Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:46 
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Chronologie des AN von lueckge

verteilt auf die Rubriken
Entscheidung für Operation oder nicht? - Teil (1), Teil (2), Teil (3)
Kliniken/Operateure - Teil (4)
Rehabilitation/Rehakliniken - Teil (5)
Lebensqualität nach einer Therapie - Teil (6)


Diese ungewöhnliche Darstellung unseres Forumsmitgliedes lueckge wurde auf Anraten des Moderators nachträglich thematisch gruppiert, mit Zwischentiteln versehen und auf die o.g. vier Rubriken verteilt.

Wir hoffen, daß dadurch die Attraktivität nicht gelitten, sondern zugenommen hat.

ANFux, Moderator



Chronologie des AN von lueckge - Teil (1):
Sieben Jahre Symptome ohne richtige Diagnose



Warnung:
Dieses Geschreibsel ist etwas länger geraten, als ursprünglich geplant!
Wer aber in der gleichen Situation steckt, mit der gleichen Diagnose und vor den gleichen Entscheidungen steht, wie ich vor ein paar Monaten, hat vielleicht die Muse sich hier durchzukämpfen.
An dieser Stelle vielen lieben Dank an alle, die hier auch ihre positiven Berichte eingestellt haben und an den Moderator, der hier wirklich Hervorragendes leistet!
Falls der Fred hier nicht richtig platziert sein sollte (war mir nicht sicher wohin damit) dann gerne entsprechend verschieben... (...Das ist nun geschehen. ANFux, 30.12.2011)

Ich habe in der Zeit vor der OP selbst viel Mut und Kraft aus positiven Berichten hier im Forum gezogen und da ich fast davon überzeugt bin, daß ich auf Dauer wahrscheinlich auch nicht die Zeit und Muse habe mich hier im Forum zu beteiligen, habe ich mich Ende Mai entschlossen meine ganze Chronologie mal zu ordnen und nach und nach aufzuschreiben, so wie ich es (und besonders meine Augen nach der OP) vor dem Bildschirm meines Laptops eben ausgehalten habe.
Ich hoffe, daß sich der Eine oder Andere, der sich durch die Seiten kämpft, ein paar Denkanstöße und Tipps holen kann, die bei der persönlichen Entscheidungsfindung, auch wenn sie letztendlich anders ausfallen mag wie meine Entscheidung, hilfreich sein mögen.

In diesem Sinne:
Entweder ihr habt jetzt etwas Zeit und Lust zu lesen, oder ihr macht diesen Fred lieber wieder zu... ☺

Gruß lueckge

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1967, m, "Hörsturz": 5x (CT: alles i.O.), zuletzt April '11, jeweils Infusionen im Krankenhaus.
Erst danach, durch die Hartnäckigkeit meiner mittlerweile 3. HNO Ärztin: MRT mit Befund AN im Mai '11.
OP 10/2011 Würzburg / rechts taub


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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:47 
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November 2004:
Der Beginn der Hörprobleme und der Kortison-Therapie

Wir sind abends bei einem Freund eingeladen.
Er ist ein echter Hifi-Freak mit einer Anlage, die ungefähr den Gegenwert einer Oberklassenlimousine hat, die aber eben nicht nur laut klingt (die Anlage, nicht die Limousine) sondern eigentlich wunderschöne Feinheiten der Unplugged von Clapton wiedergeben kann, die ich bisher nur aus diesen Boxen gehört habe.
An diesem Abend spiele ich an seinem Mischpult herum und gehe etwas irritiert nach Hause, weil ich nicht das gehört habe, was ich erwartet habe, sondern irgendwie... anders...? Quatsch: trotzdem gute Musik!

Ja ich habe zu diesem Zeitpunkt einen stressigen Job.
Hin und wieder Ohrgeräusche und Fiepen, das ich meist erst dann wahr nehme, wenn es sich verändert...
Ich stehe halt unter Dampf. Mein Job macht mir Spaß und ich sehe diese Erscheinungen, die ja auch immer wieder weg gegangen sind, eben wie einen Stressbarometer auf den ich halt aufpassen sollte...
Aber was war da gestern mit Clapton los?

Zwei Tage später sitze ich bei einem HNO-Arzt und mache einen Hörtest.
Ungläubig schaue ich auf das Blatt:
Auf dem rechten Ohr fehlen sämtliche hohen Frequenzen...
Er faselt völlig desinteressiert davon, daß man da sowieso nichts machen kann, da man über das Ohr sowieso nicht viel wisse in der Medizin. (Wieso ist er dann nicht nur ein Hals und Nasenarzt?) Laut Schulmedizin hätte man bei uns vor kurzem noch Infusionen mit Kortison gemacht, aber das würde die Krankenkasse ja nicht mehr zahlen. Nur noch im Krankenhaus. Die Ammis würden gar nichts tun und hätten genauso eine 50 prozentige Heilungschance und würden sich über unser Kortison nur kaputtlachen...

Ich lasse diesen hochmotovierten Mann stehen, und fahre aber weil gerade Clapton im Autoradio läuft, auf dem nach Hause weg am Krankenhaus vorbei.
Ich versuche zu bohren, ob ich mir nicht morgens vor der Arbeit die Infusionen...
Ich muß meine Frau anrufen, daß sie mir eine Tasche mit Zeug mitbringt und verbringe die erste von seither 5 Kortison Therapien (inzwischen auch gut 30kg schwerer und mit einigen Nebenwirkungen gesegnet die es noch zu beheben gilt) 10 Tage lang in der Klinik.

Ich weiß nicht was ich dort eigentlich soll. Ich stelle die Infusion wenn die Schwester wegschaut ungeduldig schneller, bekomme regelmäßig Zucker gemessen (alles OK) und Blutdruck gemessen (den treibt das Teufelszeug in astronomische Höhen) und fiebere jedem neuen Hörtest entgegen.
Ich erwische mich dabei, wie ich bei dem lustlos, in regelmäßigen Intervallen, der Reihe nach durchgepiepten Tonreihenfolgen schon mit dem Finger am Drücker bin, bevor ich eigentlich wirklich etwas höre...

Aber:
Nach den 10 Tagen sind meine beiden Ohren so gut durchblutet, daß das neue Diagramm bei der Kurve rechts sogar mehr zeigt als bei dem ersten Test das linke Ohr konnte.
Clapton: ich komme wieder!
Nebenbei bekomme ich das Kortison noch ausgeschlichen in Tablettenform und gehe sofort wieder arbeiten.
Klar geht die Pumpe mächtig, und als ich deswegen zum mittlerweile lieb gewordenen Messen, in der Pause mal beim auf dem selben Flur befindlichen Werksarzt vorbeischaue, werde ich mit zittriger Stimme und großen Augen sofort nach Hause geschickt. Liebend gerne! Wir haben einen wunderschönen Dezember-Sonnentag und im Autoradio läuft was wohl?

Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:48 
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März 2006:
Unerklärliche Hörprobleme


Ein schöner Sonntagmorgen im Bett:
Alles ganz easy und weit und breit kein Stress.
Da ich schon mal wach bin stelle ich den Radiowecker, der rechts neben mir auf dem Nachttisch steht an. Nein, der örtliche Sender bringt leider kein Clapton...
Ich drehe mich noch mal um.
Und dann etwas verdutzt noch mal:
Dieser Wecker steht direkt neben meinem rechten Ohr.
Wenn ich mir aber mit dem Kissen das rechte Ohr zu halte, und nur über links versuche zu hören, plärrt das Ding in der gleichen Lautstärke...???
Aufgeregt wecke ich meine Frau! Aber die bestätigt mir, daß mit dem (ganz einfachen Mono-) Weckerchen alles normal sei...
Ich denke an den hochmotivierten HN(O ) Arzt und fahre lieber gleich in die Klinik.
Storry: siehe oben!!!
Aber:
Abschlußhörtest wieder positiv!
Keine Ahnung mehr, aber zu der Zeit glaube ich das auch selbst!

Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:48 
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November 2007:
Gleichgewicht spielt verrückt


Ich habe bei der Arbeit gerade ein neues Projekt angefangen und stehe voll unter Dampf.
In unserem Sitzungszimmer, in dem regelmäßig die Köpfe qualmen, haben die neuen Stühle zum Glück beidseitig Armlehnen.
Mir ist es jetzt schon ein paar mal passiert, daß ich mich mitten im Satz, blitzschnell an den Lehnen festhalten musste, weil ich für den Bruchteil von Sekunden das Gefühl hatte die Orientierung zwischen oben und unten zu verlieren...?
War aber immer gleich wieder vorbei und sonst, beim Laufen ist mir das noch nie passiert.
Ist auch keinem weiter aufgefallen, da ich auch sonst beim sprechen ja immer mit dem ganzen Körper arbeite.
Das muß der Kreislauf sein! Sollte mal wieder zum Blutdruck messen beim Werksarzt vorbeigehen. ☺ Ne, quatsch. Ich kann jetzt keinen freien Tag schinden...
Aber bevor ich im Frühjahr wieder aufs Motorrad steigen sollte, muß ich da wohl noch mal nachsehen lassen.


Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:49 
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April 2008:
Wieder Hörprobleme, weiter Kortison


Bei der Frühbesprechung erkläre ich mich bereit mir noch ein paar Problemfelder, heute zusätzlich etwas näher anzusehen und will gerade Näheres von meinem Chef, der rechts von mir sitzt erfahren, als ich nur noch Radio Eriwan auf dem rechten Ohr habe.
Ich stammle etwas von anschließender Klärung unter vier Augen und drücke im weiteren Verlauf der Sitzung eine Mischung aus Ohnmacht und Wutanfall über mich selbst in mich hinein und klappe während des anschließenden Gespräches mit meinem Chef, dann selbst langsam zusammen.
Er hatte schon seither vollstes Verständnis bei den letzten Malen gezeigt gehabt und sich vermutlich mehr sorgen wegen des sch... Stresses um mich gemacht als ich mir um mich selbst.
Unsere Sekretärin lässt es sich nicht nehmen („damit ich auch wirklich zum Arzt gehe“) mich höchstpersönlich zum... naja, eben zu besagten örtlichen HNO Arzt zu fahren.
Sie setzt mich wegen fehlender Parkplätze vor dem Ärztehaus ab und schärft mir ein, anzurufen damit sie mich auch wieder holen kann.
Ich steige aus und bieg um die Ecke:
Mist! Das hatte doch vor ein paar Monaten in der Zeitung gestanden:
Der ist doch umgezogen und hat eine neue Praxis eröffnet! Na vielleicht fehlt dort ja dann jetzt endlich das „O“ in der Bezeichnung für das er ja sowieso nichts tun kann.
Ich rufe statt der Sekretärin lieber meine Frau an und wir überlegen zusammen was ich weiter mache.
Da gibt es doch noch einen HNO Arzt. Der ist zwar ziemlich unbeliebt weil er wohl nicht sehr freundlich mit seinen Patienten umgeht. Aber wenn er mit meinem Ohr umgehen kann... (Vielleicht mag er Clapton)
Es stellt sich aber heraus, daß er eher Sportler als Musiker mag!
Er spricht von Risikogruppe und meint damit auch mein Übergewicht.
Kunststück, denke ich. Laß du dich mal regelmäßig mit Kortison aufpumpen (im letzten Jahr kam noch eine Schulter Entzündung und spätere OP dazu, die auch noch mit Kortisonspritzen behandelt wurde) und versuch mal mit meinem Zeitplan wieder dagegen anzukommen...
Immerhin fragt er mal nach, ob denn schon mal „nachgesehen“ worden sei, und da ich bisher nur von Kortisonorgien berichten kann, rät er zu einer radiologischen Untersuchung, überweist mich aber letztlich wieder in besagtes Krankenhaus.

Der Ablauf ist wie immer.
Lediglich bei der Verpflegung befinden sich aus zunächst unerklärlichen Gründen, fast jeden Tag zwei Nachtischportionen auf dem Tablett mit meinem Namen...???
Das hilft meinem Kortisongeschwür-Risikogruppen-Aussehen nun auch nicht wirklich, aber unsere besorgte Abteilungssekretärin hätte ruhig schon bei den letzten Aufenthalten in diesem illustren Krankenhaus kundtun können, daß ihre beste Kaffeeklatschfreundin wohl über die einflussreichste Stellung in so einem Krankenhaus, nämlich über die Küche gesetzt ist.

Ich bin unzufrieden mit den sonst gewohnten Veränderungen auf den Hörtests:
Entweder muss mein rechtes Ohr langsam mal auf Entzug oder es gewöhnt sich langsam an die regelmäßige Stimulanz mit Kortison.

Außerdem verändert sich irgendwie mein Hörverhalten:
Manche Geräusche, die eigentlich leise sein sollten, höre ich als ob neben meinem Ohr eine Rakete zündet.
Das Rascheln einer Plastiktüte scheint jede Kommunikation im Umkreis von mindestens 20 km unmöglich zu machen. Das Zischeln eines Wasserhahnes, oder das schlürfen eines Staubsaugers werden unerträglich.
Während des abschließenden Hörtestes in der Klinik werden im selben Flur, ungelogen Fliesen von der Wand gestemmt und noch andere Umbauarbeiten durchgeführt.
Vermutlich zeigt der Entlassungsbericht deswegen nicht die gewohnte, positive Kurve mit dem „geheilt entlassen“.

Mein Chef hat mit mir privat unter vier Augen, ein sehr besorgtes Gespräch geführt und mir angeboten, ohne jeden Gesichtsverlust, für eine Zeit die ich auf Zuruf selbst wieder beenden kann, und ohne finanzielle Verluste einen Schritt rückwärts machen zu können. Ich kenne Ihn recht gut, und ich weiß, daß er (und nicht nur er in der Abteilung) sich wirklich ernste Sorgen macht.

Noch bin ich krankgeschrieben und habe dann nahtlos meinen Urlaub angesetzt.
Das Großraumbüro ist im Moment ein Graus.
Ich höre jemand meinen Namen rufen und bekomme nicht mit aus welcher Richtung das kommt und wer das war.
Wenn ich telefoniere bin ich wohl manchmal so laut, daß die Kollegen um mich herum nicht mehr arbeiten können.
Aber manchmal nuscheln sie sich auf Sitzungen aber auch einen zu recht! Dabei habe ich gerade wenn in einer Gruppe mehrere sprechen, ganz schön Probleme aus dem Soundteppich heraus, überhaupt noch etwas zielgerichtet heraus zu verstehen.
Als ich nach Hause fahre singt im Autoradio der Kollege Clapton etwas von „Cortison“...?!?
Hieß das nicht mal „Cocain“???
Mir geht das mit der radiologischen Untersuchung nicht aus dem Kopf was der alte HNO Brummbär vor dem diesmaligen Klinikaufenthalt erwähnt hatte.
Und so eine Praxis hat bei mir, vor kurzem, zwei Straßen weiter aufgemacht.
Hatten im Stadtblättchen mit ihrer tollen Ausstattung modernster Geräte geworben.
Ich lass wohl noch mal den Brummbären über mich ergehen und mir so eine Überweisung verpassen.

Gruß lueckge

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Zuletzt geändert von lueckge am 01.11.2011, 12:20, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:50 
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Endlich Radiologie - aber nur CT

Gesagt getan: Aber womit ich nicht gerechnet hatte, ist ein Termin in frühestens 2 Monaten...
Als ich endlich zu diesem Termin komme, habe ich mich an mein rechtes Ohr schon langsam gewöhnt.
Um die Boxen des eingangs erwähnten Freundes mache ich einen großen Bogen, und Clapton ist etwas, was zu meiner Stimmungslage im Moment sowieso nicht passt!
Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was zu der Stimmungslage im Moment überhaupt manchmal noch passt.
Ich kann, gerade in Gesellschaft ganz schön launisch sein. Irgendwie fühle ich mich da nicht wirklich wohl wenn viele zusammen sind...

Zurück zu dem Termin:
Die Dame die das MRT bedienen soll mustert die Röhre und dann wieder argwöhnisch mich. (Hatte ich schon mal irgendwo erwähnt, daß ich Übergewicht habe?)
Ich werde auf ein schmales Etwas gebettet und versucht „einzufahren“.
Ich bleibe schon mit den Schultern stecken!
Ja wer baut den soetwas? Am Bauch würde ich ja einsehen. Da habe ich zugegebenermaßen etwas heftig zugelegt in letzter Zeit. Aber das ich in meiner Jugend auch mal etwas körperlich gearbeitet hatte und dadurch etwas breitere Schultern habe als meine damaligen Altersgenossen, ist mir auch bei meiner jetzigen Figur noch nie vorgeworfen worden. Noch nicht einmal von solchen Knöterpötten die da etwas von Risikogruppe gefaselt hatten!

Die Dame versucht zu beschwichtigen. Das würde auch mit dem CT gehen, daß sei „luftiger“ gebaut.
Na also! Wunderbar entspannt liege ich da, schau zu wie das Teil kreiselt und verstehe gar nicht wieso mich andere vor Platzangst gewarnt hatten, wenn dieses Gerät doch auch geht. Um das Teil auszufüllen, könnte ich mich noch ein paar Winter durchfressen und noch die eine oder andere Portion Kortison absorbieren.
Das anschließende Gespräch mit dem Arzt gibt Entwarnung (muß man sich eigentlich freuen, wenn einem jemand in den Kopf hinein schaut und behauptet nichts gefunden zu haben?) und ich werde mich wohl mit meinem Ohr arrangieren müssen. Schließlich hört man im Alter die hohen Töne nicht mehr so gut...
Donnerwetter: ich bin zur Zeit gerade mal 41 und der spricht von Alter!

Als ich im Auto sitze hat jemand den Radiosender verstellt. Ein „Oldy-Sender“ spielt gerade ein Lied, daß mir seltsam bekannt vorkommt. Ich glaube von dem Interpreten - „Erich Klapperton“ oder so ähnlich, hatte ich auch schon mal was gehört...

Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:51 
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April 2011:
Wieder Problem mit Gehör und Gleichgewicht


Ich hatte das Angebot meines Chefs übrigens angenommen und das Aufgabengebiet etwas gewechselt und: ich lebe ruhiger!
Ja es gibt noch andere Dinge im Leben, die ich schon beinahe vergessen hatte...
Mein rechtes Ohr hört etwas seltsam, aber man gewöhnt sich an vieles.
Wir haben demnächst Hochzeitstag und ich habe gute Konzertkarten bekommen, die ich meiner Frau schenken werde. Mein rechtes Ohr werde ich mir wie gewohnt bei großen Menschenmengen mit unauffälligen, fleischfarbenen Schaumstoffpröpeln zustopfen und die Musik eben mit dem linken Ohr genießen.
Nein, es spielt nicht Clapton!
Mein Brötchengeber ist Sponsor bei der Comebacktour von Roxette.
Die Sängerin war doch, nach all dem was man so ließt, so schrecklich krank gewesen. Irgendetwas mit einem Tumor im Kopf hatte ich mal gehört. Und nun soll sie wieder auf der Bühne stehen. Donnerwetter was für ein Schicksal!

Ich erzähle gerade einem Freund von dem Geschenk mit den Konzertkarten als ich mit ihm unterwegs bin. Aber irgendwie laufe ich heute etwas unsicher in der Gegend rum.
Als ich am Treppenaufgang oben stehe und nach unten schaue habe ich das Gefühl ich schwanke.
Donnerwetter. Was soll denn soetwas?
Ich hab zu Schulzeiten schließlich mal als Dachdecker gejobt. Ich bin absolut schwindelfrei!

Gegen Abend beschleicht mich das Gefühl, daß wieder irgendetwas sich mit meinem rechten Ohr verändert hat:
Ich habe das Gefühl ich bin fürchterlich lärmempfindlich, aber auf der anderen Seite musste ich bei Gesprächen so oft nachfragen, daß mir das schon selber peinlich wird und ich gar nicht mehr gefragt habe, sondern einfach „ja“ oder so gesagt habe, um die Konversation nicht zu unterbrechen. Hoffentlich hatte das „ja“ irgendwie dazu gepasst...

Soll ich noch ein Kortison-Selbstversuch starten?
Ich hab keinen Bock mehr!
Aber am nächsten Morgen probiere ich rum und bin selbst entsetzt wie wenig mein rechtes Ohr überhaupt noch macht.
Ab zum Krankenhaus!
Und während an unserem Hochzeitstag meine Frau zusammen mit meiner Schwester sich Roxette anhört (starke Frau, die Sängerin! Nach so einem Schicksalsschlag...) damit die Karten nicht verfallen, hänge ich mal wieder am Tropf.

Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 01.11.2011, 11:52 
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Kortison ins Trommelfell ?
Zoff mit Ärzten


Am Freitagabend ist bereits Ruhe im Krankenhausgeschehen eingekehrt und ich bin bereits am dösen und lesen, als die Stationsärztin noch mal ins Zimmer geschneit kommt. Sie will noch einen Test mit mir machen.
Ich bin zunächst angenehm überrascht, daß es sich nicht um einen Hörtest oder um „wie viele Ampullen Kortison passen noch rein?“-Test handelt, denn an dem nehme ich schon seit ein paar Jahren teil.
Die Klinik wirkt schon seltsam leer – WE eben als sie mich in einen anderen Raum bringt, mich auf eine Liege platziert um mir erst kaltes und dann warmes Wasser ins rechte Ohr zu spülen und dann mit einer großen Brille in die Augen zu schauen.
Ich frage sie was sie da sieht und ob sie hinten wieder raus schauen kann...
Als sie das gleiche auf der linken Seite wiederholt bin ich doch überrascht, als es mich beinahe von der Liege dreht!!!
Was war denn das?
Sie bespricht sich noch mit einem Kollegen der wohl auch WE-Schicht hat und kommt dann mit einem mehrseitigen Pamphlet zu mir ans Bett.
Die Gute erzählt mir in etwas gebrochenem deutsch und für mein Ohr eben auch ziemlich leise etwas von ein paar Risiken und einer Unterschrift die ich da und da machen sollte um dann noch heute Abend die erste von insgesamt 3 Spritzen mit Kortison direkt ins Trommelfell zu bekommen. Das soll jeden zweiten Tag passieren und ich könne wie vorgesehen am Dienstag nach Hause..
.
Argh!!! Hilfe...!
Ich erbitte mir erst mal Zeit diese Seiten zu lesen und sie willigt ein in einer halben Stunde noch mal zu kommen.
Jetzt glüht mein Handy.
Ich alarmiere meine gesamte Familie um im Internet zu recherchieren.
Unter „mögliche Gefahren“ steht da etwas von „Gehörverlust“ und „Schwindel“ auf der losen Blattsammlung die mir die Ärztin in die Hand gedrückt hatte.
Ich hatte gedacht die Symptome habe ich bereits und diese neue Therapie sollte dagegen sein???
Als sie wieder anrückt, habe ich noch gar keine Meinung und bitte Sie diese Entscheidung doch auf Montag zu vertagen.
Sie macht ohne einen Kommentar auf dem Absatz kehrt und ich schaffe es gerade noch die Blattsammlung vom Nachttisch herunter zu mogeln, so daß ich mich wenigstens weiter einlesen kann.

Gesehen habe ich sie an diesem WE nicht mehr und die Rückmeldungen meiner Familie mit dem was sie im Internet hierüber gefunden hatten waren auch alles andere als einheitlich. Geschlafen habe ich an diesem WE nicht wirklich viel und hatte keine Ahnung was ich ihr am Montag sagen sollte.

Aber erstens kommt es anders:
Am Montagmorgen war Chefarzt Visite und bevor ich überhaupt den Mund aufmachen konnte um „guten Morgen“ sagen zu können, erklärte die gleiche Ärztin von Freitagabend ihrem Chef vor versammelter Mannschaft, daß ich ja diese Behandlung ausgeschlagen habe, da ich dazu nicht mutig genug sei und der Rest Kortison ja auch in Tablettenform gegeben werden könne und man sowieso nichts anderes mehr machen könne, ich noch einen abschließenden Hörtest machen müsse und dann mit den Papieren nach Hause gehen könne...
Das kam in so einer Geschwindigkeit und ohne Punkt und Komma, daß ich erst mal meine Zimmernachbarn ansah. Aber deren Gesichtsausdrücke sagten das selbe wie meiner und ich hatte wohl doch richtig gehört.

Meine nächste Reaktion wäre beinahe ein wütender Protest gewesen, aber dann leuchteten plötzlich die Worte „nach Hause“ in meinem Kopf auf und das würde mich dieser Schnepfe ja genauso entledigen.
Also: Schnauze halten.
Meine Papiere hatte ich in Rekordzeit um mich bei der abschließenden Hörprüfung zu melden, obwohl die Stationsschwester auch noch mal Zeit brauchte um mir zu versichern, daß „das so ja nicht richtig gewesen wäre von Frau Doktor“.
Egal!

Den Hörtest kannte ich schon und es war mir ein innerer Vorbeimarsch das es der beste Hörtest war, den ich aus all den Jahren in meinen Unterlagen habe.
Mein Ohr war in sekundenschnelle, wie durch ein Wunder geheilt.
Unter meinen Papieren konnte letztlich nur stehen: „geheilt entlassen“ obwohl ich vor Zorn und Kortison ein derartiges Rauschen im Ohr hatte, daß neben mir ein Düsenjet unbemerkt hätte starten können.
Aber es hätte mich schon interessiert wie sie diesen Befund ihrem Chefarzt verkauft hat...

So, dann stand ich wieder draußen und hatte mich mit den Papieren wieder bei meinem nörglerischem Risikogruppen HNO-Arzt zu melden...
Der hatte aber zwischenzeitlich eine Kollegin mit in die Praxis genommen, so daß ich bei der Frage nach einem Termin vor die überraschende Entscheidung gestellt wurde: „zur Frau Dr. X oder wieder zu Herrn Dr. Y?“ Irgendwie hörte sich diese Frage für mich in dem Moment an wie die Wahl zwischen Pest und Cholera aber ich erzwang mir selbst ein gequältes „mir egal“ und landete bei Frau Doktor. Eine Frau Doktor hatte ich doch gerade in der Klinik hinter mir. Aber was sollte denn schon noch passieren, ich hatte doch schließlich gehört, daß man „da nichts mehr machen könne...“ Und das kann man ja auch positiv deuten!

Gruß lueckge

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BeitragVerfasst: 30.12.2011, 14:40 
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Liebe Forumsleser,

wir haben hier etwas Ungewöhnliches gemacht.
lueckge hatte einen sehr, sehr langen Bericht geschrieben, von den ersten Symptomen im Jahr 2004 über die Wirren der Diagnose, der Schockdiagnose AN, der Entscheidung für eine Operation in Würzburg und weiter über seine Rehakur in Bad Windsheim bis schließlich zur Wiedereingliederung nach der Operation.

Diese Berichtsteile sind nun selbständige Themen unter dem gemeinsamen Haupt-Titel "Chronologie des AN von lueckge" - Teil (1) bis Teil (6). Das steht auch zu Beginn dieses Themas.

Natürlich kann zu jedem Thema diskutiert werden. Es lohnt sich aber, alle Teil (1) bis (6) zu lesen.

Beste Grüße
ANFuxDieses

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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