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 Betreff des Beitrags: Andy62: Meine Krankengeschichte
BeitragVerfasst: 31.05.2010, 15:26 
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Dieser Beitrag war bereits am 30.5.2010 / 11:20 Uhr auf Bitte von Andy62 durch ANFux ins Forum gestellt worden.

AKN-Op am 20.04.10 in Tübingen - eine Erfolgsstory!?

Hallo Leidensgenossen,

zuerst möchte ich mich mal bei Allen bedanken, die es geschafft haben, durch Ihre Beiträge in diesem Forum mir etwas die Angst bzw. die Zweifel für eine Operation zu nehmen.
Und hier meine persönliche AKN - Story:

Im Sommer 2008 bemerkte ich immer wieder, daß ich in bestimmten Situationen auf dem linken Ohr schlecht hörte. Dann kam im Herbst noch ein leichter, aber dauerhafter Tinnitus dazu, so daß ich mich entschloß, zum HNO-Arzt zu gehen.
Die im Hörtest festgestellte Hörminderung der höheren Frequenzen wurde zunächst auf einen Hörsturz zurückgeführt und auch entsprechend behandelt. Als keine Besserung eintrat und ich die Situation so nicht hinnehmen wollte, sagte ich dem Arzt, daß ich dann wohl ein Hörgerät bräuchte.
Er meinte, daß man vor diesem Schritt noch ein MRT zum Ausschluß eines Akustikusneurinom machen müßte, was ich dann auch im Dezember 2008 machen ließ.
Und siehe da, nix war`s mit "Ausschluß" - da war so ein Ding zu sehen - es leuchtete schön heraus: Akustikusneurinom bzw. AN, Typ T2 (ca 1 x 1,5 cm.)

Eine erneute MRT 14 Monate später, Anfang 2010, ergab einen Größenzuwachs von ca 4mm und mein HNO meinte, daß es bei diesem Wachstum wohl nötig wäre, einen Spezialisten zu hören und überwies mich nach Tübingen in die Hände von Prof. Dr. med. Tatagiba, da er von dieser Klinik gerade im Bereich Akustikusneurinom viel Gutes gehört habe.
Bei einem ersten Gespräch im Februar erläuterte mir der sehr kompetent und sympathisch wirkende Doktor alle Möglichkeiten und Risiken und meinte, daß mein Tumor ziemlich "gut" liegt und deshalb eine OP mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne große Ausfälle zum gewünschten Erfolg führen würde.

Ich machte einen OP Termin für den 20. April 2010 aus, mit Anreise am 19.4.10.
Die OP verlief komplikationslos und die 1. Nacht auf der Intensivstation war auch nicht besonders problematisch. Lediglich beim ersten Aufsetzen im Bett mußte ich mich wegen des Schwindels übergeben. Erst am nächsten Tag merkte ich, daß ich nun links völlig taub war....kein schönes Gefühl!

Andere leichte Nebenwirkungen der OP waren: Facialisparese mit leichter Assymetrie beim Grinsen und Kussmund, etwas Geschmacksbeeinträchtigung im linken, hinteren Mundbereich und Kopf - bzw. Wundschmerzen an den ersten Tagen, die aber mit normalen Tabletten in Schach gehalten werden konnten.
Am 22.4.10, zwei Tage nach der OP, kam dann schon der Physiotherapeut zum ersten "Geradeausgehtraining". Es klappte einigermaßen, wobei mir am Anfang aber doch noch übel wurde und ich mich kurz übergeben mußte.
Aber dann ging`s bergauf und ich wurde 6 Tage nach der OP am 26.04. 10 entlassen.

Reha war bei meinen geringen Nebenwirkungen nicht angezeigt. Ich machte dann die vom Therapeuten empfohlenen Übungen für das Gleichgewicht und gegen die Gesichtslähmung mehr oder weniger regelmäßig.

Am 04.05.10, 15 Tage nach der Operation, ging ich das erste mal wieder für ein paar Stunden ins Geschäft - nur leichter Bürokram ohne Anstrengung natürlich. Das wiederholte ich so an den beiden Folgentagen, wobei ich mir auch immer wieder ausreichend Pausen gönnte, um wegen des Schwindelgefühls keine Kopfschmerzen zu bekommen.
Ich muß natürlich dazu sagen, daß ich selbstständig bin und daß ich, stünde ich in einem Angestelltenverhältnis, sicher noch nicht so früh wieder gearbeitet hätte.

Aber für mich war der "Alltag" wohl der beste Trainer; mein Gleichgewicht stellte sich mehr und mehr ein, so daß es schon am 9.5.10, 20 Tage nach OP, Phasen gab, in denen ich den Schwindel gar nicht mehr richtig wahrnahm.
Gestern, am 10. Mai 2010 nahm ich meine "normale" Tätigkeit wieder auf, wobei ich natürlich darauf achte, mir nicht zuviel zuzumuten, sondern die Dinge etwas langsamer angehe.
Ich versuche das Schwindelgefühl einfach zu ignorieren - das klappt natürlich nicht immer - aber ich möchte "dieser Sache" in meinem Leben einfach nicht mehr Raum geben als unbedingt nötig!

Im Nachhinein war es sicher die beste Entscheidung mich in die Hände von Dr. Tatagiba und seinen Kollegen begeben zu haben - ein so kompetentes Team findet man sicher nicht überall und auch das gesamte Pflegepersonal auf der Station war immer sehr freundlich und zuvorkommend.

Als mein persönliches Fazit wäre noch zu sagen:
Versucht möglichst flott wieder ins "normale" Leben zu finden - das war für mich der beste Trainer!

Nur an die Sache mit der Taubheit links muß ich mich erst noch gewöhnen, da ich gerne unter Leuten bin und mich dieses Stimmenwirrwarr und das häufige Nachfragen, wenn ich was nicht verstanden habe, doch ziemlich nervt. Aber vielleicht probier ich es irgendwann doch mal mit einem Cross - Hörgerät mit Bluetooth, obwohl ich mir das mit den Nebengeräuschen - wie hier mehrfach gelesen - schon nicht so einfach vorstelle.

Ich wünsche allen hier in diesem Forum - denen, die es noch vor sich haben und denen, die sich vielleicht noch mit Schwindel, Kopfschmerz, Parese o.ä. rumquälen - von Herzen alles Gute und eine möglichst schnelle Genesung.

Andy62

Nachtrag von Andy62 am 31.5.2010 - 15:26 Uhr:

Hallo ihr lieben "Mitgeplagten",

zu meinem obigen Bericht möchte ich gerne noch eine Ergänzung anfügen:
Ich hatte letztes Jahr im Oktober mit 10 Freunden schon eine Reise auf einer Segelyacht in der Türkei für 22.5.2010 gebucht - da wußte ich natürlich noch nicht, daß mein OP-Termin nur 4 1/2 Wochen vor der Reise liegen würde.
Ich muß gestehen, daß ich in der Woche nach der OP bedenken hatte, ob es eine gute Idee wäre, die Reise anzutreten. Mit Schwindel und dann noch auf einer Segelyacht....ob das mal gut geht?
Aber nach zwei Wochen war mir klar, daß ich die Reise würde antreten können, zumal ich las, daß in der türkischen Ägäis vor Bodrum zu dieser Zeit das Meer meistens glatt wie ein See sein soll.
Und so war es dann auch - ein toller Urlaub und der Schwindel war gar kein Problem. Ich hätte es schwer bereut, wenn ich diese Reise nicht angetreten hätte. Auch der Flug war völlig unproblematisch - weder Druck auf der relativ frischen Narbe noch sonstwo im Schädel.
Heute, Mo., 31.Mai 2010, habe ich dann wieder gearbeitet und versuche weiterhin den Schwindel so gut es geht zu ignorieren - mache aber noch einige, der hier im Forum so gut beschriebenen Übungen, um dem Gleichgewicht möglichst flott wieder auf die Beine zu helfen.
Wenn die Haare wieder etwas länger sind, wird auch die Narbe kaum mehr auffallen und dann wird mich hoffentlich bald "nur" noch die linksseitige Taubheit an das AKN erinnern.
Aber wer weiß, vielleicht tut sich ja da auch noch was - die Hoffnung stirbt zuletzt!

Vielleicht kann mir ja jemand schreiben, bei dem sich das Gehör nach einiger Zeit wieder gemeldet hat. Wie lange kann das dauern und wie hat es sich am Anfang bemerkbar gemacht?
LG
Andy62

_________________
AKN festgestellt im Dez `08 - Größe T2 (ca 1 x 1,5cm), knapp 14 Monate "wait and watch", neue MRT Ende Jan. 2010 -
Größenzuwachs ca 4mm, OP 20.04.10 in Tübingen bei Dr. Tatagiba, keine größeren Nebenwirkungen oder Probleme


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