Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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Forum Akustikusneurinom

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BeitragVerfasst: 08.12.2014, 12:25 
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Liebes Forum,

ich versuche mich über die unterschiedlichen in Frage kommenden Bestrahlungsarten zu informieren. Grundsätzlich will man natürlich das beste und das neuste Gerät haben. Es tauchen immer wieder für mich neue Bezeichnungen auf. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob es sich nur um Gerätebezeichnungen handelt, mit der die Kliniken "werben" oder es neuere Verfahren sind.

Da mein Neurinom mitten im Nerv sitzt, das Rückenmark 2 mm nur entfernt, sollte es schonend sein aber scharf abgrenzend. Reicht dafür die "normale" fraktionierte stereotaktische Bestrahlung?

VG

Bifix

_________________
Trigeminusneurinom 9mm x 4,5 mm infratentoriell, Kleinhirnbrückenwinkel,

keine Ausfälle, keine Schmerzen Gesicht,
immer wieder Druck auf den Ohren, Hörsturz, leichter Tinnitus
Augst 2014 festgestellt
noch nicht operiert/bestrahlt


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BeitragVerfasst: 09.12.2014, 13:48 
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Liebe Bifix,

auf den IGAN-Infoseiten findest Du ausführliche
Informationen zur Strahlentherapie bei Akustikusneurinomen.
Mit den dort verwendeten Begrifflichkeiten lässt sich eine
gute Abgrenzung zum "Marketingsprech" technischer
Neuerungen finden.

Grundsätzlich fällt eine Wahl zwischen stereotaktischer
(einmalig, hochdosiert, "Gammyknife","Cyberknife") und fraktionierter
(mehrmalig, minderdosiert, Behandlungsplan) Bestrahlung
(siehe auch Tomo-Therapie).

Für die fraktionierte Bestrahlung spräche, dass die
geringere Strahlenbelastung per Einzeldosis auf eine
Erholung des umgebenden Gewebes abzielt. Tatsächlich
kann das aber bei sensibler Lage bedeuten, dass die Nähe
zum Rückenmark ein besonderes Entscheidungsparameter
darstellt - also die Frage, was ist "weniger schädlich" für den
Organismus als Gesamtbetrachtung, nicht nur die größte
Effizienz bei der Tumorbekämpfung.

Die Antwort auf deine Frage lautet daher:
Es kommt darauf an.

Erfahrene Spezialisten werden das zu favorisierende Verfahren
begründen und die Vor-und Nachteile umfassend darstellen können.
Langt dies zu einem stimmigen Gesamtpaket,
wirst Du Dich entscheiden müssen. Für ein Verfahren,
bei dem das Vertrauen in den Arzt erfolgreich aufgebaut werden
konnte. Alles Gute für Deine Entscheidung.

Herzliche Grüße
snowdog

_________________
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.


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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:47 
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Liebe Bifx,

snowdog hat Dich schon auf die Themenseiten der IGAN-Homepage hingewiesen, die m.E. eine ausreichende Information über die verschiedenen Verfahren für eine AN-Bestrahlung enthalten. Ich befürchte aber, Du bist auch hier wieder in Sorge, auf jeden Fall das Beste zu buchen. Und dabei bist Du vermutlich der Werbung zum Opfer gefallen.

Ich plaudere mal aus der Schule: Ärzte neu gegründeter Strahlenzentren standen zeitweise Schlange, um auf unserer Homepage erwähnt zu werden. Dabei ging es durchaus nicht um die Beschreibung des jeweiligen Verfahrens, sondern vor allem um die Erwähnung, daß das neu gegründete Center das Gerät der neuesten (man hat freundlicherweis nicht allerneuesten geschrieben) Generation hat. Natürlich ein Foto davon. Dabei wollte ich niemals mit einem Foto für ein Gerät einer bestimmten Firma werben, sondern es ging und geht immer darum, den Patienten das Prinzip zu erläutern. (Alle müssen ja schon gemerkt haben, daß jede Werbung auf unseren Seiten tabu ist .....)

Die Patienten interessiert viel mehr (oder sollte ich besser schreiben "sollte mehr interessieren"?) wie lange an einer Klinik bereits AN bestrahlt werden und welche Erfahrungen dort vorliegen.
Natürlich macht die Technik Fortschritte, aber in der Hand eines wenig erfahrerenen "Spezialisten" vollbringt auch das neueste Gerät keine Sensation.

Ich nahm vor ein paar Wochen an einem Treffen des UCCL (Universitäres Krebs-Zentrum Leipzig) teil. Dort wird noch ein sehr alter Linearbeschleuniger (stereotaktische fraktionierte Bestrahlung) genutzt. Allererste Sahne! Die Fachleute trauern jetzt schon, wenn er demnächst einem neuen Gerät weichen wird.

Also, meine Tip: Konzentriere Dich auf das Bestrahlungsprinzip und auf die Zentren mit viel AN-Erfahrung.

Beste Grüße
ANFux

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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BeitragVerfasst: 14.12.2014, 17:29 
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Lieber ANfux und snowdog,

ja, ich bin auf das "beste" für mich bedacht.
Ich hatte mich ja in Magdeburg vorgestellt, bei Prof. Dr. Gademann und hatte ein gutes Gefühl. Er hat auch seine langjährige Erfahrung, auch vor Madgeburg betont mit der fraktionierten sterotaktischen Bestrahlung. Magdeburg empfiehlt auch in ihrer Tumorkonferenz die Bestrahlung statt OP. Auch/trotz meiner bereits erhaltenen Bestrahlung als Kind. Als 2 jährige habe ich bereits eine Ganzschädelbestrahlung erhalten, damals 24 Gy. Die Bestrahlung in Magdeburg würde insgesamt 21 Gy betragen. Aber auch seine Empfehlung ist noch abzuwarten, da ich quasie keine Beschwerden habe.
Trotzdem wollte ich noch meine CD mit dem MRT zur Zweitmeinung versenden (Erlangen, Tübingen..). Dabei stellte ich fest, dass die einzelnen Unikliniken mit Ihren Geräten "werben".... Dabei konnte ich mit den verschiedenen Ausdrücken mal wieder nix anfangen.
Ich habe das Gefühl, immer wenn ich das Gefühl habe ein bißchen durchzusteigen, kommt wieder was neues.
Danke für euere Antworten.

Viele Grüße Bifix

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BeitragVerfasst: 29.09.2015, 14:17 
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Liebes Forum,

ich habe mal wieder Wissenhunger. Auf der Internetseite der Uniklinik Bonn, im Neurochirurgischen Bereich habe ich etwas für mich neues gefunden:

"Bildgebung
Die Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie erlaubt uns eine detaillierte Operationsplanung. Auf hochauflösenden Kernspintomographien kann die Lagebeziehung des Tumors zu funktionell wichtigen (eloquenten) Hirnarealen (z.B. Sprach- und Bewegungszentrum) genau dargestellt werden. Spezielle Aufnahmetechniken (DTI, diffusion tensor imaging) und die funktionelle Kernspintomographie zeigen genau, wo solche eloquente Areale bzw. Faserbahnen liegen (Abb. 3). Die Bildgebung dient zusätzlich als Grundlage der Neuronavigation."

Wikipedia sagt dazu:Operationsplanung
"Bei chirurgischen Eingriffen im Gehirn und der Bestrahlung von Hirntumoren ist es wichtig, die Nervenbahnen so weit wie möglich zu erhalten, da ihre Verletzung in der Regel zu bleibenden Funktionsausfällen führt. Die Diffusions-Tensor-Bildgebung kann dabei helfen, vorab die Lage der Nerven festzustellen und bei der Operations- bzw. Bestrahlungsplanung zu berücksichtigen. Da sich das Gehirn während des Eingriffs verformt, kann es sinnvoll sein eine Operation zu unterbrechen, um eine erneute Aufnahme anzufertigen.

Die Diffusions-Tensor-Bildgebung gibt zudem Hinweise darauf, ob ein Tumor bereits in eine Nervenbahn eingedrungen ist und kann in einigen Fällen die Einschätzung unterstützen, ob eine Operation überhaupt aussichtsreich ist."

Wurde das schon mal bei einem von euch unabhängig von der OP im Vorfeld gemacht. Habt ihr Moderatoren Erfahrung damit?

Liebe Grüße Bifix

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