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 Betreff des Beitrags: Resttumor wuchs u. schrumpfte
BeitragVerfasst: 01.01.2008, 21:03 
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... das AN kann auch ohne OP kleiner werden!

Vor etwa zehn Jahren hatte ich eine AN-OP, bei der nur ein Teil des Tumors entfernt werden konnte. Danach wuchs der Resttumor im Laufe der Jahre wieder fast auf die Größe vor der OP an. Zu einer weiteren OP konnte ich mich nicht entschließen, und auch die Kontrolluntersuchungen stellte ich für vier Jahre ein. Ziemlich riskant vielleicht, aber ich habe mir das gut überlegt. Außer einer homöopathischen Therapie hielt ich mich für Jahre von Ärzten fern! Letztes Jahr ging ich schließlich wieder zu einer MR-Untersuchung - der Tumor ist deutlich kleiner geworden! Immerhin ist das also möglich - es wundert mich, dass bis jetzt alle Ärzte diese Möglichkeit nicht erwähnt oder sogar ausgeschlossen haben. Eine OP sollte man sich also wirklich gut überlegen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.01.2008, 10:37 
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Seltenen Fall nicht überbewerten.

Liebe(r) Barger, über das, was einem die Ärzte sagen oder nicht sagen, kann man sich wirklich manchmal wundern, aber es ist eine mittlerweile unbestrittene Tatsache, dass es bei fast allen Tumorarten zu sogenannten Selbst- oder Spontanheilungen kommt, d.h. der Tumor, der i.d.R. in unterschiedlichem Tempo wächst, dabei zeitweise stagniert, bildet sich zurück. Es ist ein Phänomen, das äußerst selten auftritt und vielleicht auch deshalb noch nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Dieses sehr, sehr seltene Auftreten ist aber auch der Grund dafür, dass man auf dieses Phänomen keine Strategie aufbauen sollte.
In Deinem konkreten Fall ist auch zu beachten, daß es sich um einen Resttumor handelt, der durch die OP in seinem Verhalten entscheidend beeinflußt worden war, und nicht um einen "Ersttumor", der i.d.R. anders reagiert als ein Resttumor oder Rezidiv. Die körpereigenen Kräfte können bei einem postoperativ verbleibendem Resttumor sogar relativ oft die Kontrolle über dessen Wachstum erzielen.

Es gibt keinen sicheren Beleg dafür, dass die homöopathischen Mittel, die Du eingenommen hast, den Rückgang des Tumorwachstums verursacht haben. Gäbe es da einen sicheren Zusammenhang, hätte das Wort Tumor schon lange seinen Schrecken verloren. Natürlich spielen Immunsystem und Psyche (und damit auch Ernährung, Bewegung und Stressabbau) eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Krankheiten aller Art, aber leider ist es doch so, dass sie allein kein Garant für den Erhalt eines gesunden Körpers und allein auch nicht für die Gesundung eines kranken Körpers sind. Das zu leugnen, wäre unwissenschaftlich und schädlich, weil daraus ein Fehlverhalten gegenüber der Krankheit resultieren kann.

Ein Beispiel für diese meine Warnung ist der Bericht vom von „Max“ im Forum in der Rubrik „Entscheidung Operation oder ...“. Sein Tumor hatte sich – auch entgegen aller „üblichem Verhalten“ - innerhalb von zwei Jahren rasant vergrößert! Was, liebe(r) Barger, hättest Du gesagt, wenn Dir Dein Auslassen der regelmäßigen Kontroll-MRT nach einigen Jahren einen wieder deutlich vergrößerten Tumor beschert hätte? Ich sage es ganz deutlich: Es ist leichtsinnig von Arzt und Patient, bei Vorhandensein eines Resttumors die Kontrolluntersuchungen zu vernachlässigen. Wir sollten froh sein, dass es dieses Instrument der Fürsorge gibt, und es nutzen!

Noch einen anderen Aspekt möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen. Es ist wichtig, die Kontroll-MRT immer vom selben Radiologen machen und bewerten zu lassen. Daß er Erfahrung haben sollte, speziell mit Hirntumoren und Resttumoren und Rezidiven, versteht sich dabei von selbst. Es gibt aber leider Patienten, die glauben, die Diagnose sicherer zu machen, wenn sie ab und zu einmal den Radiologen wechseln („Mal sehen, ob der das auch so sieht“.). Gerade bei der Bewertung des „Operationsfeldes“ im MRT nach einer OP gibt es nicht selten ganz erheblich unterschiedliche Auffassungen, was Operationsnarbe, anders durchblutetes Gewebe, absichtlich belassener Resttumor oder Rezidiv ist. Wenn ein Resttumor gelassen wurde, „sortiert“ sich das gesunde und kranke Gewebe ohnehin im Laufe der Zeit neu, so dass eine objektive Bewertung der Lage schwer ist und viel Erfahrung erfordert.

Du kannst und solltest Dich glücklich schätzen, dass die bisherige Entwicklung so günstig für Dich verlaufen ist. Ich rate Dir aber, die Kontroll-MRT wieder regelmäßig durchführen zu lassen. Allen anderen rate ich, sich nicht auf den Lottosechser zu verlassen, den „barger“ ganz offensichtlich gezogen hat.

Herzliche Grüße
ANFux

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


Zuletzt geändert von ANFux am 17.03.2008, 15:11, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.01.2008, 20:22 
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Es stimmt schon, dass eine regelmäßige MRT-Untersuchung (bei einem wirklich guten Radiologen) auf jeden Fall das "Gescheiteste" ist. Ich habe die lange Kontroll-Pause nicht aus Leichtsinn gemacht, mir war durchaus bewusst, dass die Folgen für mich fatal sein können. Ich hatte damals einfach das Gefühl, dass sich mein Leben in eine Krankengeschichte verwandelt, die von Ärzten bestimmt wird. Ich habe viele Spezialisten aufgesucht, die sich wirklich alle sehr viel Zeit für mich genommen haben, aber letztendlich kam ich zu der Erkenntnis, dass mir niemand die Verantwortung für mein Leben abnehmen kann. ICH muss die Entscheidung treffen, welchen Weg ich gehen will, und wenn es der falsche war, muss auch ich mit den Folgen leben. Auch mit den Folgen einer OP muss ICH weiterleben und nicht der Chirurg, und das muss jeder für sich entscheiden. Ich kann keine Empfehlung für andere AN-Patienten abgeben. Wichtig ist es, dass man nicht den Befund, sondern den Menschen und sein Befinden in den Vordergrund stellt: dient eine OP der Besserung von Beschwerden oder sieht man dann nur ein "schöneres" MR-Bild?
Auf keinen Fall möchte ich den Eindruck erwecken, dass man nur ein paar homöopathische Mittelchen nehmen muss, und sich dann alle Probleme auflösen! Aber eine Beschäftigung mit den Möglichkeiten einer Selbstheilung des Körpers (die ja normalerweise bei jeder leichten Erkrankung oder Verletzung bei jedem Menschen zu beobachten ist) ist auf jeden Fall zu empfehlen. Ich würde mir da mehr wissenschaftliche Literatur dazu aus der medizinischen Forschung wünschen, nicht jeder will einen Selbstversuch wagen... Fälle wie meinen als "Lottosechser" zu bezeichnen, ist nicht richtig: sogenannte "Spontanheilungen" sollten nicht als Zufall bewertet, sondern als wichtiges medizinisches Phänomen untersucht werden (mindestens genauso wichtig, wie die Frage, warum es zur Erkrankung kam).
Bis zur nächsten MRT-Untersuchung werde ich mir aber nicht mehr so viel Zeit lassen...
Ich wünsche allen anderen AN-Patienten den Mut, ihren eigenen Weg zu finden!


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