Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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 Betreff des Beitrags: AN OP in Großhadern Dr. Schichor
BeitragVerfasst: 12.04.2012, 16:14 
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hallo, mein Name ist puma und ich bin ganz neu im Forum

Vor meiner OP am 27.03.2012 habe auch ich mich hier im Forum erkundigt, wie die Meinungen über Großhadern und speziell über Dr. Schichor sind..
Mein Hausarzt hat ihn mir sehr ans Herz gelegt und ich habe mich trotz einiger negativen Meinungen für Dr. Schichor hier im Forum entschieden.

Nun zu meiner Geschichte

Ich habe eine wahre Odyssee hinter mir, die sich schon über 6 Jahre hinzieht.
2006 hatte ich den 3. Hörsturz und war von nun an auf dem li. Ohr taub...2008 trat zum ersten mal die Facialisparese auf...da aber in meiner Familie schon einige Schlaganfälle waren, gingen alle Untersuchungen in diese Richtung...Dann Migräne..
Das zog sich die ganzen Jahre so dahin...sogar ein Hörgerät bekam ich vom HNO...was letztlich gar nichts brachte...
Erst jetzt im Februar 2012, als ich wieder dieses Kribbeln in der li. Gesichtshälfte überwies mich mein NEUER Hausarzt nach Dachau und erst dort wurde mittels einer Kernspin mit Kontrastmittel ( vorher immer ohne) das AN gefunden.

Schon 2,2 x1,3 cm groß..Zu groß zum bestrahlen.
Für mich brach eine Welt zusammen...
mein Hausarzt empfahl mir Großhadern, da ich ja im Landkreis FFB wohne..Termin bei Dr. Schichor..
Und ich muß sagen...ein sehr sympathischer, netter und einfühlsamer Arzt. Er hat mich bestens aufgeklärt und so stand dann auch der Termin am 27.03.2012 gleich fest..

Am Tag der Aufnahme wurde ich nochmal von einem anderen Arzt eingehends über die Risiken aufgeklärt..Das gleiche gilt auch für die sehr nette Narkoseärztin.
27.03.2012 Tag der OP

7.15 kam ich in den OP und ich war ganz angenehm überrascht, daß das komplette Team, also Ärzte und OP Schwestern sehr tolerant mit einem besonderen Wunsch von mir umgingen...das möchte ich aber nur am Rande erwähnen...ich bin eben durch meinen langen leidensweg irgendwie zum Bruno Gröning Freundeskreis gekommen.Das ist ein Verein für geistige Lebenshilfe, wo ich gelernt habe positiv und gesund zu denken..Näheres bitte selbst im Internet nachschauen..
Ein Bild Bruno Grönings wollte ich sofort nach der OP hinter meinem Kopfkissen haben..auch schon auf der Intensiv .
Um 15.30 die OP fertig.. und das Bild hinter meinem Kissen...Die sind alle so nett und einfülsam und ich mußte mich nicht für meine "Spinnereien" irgendwie rechtfertigen ...

Meine OP verlief sehr gut. Das AN wahr wohl sehr hartnäckig lt. Dr. Schichor, ein Rest mußte allerdings drinbleiben.
Die Facialisparese war nach der OP noch einge Tage leicht vorhanden. Dank MIMIKübungen habe ich diese sehr gut in den Griff gekriegt..
Die Schwestern auf der Station sind spitze. Ein Zimmernachbar wurde von DR.Rachinger auch AN operiert und dieser war ebenso sehr zufrieden. Großhadern mag vielleicht durch seine Größe etwas angsteinflösend wirken, aber das scheint nur so.Es ist einiges geboten in der Besucherstrasse...Übrigens wird es vom Personal der "Toaster" bezeichnet.
am 3.04.2012, also genau nach einer Woche durfte ich heim.Jetzt warte ich auf meine Reha..
Ich hoffe mit meinem Bericht so manchem, der die OP noch vor sich hat eine Hilfe gewesen zu sein..

liebe Grüße
puma

_________________
puma-1961,w,verh,3 Söhne,Diagn.02/2012,AN li. 2,2x1,3cm,2006 3.Hörsturz,seitdem li. taub, seit 2008 Facialisparese,Migräne, Gleichgew.stör.,occipitale OP 03/2012 Mü-Großhadern,recitiv,nach OP rückläufige Facialisparese und Gleichgew.stör.


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BeitragVerfasst: 14.06.2013, 12:51 
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Hallo puma,

ich bin ziemlich genau ein Jahr nach Dir in Großhadern von Herrn Dr. Schichor an einem extrameatalen AN mit ca. 16 mm Durchmesser links operiert worden und kann mich Deinen Erfahrungen nur anschließen: Dr. Schichor, die Ärzte und Schwestern der Station H9 sowie die nette Narkoseärztin (wir hatten wohl so ziemlich das gleiche Team) haben mich aufs Beste behandelt.
Ich denke, das sollte auch einmal erwähnt werden, nachdem hier im Forum eigentlich hauptsächlich andere Operateure gewürdigt werden.

Meine Geschichte ist schnell erzählt:
Seit ca. 5 Jahren bemerkte ich dann und wann einen ganz leichten Anflug von Schwindel - meist nur einen kurzen Moment lang. Ich habe das nie auf die Goldwaage gelegt und es aufs Wetter, den Kreislauf etc. geschoben. Im Jahr 2012 häuften sich diese Schwindelttacken dann etwas, besonders beim Fliegen und nach dem Genuss von Kaffe, wennich das im Nachhinein so betrachte. Zum Arzt bin ich deshalb weiterhin nicht gegangen.
Am Morgen des 20. Februar 2013 hatte ich dann einen besonders heftigen Anfall und konnte den ganzen Tag nicht mehr aufstehen ohne sofort zu erbrechen. Meine Mutter hat mir einen Termin sofort am nächsten Morgen bei ihrem HNO-Arzt gemacht, der mir nach ausgiebiger Untersuchung zur umgehenden Dürchführung einer MRT-Untersuchung riet. Diese habe ich dann auch sofort am nächsten Tag durchführen lassen - mit dem Ergebnis: Eine "Raumforderung" von ca. 16 mm Durchmesser am Kleinhirnbrückenwirbel - ein sog. Akustikusneurinom.
Geschockt war ich eigentlich gar nicht; mir war klar, dass dieser manifeste Schwindel einen handfesten Grund haben musste...ich bin sonst eigentlich durch und durch "pumperlg´sund", wie der Bayer so sagt.
Ich war eigentlich nur froh darüber, dass mir der Radiologe sagte, dass derartige Tumore nahezu immer gutartiger Natur seien.

Da ich nicht dazu neige, Dinge auf die lange Bank zu schieben und mir das als Selbständige beruflich auch gar nicht erlauben kann, habe ich sofort einen Termin in der Neurochirurgie-Ambulanz des Klinikums Großhadern vereinbart. Der Termin fand bereits zwei Werktage später statt, in Großhadern wurde ich von Dr. Schichor empfangen. Mir war der Arzt sofort sympathisch; er erklärte mir ruhig und sachlich, welche Therapiemöglichkeiten gegeben seien und natürlich auch, mit welchen Risiken diese verbunden sind. Zu keiner Zeit drängte er auf irgend eine dieser Möglichkeiten und vereinbarte telefonisch für mich einen anschließenden Termin bei Prof. Wowra vom Cyberknife-Zentrum nebenan. So könne ich mir von beiden Behandlungsmöglichkeiten am gleichen Tag ein Bild machen. Das war sehr angenehm für mich, da ich doch einen Anfahrtsweg von ca. 80 km habe.
Prof. Wowra sah sich dort meine Bilder an, fragte nach meinen persönlichen Lebensumständen und sagte mir dann sofort auf den Kopf zu, dass er mich nicht bestrahlen möchte: ich sei ihm zu jung, der Tumor sei ihm zu groß und die Stelle, an der er läge, gefiele ihm nicht zum Bestrahlen. Das fand ich in diesem Moment zwar ziemlich cool, aber auch sehr ehrlich und korrekt. Danke an dieser Stelle nochmals für diese unverblümte Aussage.
Somit war mir eine schwere Entscheidung schon mal abgenommen worden.

Bereits am nächsten Tag habe ich einen OP-Termin mit dem Stationsarzt der Neurochirurgie, Herrn Dr. Stöcklein vereinbart - und bereits zehn Tage später lag ich auf dem OP-Tisch bei Herrn Dr. Schichor.

Die OP dauerte 9 1/2 Stunden, verlief komplikationslos, das AN konnte vollständig entfernt werden. Postoperativ hatte ich bzw. hatten die Ärzte bei mir noch mit einem sog. Salt-Waste-Syndrom zu kämpfen, was mir ein paar zusätzliche Tage Intensivstation einbrachte. Auch dort wurde ich sehr gut umsorgt und bestens behandelt.

Durch die Operation habe ich linksseitig einen starken Hörverlust und eine Fazialisparese Grad IV erlitten.
Die Parese hat sich durch fleißiges Üben in nur 3 Monaten schon sehr zurückgebildet und ist für Laien kaum mehr sichtbar. Und, was keiner - außer meinem HNO-Arzt - geglaubt hatte, mein Hörvermögen hat sich tatsächlich leicht verbessert - zwar erst einmal nur marginal, aber immerhin.

Insgesamt geht es mir jetzt nach drei Monaten sehr gut und alle Kontrolluntersuchungen, die in den letzten drei Tagen stattfanden, haben mir bestätigt: In Großhadern wurde tolle Arbeit geleistet!

Ich war nach zwei Wochen Aufenthalt in Großhadern noch vier Wochen zur AHB in der Buchbergklinik in Bad Tölz, wo der Grundstein für eine sehr erfolgreiche Reha in puncto Fazialisparese und Verbesserung des Gleichgewichtsgefühles gelegt wurde. Das hat mir sehr geholfen, einen sofortigen Rückweg ins Berufsleben zu finden; mittlerweile kann ich gut wieder Vollzeit arbeiten.

Klar habe ich wie alle Kopf-Operierten mit gewissen Einschränkungen (Wetterfühligkeit, Druckgefühl etc.) zu kämpfen und die Tage nach der OP gehörten natürlich auch nicht gerade zu den schönsten in meinem bisherigen Leben, aber ich denke, dass bei mir eigentlich soweit alles sehr gut verlaufen ist.

Auch ich möchte allen Betroffenen, denen eine solche OP bevorsteht, Mut machen und ein bißchen die Angst nehmen. Und noch etwas: Wenn man aus Oberbayern kommt, ist Großhadern sicherlich eine sehr gute Wahl.
Prof. Tonn und sein Team machen eine sehr gute Arbeit, sind dabei angenehm, menschlich und immer ansprechbar (Herr Dr. Schichor hat mir Anfragen vor der OP sogar noch abends per eMail beantwortet - das fand ich unglaublich toll!).
Mir persönlich wäre vor drei Monaten nicht der Sinn danach gestanden, durch ganz Deutschland auf der Suche nach einem Operateur zu reisen und womöglich noch monatelang auf einen OP-Termin zu warten.

Ich hoffe, puma, Dir geht es auch heute noch sehr gut.

Herzlichst,
bezoga


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