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 Betreff des Beitrags: Rückblick: 13 Monat nach der AN OP
BeitragVerfasst: 16.10.2015, 14:23 
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Rückblick: 13 Monat nach der AN OP

So lange ist es nun her, mit der AN OP. Und es ist mir noch präsent als wäre es gestern gewesen.

Ich möchte aber nun gerne hier im Forum kurz informieren, wie ich Rückblickend die OP sehe und wie es mir heute, ca. ein Jahr nach der OP, geht.

Zunächst muss ich eins sagen: ich bin froh mich damals für die OP entschieden zu haben und die Uni Klinik Freiburg war genau die richtige Wahl. herzlichen Dank hier noch einmal an Dr. Christian Scheiwe und sein Team.

Aber man darf nicht verschweigen, dass eine solche große OP nicht spurlos an einem vorbei geht. Sie ändert vieles! Vieles an bisherigen Lebensgewohnheiten, vieles am Blick auf das Leben. Ich möchte hier nicht den Philosophen raushängen. Aber eines habe ich festgestellt: die Prioritäten im Leben verschieben sich nach einer solchen einschneidenden Extremerfahrung. Und man weiß danach auch, wer die wirklichen Freunde sind.

Wie geht es mir nun gesundheitlich: ich kann sagen im Großen und Ganzen geht es mir gut. Ich habe keine Schmerzen. Der Schwankschwindel ist fast weg. Autofahren geht gut. Seit August arbeite ich wieder 100%. Die Taubheit meines linken Ohres kann ich inzwischen ganz gut kompensieren bzw. habe mich damit arrangiert. Ebenso sieht es beim Tinnitus aus. Was massiv stört sind laute Geräusche. Konzertbesuche sind deshalb für mich tabu. Die Fazialispares und die Schluckstörungen sind so gut wie weg (hier herzlichen Dank an meine Logopädin Bianca). Die Massiven OPbedingten Verspannungen im Nacken/Schulterbereich hat mein Osteopath beseitigt bekommen (vielen Dank, Hr. Hartlieb). Das einzige womit ich noch zu kämpfen habe ist die Gleichgewichtsstörung (obwohl diese auch schon massiv zurückgegangen ist). Und ich habe einen sehr hohen Schlafbedarf (min. 8 Std.) d.h. unter der Woche gehe ich zeitig ins Bett.

Was mir aktuell am meisten zu schaffen macht ist mein eingeschränktes Freizeitverhalten: ich kann noch nicht wieder so sportlich aktiv sein wie vor der OP. Joggen (Kraft und Kondition) und Fahrradfahren (Gleichgewicht) fällt mir sehr schwer. Ich habe nun deshalb Yoga für mich entdeckt (trainiert auch sehr gut die Körperkoordination und das Gleichgewicht).

Im November muss ich nun wieder zum MRT und dann Anfang Dezember zur zweiten Nachuntersuchung in die Klinik nach Freiburg. Ich hoffe, dass in meinem Kopf alles ruhig geblieben ist und der Tumor nicht wieder wächst.

Ich hoffe ich konnte mit meinem kurzen Bericht hier denjenigen etwas weiter helfen, die vor einer OP Entscheidung stehen. Und allen anderen, die das Selbe hinter sich haben wie ich, wünsche ich weiterhin alles gute, positive Gedanken, Geduld & Durchhaltevermögen (denn das braucht man unbedingt).

Viele Grüße
Dani1967

_________________
AN links, 3,4x2, 7x2,6 cm (WHO GradI, StadiumT4) mit Hirnstammkompression, vollst. Tumorresektion OP am 19.09.2014 Uni Klinik Freiburg, REHA an der Fachklinik Hohenurach, Facialis Parese behoben, Taubheit links, Tinnitus, leichter Schwankschwindel


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BeitragVerfasst: 17.10.2015, 00:01 
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Hallo dani1967,

danke für deinen Erfahrungsbericht -
solche Rückmeldungen sind hilfreiche Wegpunkte für viele Ratsuchende.

Aufmerksame Leser, die deine Beiträge in anderen Themenbereichen verfolgt haben, bekommen ein Gesamtbild: Welche Phasen sind zu durchlaufen, wie fällt eine Vorher/Nachher-Betrachtung aus, wie werden Veränderungen empfunden und was bestimmt die Perspektive ?

Manchmal bietet der Ablauf eines Jahres die Gelegenheit zur Zäsur - die OP und REHA liegen lange zurück, die Heilung des Eingriffs ist überstanden, die erste planmäßige Nachkontrolle steht ins Haus, der (neue) Alltag ist eingezogen. Unabhängig von der aktuellen Symptomatik - das zurückliegende Jahr war eine harte Geduldsprobe. Auch wenn man das alles lesen durfte und sich vorzustellen versuchte - erst mit der gemachten Erfahrung wird das Bild präzise und es gelingt eine Einordnung.

Erfolgreich operiert, Tumor entfernt, Symptome "im Griff",
mit der erreichten Lebensqualität zufrieden - ohne "positive Gedanken, Geduld & Durchhaltevermögen" geht es nicht. Vieles braucht seine Zeit, dauert lange und lässt sich trotz großer Bemühungen nicht forcieren - eine Wiedergewinnung des sportlichenLeistungsvermögens z.B. taugt solange wenig zur Zielsetzung, solange es als ein "so wie früher" angestrebt wird.

Ich erinnere mich noch an eine etwas scherzhaft gemeinte Frage an den Oberarzt während der Visite, wann denn wohl mein erster Kopfball beim Fußballspiel wieder möglich sein würde. Die Antwort an den frisch Operierten war durchaus realistisch angesetzt: "... in einem halben Jahr wieder problemlos möglich..." - heute, knapp 7 1/2 Jahre später, ist dies als bloßer Versuch nur schwer vorstellbar.

Was Du mit "eingeschränktem Freizeitverhalten" treffend umschreibst, zielt auf die Frage der erreichbaren und nachhaltig gestaltbaren Lebensqualität. So wichtig der Erhalt der Arbeits/Berufsfähigkeit ist, so schwierig sind manche Kompromisse zu akzeptieren, die in anderen Lebensbereichen getroffen werden müssen. Das alles kostet Kraft und gelingt nicht immer, aber hin und wieder belohnen die kleinen Erfolgserlebnisse dieses Durchhalten.

Ich drücke Dir die Daumen, dass deine MRT Kontrolle die gute Entwicklung bestätigt und hoffe auf das nächste positive Update hier zu lesen... ;)

Eine gute Zeit und beste Grüße

snowdog

_________________
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.


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