Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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Forum Akustikusneurinom

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 Betreff des Beitrags: Drei erfolgreiche AN-OP in Tübingen
BeitragVerfasst: 05.12.2009, 13:10 
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Erfolgreiche Operation bei videoa

Hallo zusammen,

heute möchte ich Euch von meiner Akustikusneurinom-Operation am 17.11.2009 in Tübingen bei Prof. Tatagiba berichten .

Die Diagnose auf ein Akustikusneurinom links habe ich am 12.10. bei einer MRT erhalten. Eine Woche später, am 19.10. hatte ich bereits einen Termin zu Privatsprechstunde bei Prof. Tatagiba und habe mich direkt danach am 21.11. für die OP am oben genannten Termin angemeldet.

Ich habe im Vorfeld versucht alle offenen Punkte zu klären, so dass ich völlig befreit in die Klinik fahren konnte. Dazu gehörte zunächst die Klärung der Kostenfrage, sowie die Anfertigung einer Vorsorgevollmacht, Kommunikation mit Krankenkasse/Arbeitgeber/Klinik/Reha usw... Meine Familie und vor allem meine Freundin hat mich während der gesamten Zeit so wunderbar unterstützt, dafür bin ich sehr dankbar und das hat mir sehr geholfen. Sie haben sich für die Zeit der Operation eine Ferienwohnung direkt unterhalb der Kliniken genommen und konnten mich so jeden Tag besuchen, da Tübingen von meinem Heimatort ungefähr 300 KM entfernt liegt.

Ich bin in der Zeit bis zum OP-Termin weiter Arbeiten gegangen. Durch die Einnahme von Cortison hatte ich nach wie vor kaum Symptome. Lediglich ein Gefühl wie Watte vor dem Ohr auf der entsprechenden Seite, was mich auch dazu veranlasst hatte zum HNO zu gehen, der mich dann zur MRT schickte. Schwindel oder andere Symptome hatte ich nicht und gehört habe ich auch sehr gut. Die Hörtests (inkl. AEP) waren ohne Befund. Somit fiel mir das Arbeiten nach wie vor nicht schwer und es war eine sehr gute Ablenkung.

Am Montag, d. 16.11. sollte ich mich dann in der Klinik einfinden, um an diversen Vorgesprächen und -untersuchungen als Vorbereitung auf die Operation teilzunehmen. Um Stau und Stress zu vermeiden, bin ich mit meiner Freundin bereits am 15.11. nach Tübingen gefahren, um jeglichen Stress und Aufregungen im Vorfeld der OP zu vermeiden. Wir haben dann in der oben genannten Ferienwohnung übernachtet und konntet so am nächsten morgen nochmal in Ruhe gemeinsam frühstücken, anstatt im Stau zu stehen. Wie sich herausstellte war dies eine goldrichtige Entscheidung, da meine Eltern für die Fahrt fast 5 (statt ca. 3) Stunden benötigten...

Gegen 10.30 Uhr sind wir dann zur Klinik hochgelaufen und haben uns am Schalter für die stationäre Aufnahme angemeldet. Dort kam es zu ersten Unstimmigkeiten, die die Abrechnung und die Krankenkasse betrafen. Man hatte mich von seiten meiner Krankenkasse mal wieder falsch beraten bzw. informiert. Aber bereits dort am Schaltere fiel mir auf, wie freundlich die Menschen in der Klinik waren. Die nächste Station war dann das Sekretariat von Prof. Tatagiba. Seine Sekretärinnen haben uns aufgenommen und uns den weiteren Ablauf erklärt. Und auch dies erledigten sie mit einer Freundlichkeit und Einfühlsamkeit, die ich in dieser Form selten erlebt hatte. Meine Freundin war permanent den Tränen nahe und die Dame hat es verstanden, uns wirklich die erste große Angst zu nehmen.

Danach sind wir dann auf die Station gekommen und wurden in das Zimmer geführt. Der Nachmittag war dann ausgefüllt mit diversen Tests. Herzecho, Vermessung des Gehörs inkl. Hirnströme (AEP), CT, Blutabnahme, die Eingangsuntersuchung mit Reflextests usw...
Anschließend fand dann noch das Aufklärungsgespräch bei der Stationsärztin statt, zu dem dann auch Prof. Tatagiba hinzu kam. Und spätestens da wusste ich, dass meine Entscheidung für Tübingen goldrichtig war. Er hat uns mit seinen Worten soviel Mut gemacht und speziell mir die Angst vor der Operation fast gänzlich genommen.

Den Rest des Tages habe ich dann mit meiner Familie verbracht und bin dann relativ zeitig zu Bett gegangen.

Am nächsten morgen war meine OP als erstes angesetzt (7.30 Uhr) und ich wurde dann von meiner Familie noch zum OP-Saal begleitet. Von dort an erinnere ich mich nur noch daran, dass der Anästhesist zu mir sagte: "Sie schlafen gleich ein....."

Ca. 8 Stunden später bin ich dann auf der Intensivstation aufgewacht bzw. geweckt worden. Ich hatte zunächst Schwierigkeiten meine Augen zu öffnen, da ich so fertig war.
Zuerst habe ich überprüft, was mit meinem Gesicht los ist.... Kann ich noch alles bewegen? Ist da irgendwas gelähmt? Und wie durch ein Wunder konnte ich alles bewegen. Die einzige Einschränkung (die aber vorher auch schon immer vorhanden war) ist, dass ich mein linkes Auge nicht so fest zumachen kann, wie das rechte. Und zumachen heißt hier mit aller Kraft zusammenpressen... In Anbetracht der Tumorgröße von knapp über 3 cm waren sogar Prof. Tatagiba und der Oberarzt begeistert von diesem Ergebnis. Die Operation verlief ohne Komplikationen.

Das Ohr war/ist aber taub und mit einem sehr starken Tinnitus versehen. Dies war mir aber zunächst egal. Ich wollte irgendwie die Zeit auf der Intensivstation überstehen. Dort war es so laut und wie in einer Bahnhofshalle, dass es eine regelrechte Qual war. Mir ging es aber von Stunde zu Stunde besser und die Betreuung dort war erstklassig.

Bereits am nächsten morgen wurde ich wieder auf die Normalstation verlegt, nachdem man nochmal eine CT gemacht hatte. Der Tumor war restlos entfernt und der Hörnerv erhalten worden (!). Am Nachmittag bin ich dann das erste Mal aufgestanden, da das Bett getauscht werden musste. Ich bin dann auch direkt das erste Mal ins Bad gegangen und habe mich gewaschen. Der Schwindel war zu diesem Zeitpunkt noch sehr stark ausgeprägt, aber das Gehen fiel mir trotzdem nicht so schwer, dass es unmöglich gewesen wäre.

Am zweiten Tag nach der OP ging es mir nochmals deutlich besser und ich bin mit der Physiotherapeutin das erste Mal auf den Gang hinaus gegangen. Die ersten Gleichgewichtsübungen bereiteten mir keinerlei Probleme worüber ich sehr erstaunt war.

Und von da an ging es mir von Tag zu Tag immer deutlich besser. Ich war zwar nach jedem Ausflug sehr müde und musste mich dann ausruhen, aber es war jedes Mal ein sehr gutes Gefühl, wieder eigenständig laufen zu können. Irgendwann konnte ich dann auch mit meinen Verwandten zur Cafeteria gehen.

Am Montag, d. 23.11. wurde ich dann schon entlassen. Ich hatte zunächst etwas Angst vor der langen Heimfahrt (300 KM), da ich mich nach meinen Ausflügen auf dem Flur oder zur Cafeteria immer ausruhen musste. Aber die Fahrt verlief erstaunlich gut und zu Hause ging es mir dann richtig gut vor Freude endlich wieder dort sein zu können. Bereits am Donnerstag, d. 26.11. bin ich dann zur vollstationären Reha nach Braunfels (ca. 15 KM von meinem Wohnort entfernt, liegt vor Wetzlar/Gießen) gefahren.

Dort bin ich seitdem in Behandlung und ich fühle mich - abgesehen vom Gehör - wieder genau so wie vor der OP. Der Schwindel ist fast weg und tritt nur noch bei ganz schnellen Körperbewegungen auf. Ich habe keine Kopfschmerzen und bin ich auch nicht mehr müde. Lediglich nach dem Mittagessen schlafe ich regelmäßig für eine halbe Stunde bis Stunde, sofern es mein Behandlungsplan zulässt. Über die Reha werde ich einen eigenständigen Thread im entsprechenden Forum eröffnen.

Noch einige Worte zur Uni-Klinik Tübingen:

Die Entscheidung für Tübingen war absolut richtig! Alle Menschen dort waren so freundlich und herzlich, wie ich es bisher selten erleben durfte. Es war alles sehr gut organisiert und bei jedem Schichtwechsel war die neue Schicht bestens über den bisherigen Verlauf des Tages informiert. D.h. wenn man z.B. Schmerzen hatte wusste die nachfolgende Schicht schon genau Bescheid und wusste sogar welche Tabletten in welcher Dosis verabreicht worden waren.

Man hat auch gemerkt, dass dort, wie mir der Oberarzt mitteilte, jährlich über 800 AKNs operiert werden, da wirklich jeder Pfleger bestens Bescheid wusste. Ich hatte sogar ein anderes (spezielles) Kissen als mein Zimmernachbar, auf dem man trotz der Wunde sehr gut liegen konnte.

Alles in allem hatte ich immer das Gefühl bestens aufgehoben und in den besten Händen zu sein. Das gilt sowohl für die Schwestern, Pfleger und Ärzte, als auch für das Personal aus der Verwaltung und Prof. Tatagiba selbst.

Insgesamt bin ich mit dem bisherigen Verlauf sehr sehr zufrieden. Es hat keine Komplikationen gegeben. Die Wunde ist bereits sehr gut verheilt und erst auf den zweiten Blick sichtbar. Der Schwindel ist nur noch bei bestimmten/sehr schnellen Bewegungen vorhanden und der Tinnitus hat während der Reha-Zeit bereits stark abgenommen. Er tritt nur noch bei starker Lautstärke in den Vordergrund. Die Hoffnung, dass das Gehoer vielleicht (teilweise) nochmal wiederkommt, habe ich noch nicht aufgegeben. Prof. Tatagiba sowie die Medizinisch-Technischen-Assistenten in Tübingen haben mir gesagt, dass man erst nach 3 bis 6 Monaten Gewissheit hat, und vorher keine definitiven Aussagen treffen kann.

Für Fragen zu Tübingen, Dr. Tatagiba oder dem genaueren Ablauf der Woche und der Operation stehe ich jedem gerne zur Verfügung!

Gruß,
Andreas = videoa

_________________
m, Bj. 83, Limburg, AN links ca. 3 cm (T4, vor OP ganz leichte Hörminderung, kaum Schwindel, keine Lähmung. OP am 17.11.2009 in Tübingen bei Prof. Dr. Tatagiba, ohne Komplikationen. Keine Facialisparese, Hörnerv erhalten, seitdem einseitig taub, Tinnitus.


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BeitragVerfasst: 05.12.2009, 15:36 
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Vollständige Gesundung braucht Zeit

Hallo videoa,

ganz herzlichen Glückwunsch zu deiner erfolgreichen Operation in Tübingen. Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Gehör mit der Zeit noch bessert und der Tinnitus ganz verschwindet.

Lass' es dir gut gehen in der ReHa und dich von deinem Körper leiten, was Belastung/Entspannung/Ruhe betrifft; so unterforderst oder überforderst du dich nicht.

Bei mir ist die Operation 17 Monate her, ebenfalls sehr erfolgreich bei Prof. Tatagiba, und ich fühle mich heute fast vollständig gesund - aber es hat gedauert und die Kräfte kamen allmählich wieder. Glücklicherweise konnte mein Gehör komplett erhalten werden, wobei mein Tumor kleiner als deiner war.

Nun wünsche ich dir eine angenehme adventliche Zeit in der Reha und alles Gute für deine weitere Genesung.

Herzliche Grüsse
Weilgrün

_________________
54 J., w, Raum Stuttgart; am 01.04.08 Diagnose durch MRT: AN 16x8mm li ; Termin (Sprechstunde) bei Prof. Tatagiba in TÜ am 18.04.08; OP für Herbst o8 geplant - OP in TÜ am 21.07.08, keine REHA


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BeitragVerfasst: 05.12.2009, 16:16 
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Hallo Weilgrün,

vielen Dank für Deine Antwort. In der Reha geht es mir wirklich sehr gut. Ich nehme mir alle Zeit der Welt um mich zu entspannen und auszuruhen. Bisher bin ich auch noch nie soweit gekommen, dass ich wirklich an meine Grenze gekommen wäre, weil ich mir eben bei allem Zeit lasse und mich nie überanstrenge.

Alles in allem bin ich sehr sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.
Und vollstationär in die Reha zu gehen war ein sehr guter Entschluss, weil ich merke wie es hier von Tag zu Tag immer mehr bergauf geht - vor allem was Schwindel und Fitness betrifft.
Man muss dazu aber auch sagen, dass die Reha-Klinik sehr sehr gut ist. Dazu werde ich aber noch einen eigenen Thread aufmachen, wenn die Reha komplett rum ist (bin gerade auf Wochenendurlaub - es ist Halbzeit).

Gruß
Andreas = videoa

_________________
m, Bj. 83, Limburg, AN links ca. 3 cm (T4, vor OP ganz leichte Hörminderung, kaum Schwindel, keine Lähmung. OP am 17.11.2009 in Tübingen bei Prof. Dr. Tatagiba, ohne Komplikationen. Keine Facialisparese, Hörnerv erhalten, seitdem einseitig taub, Tinnitus.


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BeitragVerfasst: 16.12.2009, 13:10 
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Eine weitere erfolgreiche Operation in Tübingen

Hallo liebe Forumsleser,

auch ich möchte mich heute nach meiner sehr gelungen Akustikusneurinom-Operation in Tübingen, welche ich letzte Woche hatte, melden, und meine positiven Erfahrungen und Eindrücke weitergeben.

Im Juli dieses Jahres wurde bei mir nach einem Hörsturz ein 11mm großes Akustikusneurinom festgestellt. Da mir von verschiedenen Ärzten gesagt wurde, dass dieser Tumor gutartig ist und i.d.R. sehr sehr langsam wächst, habe ich mich daraufhin entschlossen, zunächst meine Diplomarbeit zuendezubringen. Ich habe mich währenddessen jedoch bereits in Mainz bei Prof. Mann und bei Prof. Tatagiba in Tübingen vorgestellt. Beide Ärzte haben einen sehr kompetenten und vertrauenswürdigen Eindruck gemacht - die Wahl mich in Tübingen operieren zu lassen habe ich dann aufgrund der für mich angenehmeren Atmosphäre in der Tübinger Uniklinik gefällt.

Die herzliche Betreuung in Tübingen, angefangen von der stationären Aufnahme, die stationäre Betreuung und auch die sehr angenehme und mutmachende Art von Prof. Tatagiba waren erstklassig (ich habe die gleichen Eindrücke wie videoa und fasse mich deshalb etwas kürzer :wink: ).

Bei der Operation konnte mein Hörnerv erhalten werden. Ich höre auf dem rechten Ohr so wie vor der Operation, worüber ich sehr sehr dankbar bin. Auch mein Facialisnerv hat nichts abbekommen, zumindest nichts was mir, meiner Familie oder meinen Freunden bisher aufgefallen wäre - und das will doch was heißen :) Das Gleichgewicht wird auch von Tag zu Tag wieder besser, ich kann mich schon selbständlig wieder fortbewegen (sieht noch etwas lustig aus) aber mit ein bisschen Übung bin ich mir sicher, dass ich bald wieder dasselbe Leben führe wie vor der Operation.

Eine Sache, die mich etwas beunruhigt ist, dass ca 4 Tage nach der OP ein Rauschen auf dem linken Ohr (OP war rechts) aufgetreten ist. Das konnte sich keiner so richtig erklären, vielleicht liegt es an der Anspannung oder auch der ganzen Stresssituation bei einer solchen OP. Ich warte jeden Tag darauf, dass es mit den Tabletten die ich dafür bekomme wieder weggeht. Vielleicht brauche ich noch ein wenig Geduld…

Die Diagnose des AKN zieht einem zwar erstmal den Boden unter den Füßen weg, aber diese Seite hat mir sehr geholfen mich zu informieren und mit anderen Betroffenen auszutauschen. Dafür möchte ich mich sehr bedanken und stehe jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung. Die Entscheidung, mich von Prof. Tatagiba operieren zu lassen war die Beste die ich treffen konnte. Nie hätte ich gedacht, dass ich 6 Tage nach der Operation wieder quietschvergnügt nach Hause gehen kann. Ich hoffe, dass ich allen Betroffenen, die die Entscheidung und die OP noch vor sich haben ein wenig Mut machen konnte.

Viele Grüße
KB

_________________
KB, w, Jg. 1984, AN rechts 11x11mm


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BeitragVerfasst: 21.01.2010, 13:33 
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Befinden nach OP besser als davor

Hallo zusammen,

da die Operation jetzt über 9 Wochen zurück liegt, möchte ich mich nochmals melden und meine Erfahrungen der vergangenen Wochen mit Euch teilen.

Vor ca. 5 Wochen, d.h. 4 Wochen nach der OP, konnte ich auf dem tauben Ohr erstmals wieder etwas hören. Es waren zwar anfangs nur Geräusche mit geringer Lautstärke, aber es war für mich ein sehr gutes Zeichen. Mittlerweile hat sich das Gehör immer weiter verbessert. Ich höre jetzt mehr, auch wenn es meistens nur ein Knarzen oder Klirren ist. Letzte Woche war ich bei meinem HNO. Er hat ein Audiogramm gemacht und ich höre im Bereich 300 Hz bis knapp 4 Khz ab Lautstärken von 70 db. Das ist zwar nicht besonders gut, aber man merkt, dass es immer noch besser wird.

Der HNO hat mir zudem empfohlen weiterhin Cortison in geringen Dosen (7,5 mg Haltungsdosis bei 70 Kg erzeugt keine Nebenwirkungen) zu nehmen, weil dadurch seiner Erfahrung nach das Gehör noch besser regeneriert. Da ich seit längerer Zeit aus anderen Gründen Cortison nehmen muss, passt das sehr gut.
Ich denke, dass ich dem Cortison zu verdanken habe, dass ich überhaupt wieder etwas höre, da man mir im Vorfeld der OP keine großen Chancen eingeräumt hat, irgendwann wieder etwas hören zu können.

Mein sonstiger Zustand ist wirklich sehr gut. Ich würde sagen mir geht es so gut wie vor der OP, aber das stimmt nicht. Denn, mir geht es wesentlich besser. So gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Jetzt merke ich erst so richtig, wie sehr mich das AN beeinträchtigt hat. Vor allem morgens nach dem Aufstehen merke ich, dass ich vom Schlafen richtig erholt bin. Das war vor der OP anders. Ich bin morgens aufgewacht und habe mich gefühlt, als hätte mich ein Zug überrollt. Und die ständigen Nacken- sowie Rückenschmerzen, mit denen ich die letzten Jahre zu kämpfen hatte, sind komplett weg. Ich hatte seit der OP nicht einmal mehr mit Nackenschmerzen zu kämpfen.

Insgesamt bin ich sehr sehr froh den Schritt der OP gegangen zu sein, auch wenn es in der Zeit vor der OP nicht immer einfach gewesen ist, da man sich eben seine Gedanken macht.
Ich hoffe, ich konnte einigen Unentschlossenen mit meinen Ausführungen Mut machen, den schweren Schritt der OP zu gehen und nicht zu versuchen die "Krankheit" auszusitzen.

Viele Grüße,
Andreas = videoa

_________________
m, Bj. 83, Limburg, AN links ca. 3 cm (T4, vor OP ganz leichte Hörminderung, kaum Schwindel, keine Lähmung. OP am 17.11.2009 in Tübingen bei Prof. Dr. Tatagiba, ohne Komplikationen. Keine Facialisparese, Hörnerv erhalten, seitdem einseitig taub, Tinnitus.


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BeitragVerfasst: 12.02.2010, 11:11 
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Erfolgreiche Berichte machen Mut

Hallo ihr Lieben,

es tut sehr gut zulesen, das eure OP´s so gut verlaufen sind.
Ich freue mich sehr mit euch. Eure Berichte machen mir Mut und nehmen mir die Furcht vor dem was danach kommen kann. Und sie bestätigen meine Entscheidung für die OP. Es mag seltsam klingen, aber ich bin so froh, dass es nächste Woche bei mir soweit ist.
Irgendwie sehe ich es als Neuanfang für mich, wenn ich diese Last(das AN) los bin.

Ich habe mich gleich nach meinem ersten Besuch in Tübingen für Prof. Dr. Tatagiba entschieden, weil ich den Eindruck hatte, dass er absolut kompetent ist. Er sagt, mein AN ist noch klein. Im Querdurchmesser 1cm, inrtra - leicht extrameatal, T2.
Er machte mir Hoffnung, dass alles gut gehen wird. Evtl. das der Facialisnerv etwas beleidigt sein könnte.
Anschließend werde ich die AHB in Bad Gögging antreten.

Ich melde mich wieder, sobald ich zuhause bin.

Liebe Grüße
Renate = fritzi 60

_________________
w, Jg.1960; Diag. Febr.2009. Schwindel, Tinnitus, leichte Hörminderung ,AN rechts ,1x1x1cm, intrameatal, leicht extrameatal, T2a. OP in Tü. am 18.2.2010. Prof. Dr.Tatagiba, Hörnerv erhalten, leichte Hörminderung, keine Facialisparese, kein Schwindel,


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BeitragVerfasst: 27.02.2010, 18:45 
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Hallo Videoa

Ich freue mich sehr für dich, dass du alles so positiv, und das ist doch meist so, erlebt hast und vor allem; dass es dir jetzt BESSER also vorher geht :D

Geniess es und lass dem Körper Zeit, sich vollständig zu erholen.

Liebe Fritzi, ich hoffe sehr, dass die OP Bei dir gut gegangen ist??!

Herzliche Grüsse
Marmott

_________________
w, 1971, 2007 AN r., 4.2 x 3 x 4cm, 2x OP in Bern in 2007, 1.8x1.9x1.1cm in 2009. Fazialisparese, taub r., Rezidiv 2.2x1.3x2.4cm am 25.2.10, OP am 14.9.2010 in Tübingen, Prof. Tatagiba. Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Lärmempfindlich,glücklich:-)


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BeitragVerfasst: 28.02.2010, 10:41 
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Dritte erfolgreiche OP in Tübingen bei fritzi 60

Hallo liebe Forummitglieder,

am 18.2.2010 habe ich meine Operation in Tübingen von Prof. Dr. Tatagiba erfolgreich und jetzt überglücklich hinter mich gebracht. Ich schließe mich mit meinen positiven Erfahrungen die ich in Tübingen, von der Aufnahme, über die OP und Nachbehandlung machte, allen anderen an.

Ich bereue keine Sekunde, in der ich mich für die Operation entschieden habe. Ich wartete ein Jahr , es ist gewachsen und dann sollte und wollte ich handeln. Jetzt ist der "Feind in meinem Kopf" raus und der Schwindel weg! Welche Erleichterung!

Heute ist der 10.Tag nach der Operation, und ich sitze hier zuhause an meinem PC(kaum zu glauben). Ich fühle mich ganz gut und habe und hatte auch keine Schmerzen. Der Schwindel war mit der Entfernung des AN´s weg, keine Parese, Hörnerv erhalten, leichte Hörminderung - den Grad kann ich noch nicht sagen, Tinnitus re, leichte Sehstörung, leichte Gangunsicherheit.

Meine rechte operierte Seite fühlt sich an, als ob es komplett mit Wasser gefüllt wäre und es rauscht ordentlich. Prof. Tatagiba sagte, das es das Spülwasser ist. Wie lange dauert das bis sich das abbaut? Habt ihr das auch gehabt? Unangenehm empfinde ich auch die Sehstörung ( Doppelbilder, manchmal etwas unscharfes Sehen).

Alles zusammmen hört sich das für noch nicht Operierte vielleicht nicht so toll an, aber das sind alles Sachen die wieder in Ordnung kommen. Auf jedenfall kann ich besser damit leben, als mit einem Tumor im Kopf. Ich würde nicht nochmal ein Jahr warten.

Ich wünsche allen, die es noch vor sich haben viel Mut und habt nicht soviel Angst. Plagt euch nicht zulange, es lohnt sich.

liebe Grüße
fritzi 60

_________________
w, Jg.1960; Diag. Febr.2009. Schwindel, Tinnitus, leichte Hörminderung ,AN rechts ,1x1x1cm, intrameatal, leicht extrameatal, T2a. OP in Tü. am 18.2.2010. Prof. Dr.Tatagiba, Hörnerv erhalten, leichte Hörminderung, keine Facialisparese, kein Schwindel,


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BeitragVerfasst: 28.02.2010, 13:05 
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Vorsicht - alles langsam angehen !

Liebe fritzi 60,

das Ergebnis Deiner AN-OP kann sich wirklich sehen lassen. Die momentanen Beschwerden sind ja fast Lappalien. Nach so einem Eingriff in das menschliche Schaltzentrum muß man diese Bewertung so treffen.
Wenn alle Operationen so verlaufen würden .....

Mich beschleicht bei so einem Ergebnis und der verständlichen Freude der Betroffenen immer ein mulmiges Gefühl. Zuletzt hat sich dessen Berechtigung wieder bei einem Forumsmitglied (er wird sicher darüber schreiben) bestätigt:
Nicht leichtsinnig werden !!!
Der Betroffene ging nach wenigen Tagen nach Hause und nach einigen Tagen wegen einer aufkommenden Fazialisparese wieder in die Klinik.

Ich hatte es schon einmal geschrieben: Ich war vier Wochen in der Klinik, ohne OP-Probleme. Das ging 1994 eben noch. Und mein Operateur hat mir eingehämmert, vorsichtig zu sein, in jeder Beziehung. Im OP-Feld kann sich noch allerlei entwickeln, das sieht dort aus wie auf einem Schlachtfeld. Alles kann warten, es hat alles Zeit - vor allem dann, wenn etwas schiefgelaufen ist.
Also noch einmal: Vorsicht - den bisherigen sehr guten Verlauf nicht gefährden !

Beste Grüße
ANFux

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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BeitragVerfasst: 28.02.2010, 19:06 
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Geburtsjahr: 1971
Liebe Fritzi

Ich hatte nach meiner 2. OP ebenfalls Doppelbilder. Sei vorsichtig und übernimm dich nicht. Lass dir Zeit und lass dem beleidigten Sehnerv auch Zeit, sich zu erholen.

Auf jeden Fall ging es bei mir 3 Monate bis die Doppelbilder fast vollständig verschwunden sind. In einem ganz bestimmten und natürlich extremen Winkel habe ich diese jetzt noch. Aber es lässt sich gut damit leben. Man muss sich immer vor Augen halten, dass der Körper einiges mitgemacht hat und man nicht erwarten kann, dass dieser wieder 100% genau gleich funktioniert wie vorher. Aber mit den - hoffentlich wenigen kleinen Einschränkungen - kann man sehr sehr gut leben und körperlich voll fit sein.

Also freu dich darüber, dass du die OP hinter dir hast. Aber pass dennoch auf dich auf - wie AnFux gemahnt hat!!

Ich freue mich für dich mit :wink:

liebe Grüsse Marmott

_________________
w, 1971, 2007 AN r., 4.2 x 3 x 4cm, 2x OP in Bern in 2007, 1.8x1.9x1.1cm in 2009. Fazialisparese, taub r., Rezidiv 2.2x1.3x2.4cm am 25.2.10, OP am 14.9.2010 in Tübingen, Prof. Tatagiba. Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Lärmempfindlich,glücklich:-)


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BeitragVerfasst: 01.03.2010, 10:22 
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Geburtsjahr: 1960
Guten morgen ANFux und Marmott,

herzlichen Dank für eure Antworten. Mir ist schon bewusst, das ich etwas euphorisch über den Ausgang meiner OP bin.
Und ich danke euch für die Hinweise zur Ruhe, das ist gut so. Ich möchte natürlich unter keinen Umständen durch Überforderung oder Leichtsinn meine Genesung gefähren. Am 8.3.10 trete ich meine AHB in Bad Gögging an und freue mich darauf unter fachmännischer Anleitung wieder ganz auf die Beine zu kommen.

Ganz liebe Grüße

fritzi 60

_________________
w, Jg.1960; Diag. Febr.2009. Schwindel, Tinnitus, leichte Hörminderung ,AN rechts ,1x1x1cm, intrameatal, leicht extrameatal, T2a. OP in Tü. am 18.2.2010. Prof. Dr.Tatagiba, Hörnerv erhalten, leichte Hörminderung, keine Facialisparese, kein Schwindel,


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