich auch. Aber ich teste einige "Cross-Geräte" und komme damit ganz gut zu Recht. Die Geräusche in meinem Ohr waren bis vor einer Woche gut ertragbar, sind leider aber wieder etwas lauter geworden. Mein Gleichgewicht ist überwiegend gut. Manchmal mache ich einen Ausfallschritt oder schwanke als ob ich zu viel getrunken hätte, aber das ist so selten. Da Wichtigste ist. Ich Reite wieder!!!! Meine Reitlehrerin macht einige therapeutische Übungen mit mir und diese fördern mein Gleichgewicht ungemein. Anfang der Woche bin ich sogar wieder gesprungen :D . AUch mache ich wieder Sport. Ich gehe langsam joggen und wieder ins Fitnessstudio.
Ich glaube, dass mir die Mischung aus den verschiedenen Therapien (Akkupunktur, Krankengymnastik, Massagen, Psychotherapie, Schwindeltrainig und Reiten) geholfen hat. Nächste Woche starte ich mit meiner Wiedereingliederung und dann beginnt der Alltag wieder. ABER...ich habe aus der Krankheit gelernt, dass man die kleinen Dinge im Leben wieder mehr wahrnimmt, dass die Zeit für sich und seine Lieben wichtiger ist als die Arbeit und Geld. Ich habe durch die Krankheit wieder zu mir selbst gefunden und bin ruhiger und gelassener geworden.
Zum Schlus möchte ich euch noch von einem Wunder erzählen: Ich muss die OP -Kosten selber tragen, da Prof. Tatagiba nur Privatpatienten operiert. Die hohen Kosten haben mein Ersparrtes aufgebraucht und ich musste mir Geld bei meinen Eltern leihen bzw. mein Freund hat mir auch einen Großteil der Kosten geschenkt. Meine Mutter hatte wohl einigen Bekannten/Freunden von den hohen Kosten berichtet. Vor ein paar Tagen hatte meine Mutter eine ganz liebe Karte im Briefkasten mit einer hohen Geldspende für mich im Briefkasten. Wir haben vor Rührung Tränen geweint. Ich bin dem bzw. der anonymen Spender/in unenedlich dankbar. Die Spende bedeutet mir so viel. Ich kann mir so nämlich meine Hörgeräte in einigen Monaten leisten. Es ist unglaublich, dass es noch so viel nächsten Liebe gibt!!!!
Ich habe mich nur kurz gefasst, aber stehe Zweifelden gerne ratgebend zur Verfügung. Lasst euch nicht unter kriegen, denn eure Lebensqualität kommt zurück und es ist machbar die Krankheit zu überwinden und glücklich weiter zu leben
Liebe Grüße Picco88


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