Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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 Betreff des Beitrags: Akustikusneurinom - Wachstum stoppt
BeitragVerfasst: 13.03.2010, 23:40 
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Zusammenhang mit Immunsystem ?

Hallo liebe Leser/innen

Ich möchte euch mit diesen Zeilen etwas zum Nachdenken animieren und eventuell Denkanstösse geben. Auf keinen Fall will ich Arzt spielen und Ratschläge erteilen!
Hier erfahrt ihr, was meine Gedanken sind.

Vor kurzer Zeit war ich wieder beim Radiologen um aktuelle MRI-Bilder für die bevorstehende OP in Tübingen zu machen.
Am Schluss teilte mir der Radiologe mit, dass das Akustikusneurinom in der Grösse nicht weiter gewachsen ist :D

Upps ... Was geht jetzt ab? Habe ich doch schon ausgerechnet, dass es in dieser Zeit 1.5 mm grösser sein müsste.

Naja, ich habe mich für Tübingen entschieden und alles in die Wege geleitet für die Operation Ende März 2010. Es lies mich aber nicht in Ruhe. Schliesslich macht man sich ja so seine Gedanken darüber.

Zwei Jahre lang, seit dem ersten MRI, hat es an Grösse zugelegt. Rekordverdächtige 3mm pro Jahr! Nun, seit 6 Monaten, kein Wachstum mehr!

Was ist in dieser Zeit aussergewöhnliches geschehen? Oder was ist anders als sonst?

Zur Info und fürs Verständnis: Ich habe noch Typ II Diabethes und zu allem Elend noch Psoriasis :cry:
Der Blutzucker ist gut eingestellt. Ich nehme 1/2 Tablette METFIN pro Tag.
Gegen die Psoriasis nehme ich pro Woche 2 Tabletten Methotrexat.
Noch letztes Jahr hatte ich eine weit höhere Dosierung der Medikamente. Da das Mehotrexat schon eine heftige "Chemiekeule" ist, hatte ich immer ein ungutes Gefühl.
Ich habe dies mit dem Hausarzt besprochen und unter seiner Kontrolle die Dosierung verringert.

Den Zuckerwert konnten wir mit weniger "Chemie" und einer entsprechenden Ernährung in den "grünen Bereich" bringen.
Auch beim Methotrexat konnte ich die Dosis auf einen Drittel verringern.

Was will ich damit sagen?
Ich habe den Verdacht, dass mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit, dieses Methotrexat die Ursache des schnellen Wachstums des AN sein könnte.

Ich habe mich über das Methotrexat erkundigt. Unter anderem habe ich erfahren, dass es das Immunsystem dämpft. Doch genau ein intaktes Immunsystem ist unter anderem doch sehr wichtig in unserem Fall!

Im Moment wächst das Akustikusneurinom nicht und in gut 2 Wochen kommt es raus :D Aber für danach mache ich mir schon ein paar Gedanken betreffend Rezidiv usw.

Ich gedenke, das Methotrexat ganz abzusetzen und das Problem auf natürliche Weise, z.B. TCM usw. anzugehen.
Natürlich kommen da noch andere Punkte, wie gesunde Ernährung, weniger Stress, genug körperliche Bewegung uvm. dazu!
Ich denke da ist sicher noch viel Potenzial da, um dem Akustikusneurinom das Leben schwer zu machen.

Mit herzlichen Grüssen

Säntis

_________________
1966, m, AN T4 3,4x3x3cm medialerTyp, Schwerhörigkeit rechts 50 %, Tinitus, leichte Gleichgewichtsstörung, Krankenkasse zahlt OP nicht im Ausland, Reha wird bezahlt in CH, OP in Tübingen 30.03.2010, re taub, Tinitus, Liquorfistel


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BeitragVerfasst: 16.03.2010, 18:28 
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Immunsystem, Krebs und Akustikusneurinom

Liebe Säntis,

vielen Dank für Deine wohldurchdachten und anregenden Gedanken. Das Immunsystem war schon mehrmals im Forum „Im Gespräch“, aber noch niemand hat so konkret und durchdacht „seinen Fall“ diesbezüglich analysiert.
Ich teile Deine Überlegungen voll, und ich bin gespannt, wie Prof. Tatagiba darauf reagieren wird – falls Du mit ihm darüber sprichst.

Im Februar 2001 ist mir in einer Zeitschrift in Thüringen ein Interview mit Prof. Dr. Gerd Nagel in die Hände gefallen, das ich seitdem archiviere. Ich hatte schon mal gedacht, es auf die Homepage zu stellen, nun werde ich wenigstens einiges daraus zitieren. Zur Person: Prof. Nagel ist internistischer Onkologe, hat in Basel, Buffalo und Brüssel studiert, leitete von 1986 bis 1990 die Deutsche Krebsgesellschaft, hatte den Lehrstuhl für Tumorbiologie an der Universität Freiburg inne, gründete dort die Klinik für Tumorbiologie und leitete diese bis 2003. Er ist heute Pensionär und leitet die von ihm gegründete Stiftung Patientenkompetenz.

Auszüge aus dem Interview „Medizin allein ist überfordert beim Kampf gegen Krebs“:

Frage nach der Denkweise:
Ich selbst bin konsequenter Schulmediziner und stütze mich auf die wissenschaftlich begründeten Therapien....Es ist der naturheilkundlich orientierte Patient, zu dem ich eine Brücke baue. Seinen Denkstil beziehe ich bewusst in mein Behandlungskonzept ein.

Wie erklärt denn die Wissenschaft derzeit das Phänomen Krebs?....entsteht Krebs infolge einer Veränderung der Gensubstanz bereits einer einzigen Zelle, ausgelöst durch wiederholte Schädigung unterschiedlichster Art ....Die so geschädigte Zellen stellt ihr Wachstumsprogramm gewissermaßen auf Wildwuchs um und gibt diese Fehlsteuerung an alle ihre Tochterzellen weiter....
...kommt es ständig zu solchen Gendefekten, aber eben dann nicht zu Krebs, wenn Reparaturmechanismen, spontaner Zelltod und Immunsystem das ihre tun.....
....Der Patient möchte doch (auch nach einer gelungenen Operation) wissen: Wie kann ich mich zur Wehr setzen? .... Eigene Aktivität ist dann sehr wichtig für die Bewältigung der Krankheit.

Und Sie sehen als Schulmediziner kein Problem, diesen Wünschen (von Patienten nach biologischen Mitteln) nachzukommen?
Nein, aber nicht ohne Einschränkung. Ich versuche, den Patienten vor Schaden aus falscher Behandlung wie aus Versäumnissen zu bewahren....
...Information ist von Anfang an so wichtig. Sie beginnt zwar schon im Gespräch mit dem behandelnden Arzt, doch ich kann .... nur raten, sich zumindest vor den wichtigen Therapieentscheidungen eine zweite Meinung einzuholen.

Vertrauen ist gut, eine zweite Meinung besser?
Ein verantwortungsbewusster Arzt sollte von sich aus dazu raten, Diagnose und Therapieempfehlung durch einen weiteren Mediziner beurteilen zu lassen. Krebs greift zu sehr in das Leben ein, als dass man ohne diese Art Qualitätskontrolle auskäme.

Würden Sie als Zweitgutachter auch einen Erfahrungsheilkundler akzeptieren, der eher zur sanften Behandlung rät?
Die Entscheidung liegt immer beim Patienten. Ich würde ihn allerdings davon in Kenntnis setzen, dass bis heute die sog. aggressiven Therapien nachweislich die einzigen sind, mit denen Tumoren und Metastasen wirksam bekämpft werden können. Ich halte .. einiges von der Homöopathie, aber wer behauptet, er könne mit homöopathischen Arzneien Krebs heilen, ist ein Phantast oder Betrüger. Unkonventionelle Mittel können nach bisheriger Erfahrung immer nur begleitend oder ergänzende wirken.

Kann man sich vor Krebs schützen?
Die Regenbogenpresse bietet alle Nasen lang einen neuen „Krebskiller“. ....Die Entstehung bösartiger Tumoren hängt von zu vielen unterschiedlichen Faktoren ab, und zwar von äußeren, von der Umwelt ausgehenden, wie von inneren, in den Individuen verankerten, als dass man sich probater Gegenmittel bedienen könnte. Eine Diät zum Beispiel, mit der man Krebs verhindern oder heilen kann , gibt es nicht. Gewiss kennt man Pflanzenstoffe, die in diesem Sinne positiv auf den Organismus einwirken. Und eine gesunde Ernährung ist immer von Vorteil: Ballaststoffe und Vitamine, möglichst nah am Idealgewicht, geregelte Verdauung, ausreichende Bewegung und so weiter.

Obwohl es auch den „Gesundheitsapostel“ trifft und manchen Lebemann verschont?
Das ist die Ironie des Schicksals.....Krebs wird mit Recht zu den Zivilisationskrankheiten gezählt, und mit seiner Bekämpfung ist die Medizin allein überfordert.
Ende der Zitate.

Nun zählt das Akustikusneurinom nicht als Krebs, aber es ist eine Geschwulst, die ganz sicher auch durch eine Fehlsteuerung im Organismus entsteht und ganz offensichtlich auch begünstigt durch das Fehlen geeigneter Abwehrmechanismen in diesem Moment.
Es finden sich in der letzten Zeit auch seriöse Berichte über die Versuche, Impfstoffe gegen Krebs zu entwickeln. Auch da geht man davon aus, die Immunabwehr zu stärken und gezielt auf bestimmte Krebsgene einzustellen. Eine hoffnungsvolle Entwicklung. Leider wird das AN wegen seiner Eigenschaft, keine Metastasen zu bilden, wohl nicht zuerst mit im Fokus der medizinischen Forschung stehen.

Liebe Säntis, noch einmal herzlichen Dank für Deine Gedanken und die Anregung zu diesem meinen Beitrag.

Beste Grüße
ANFux

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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BeitragVerfasst: 04.01.2012, 14:31 
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Registriert: 13.09.2011, 15:24
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Geburtsjahr: 1968
Liebe Leser,

über dieses Thema mache ich mir auch schon seit geraumer Zeit so meine Gedanken.

Die bei mir bestehenden Sehstörungen und ständig wieder kehrende Hörstürze werden mit Kortison behandelt.
Bis jetzt konnte die Hörminderung immer - zumindest zum Teil -rückgängig gemacht werden zum Glück. Aber die Intervalle werden immer kürzer. Ich habe regelrecht "Kirmes im Ohr" und auch der Tinnitus wird unerträglich laut. Ich weiss, dass eine Zunahme der Beschwerden ja nicht unbedingt mit einem Wachstum zusammen hängen muss.

Soweit ich weiss, hemmt Kortison auch die Immunabwehr. Vielleicht gibt es da doch einen Zusammenhang.

Kann mir jemand etwas darüber sagen, ob eine Vitaminzufuhr sinnvoll ist? Ich weiss nicht, ob ich Präparate nennen darf, aber es gibt ja von einer Firma ein spezielles Produkt, dass speziell auf den Nährstoffbedarf des Hörnerven abgestimmt ist.

Sehr unsicher bin ich, ob es sinnvoll oder nur Geschäftemacherei ist und ob es gar abwegig ist, zu denken, dass eine gute Nährstoffversorgung des Nerven noch eher zu einem Wachstum seiner Myelinscheide, aus dem das AN ja entsteht, führen könnte?

Andererseits möchte ich mein Restgehör auf jeden Fall erhalten, wenn die Möglichkeit durch eine entsprechend gute Nährstoffversorgung dies gewährleisten würde.

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung?

Herzliche Grüße
Mozart

_________________
44 Jahre, weiblich
Seit 08/10 bekanntes AN links, OP 03/12, links ertaubt, bds. Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen, zunehmender Hörverlust rechts


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BeitragVerfasst: 05.01.2012, 18:20 
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Registriert: 14.08.2007, 19:35
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Liebe Mozart,

ich weiß um Dein Bemühen um Arzttermine, aber glaube mir, wichtiger als alle Nahrungs- und Vitaminzufuhr und ähnliches ist für die Erhaltung der Chancen für ein Hörvermögen nach einer Therapie -egal welche - ein ungestörtes Dasein des Hörnervs. D.h. also, so lange das AN auf den Nerv drückt, helfen auch keine Pillen o.ä. Und je länger er drückt, um so geringer werden die Chancen. Das ist so, auch wenn man dafür keine Prozent- und Zeitangaben machen kann.

Beste Grüße
ANFux

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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