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Seltenen Fall nicht überbewerten.
Liebe(r) Barger, über das, was einem die Ärzte sagen oder nicht sagen, kann man sich wirklich manchmal wundern, aber es ist eine mittlerweile unbestrittene Tatsache, dass es bei fast allen Tumorarten zu sogenannten Selbst- oder Spontanheilungen kommt, d.h. der Tumor, der i.d.R. in unterschiedlichem Tempo wächst, dabei zeitweise stagniert, bildet sich zurück. Es ist ein Phänomen, das äußerst selten auftritt und vielleicht auch deshalb noch nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Dieses sehr, sehr seltene Auftreten ist aber auch der Grund dafür, dass man auf dieses Phänomen keine Strategie aufbauen sollte.
In Deinem konkreten Fall ist auch zu beachten, daß es sich um einen Resttumor handelt, der durch die OP in seinem Verhalten entscheidend beeinflußt worden war, und nicht um einen "Ersttumor", der i.d.R. anders reagiert als ein Resttumor oder Rezidiv. Die körpereigenen Kräfte können bei einem postoperativ verbleibendem Resttumor sogar relativ oft die Kontrolle über dessen Wachstum erzielen.
Es gibt keinen sicheren Beleg dafür, dass die homöopathischen Mittel, die Du eingenommen hast, den Rückgang des Tumorwachstums verursacht haben. Gäbe es da einen sicheren Zusammenhang, hätte das Wort Tumor schon lange seinen Schrecken verloren. Natürlich spielen Immunsystem und Psyche (und damit auch Ernährung, Bewegung und Stressabbau) eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Krankheiten aller Art, aber leider ist es doch so, dass sie allein kein Garant für den Erhalt eines gesunden Körpers und allein auch nicht für die Gesundung eines kranken Körpers sind. Das zu leugnen, wäre unwissenschaftlich und schädlich, weil daraus ein Fehlverhalten gegenüber der Krankheit resultieren kann.
Ein Beispiel für diese meine Warnung ist der Bericht vom von „Max“ im Forum in der Rubrik „Entscheidung Operation oder ...“. Sein Tumor hatte sich – auch entgegen aller „üblichem Verhalten“ - innerhalb von zwei Jahren rasant vergrößert! Was, liebe(r) Barger, hättest Du gesagt, wenn Dir Dein Auslassen der regelmäßigen Kontroll-MRT nach einigen Jahren einen wieder deutlich vergrößerten Tumor beschert hätte? Ich sage es ganz deutlich: Es ist leichtsinnig von Arzt und Patient, bei Vorhandensein eines Resttumors die Kontrolluntersuchungen zu vernachlässigen. Wir sollten froh sein, dass es dieses Instrument der Fürsorge gibt, und es nutzen!
Noch einen anderen Aspekt möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen. Es ist wichtig, die Kontroll-MRT immer vom selben Radiologen machen und bewerten zu lassen. Daß er Erfahrung haben sollte, speziell mit Hirntumoren und Resttumoren und Rezidiven, versteht sich dabei von selbst. Es gibt aber leider Patienten, die glauben, die Diagnose sicherer zu machen, wenn sie ab und zu einmal den Radiologen wechseln („Mal sehen, ob der das auch so sieht“.). Gerade bei der Bewertung des „Operationsfeldes“ im MRT nach einer OP gibt es nicht selten ganz erheblich unterschiedliche Auffassungen, was Operationsnarbe, anders durchblutetes Gewebe, absichtlich belassener Resttumor oder Rezidiv ist. Wenn ein Resttumor gelassen wurde, „sortiert“ sich das gesunde und kranke Gewebe ohnehin im Laufe der Zeit neu, so dass eine objektive Bewertung der Lage schwer ist und viel Erfahrung erfordert.
Du kannst und solltest Dich glücklich schätzen, dass die bisherige Entwicklung so günstig für Dich verlaufen ist. Ich rate Dir aber, die Kontroll-MRT wieder regelmäßig durchführen zu lassen. Allen anderen rate ich, sich nicht auf den Lottosechser zu verlassen, den „barger“ ganz offensichtlich gezogen hat.
Herzliche Grüße
ANFux
_________________ 1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl. der IGAN.
Zuletzt geändert von ANFux am 17.03.2008, 14:11, insgesamt 2-mal geändert.
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