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Ein paar Worte zuerst, die nur an versteht: Weil ich so lange an einigen Sätzen zu Offenheit und Strahlenbehandlung brütete, kommt mein Beitrag erst heute, wo ich ihn an ein anderes Theam hängen muß. ANFux
********************************************* Liebe an,
vielen Dank für den Beitrag über Dein momentanes Befinden, 1,5 Jahre nach der AN-OP. Das meine ich ganz ehrlich, denn ich möchte nicht und ich mochte noch nie, dass hier im Forum nur schönfärberisch über den Hirntumor Akustikusneurinom geschrieben wird, unbestimmt und allgemein über seine Symptome, verniedlichend über die Risiken seiner Existenz wie auch seiner Therapien, einseitig über die Therapiemöglichkeiten und vielleicht einige Kliniken und Ärzte bevorzugend. Das alles soll nicht sein!
Deshalb sind ehrliche Schilderungen des Befindens vor und nach einer Therapie das Allerwichtigste für das Forum. Die Ratsuchenden haben die Erwartung, hier ehrlich informiert zu werden, von Betroffenen , die keinerlei Grund haben, irgendetwas zu verschweigen. Diese Erwartung wollen wir erfüllen. Das ist ein Stück Solidarität und Hilfe für die, die unsere Homepage und das Forum gefunden haben. Es gibt keine Tabuthemen. Lediglich Respektlosigkeit, Diskriminierung und Falschaussagen sind tabu.
Du hast bereits in Deinem Zustandsbericht 5 Monate nach der OP ausführlich, offen und mit großer Wirkung Dein Befinden beschrieben. Auch damals hast Du Dich fast entschuldigen wollen für Deine Ehrlichkeit (Zitat: Meine Schilderung ist zwar leider nicht so positiv, wie viele andere hier im Forum. ) Das ist nicht notwendig; im Gegenteil, das Forum ist Dir zu Dank verpflichtet.
Leider bleiben noch immer große Defizite und Beeinträchtigungen. Lediglich die anfängliche Fazialispares hat sich gebessert (oder ist sie ganz weg?). Da Du die Kopfschmerzen schon so heftig vor der AN-OP hattest und diese fortdauern, müsste hier nach anderen Ursachen gesucht werden. Willtst Du nicht mal Kontakt zu einer Schmerzklinik herstellen? vane hat damit Erfahrung, wie überhaupt mit der Schmerzbekämpfung. Das Verwackeln der Bilder würde ich nach dieser Zeit mit einer erschwerten Kompensation der Gleichgewichtsnerven in Zusammenhang bringe, weil bei Dir ja der eine Strang nicht durchtrennt worden war. Hast Du diesbezüglich noch einmal mit Prof. Sepehrnia gesprochen?
Mir bleibt nur, Dir weiterhin Mut und Zuversicht zuzusprechen, dass sich Deine postoperativen Beschwerden doch noch merklich abschwächen. Wenn das Forum Dir dabei helfen kann, wäre ich sehr froh.
Du hast noch ein anderes Thema kurz gestreift, auf das ich eingehen möchte. Was Deine abrissartigen Gedanken zur Wertigkeit der Strahlentherapie beim AN betrifft, so möchte ich nur sagen, dass wir alle da nicht zu viel hineininterpretieren sollten, schon gar nicht, dass die IGAN der Bestrahlung nicht genügend Aufmerksamkeit, Respekt und Platz widme. Wer die Textseiten der IGAN-Homepage liest, wird ohne Zweifel zu dem Schluß kommen, dass es keine andere Homepage gibt, die auch nur ansatzweise so ausführlich über die möglichen AN-Therapien informiert, einschließlich der verschiedenen Bestrahlungstechniken. Und ich behaupte von mir, dass ich alle Aufmerksamkeit auch darauf gerichtet habe, dort unparteiisch zu informieren. Hier werden Informationen gegeben, die eine Essenz aus vielen, vielen Publikationen darstellen, auf die ich seit den neunziger Jahren gestoßen bin und genutzt habe.Die Entscheidung für eine Therapie liegt immer beim Betroffenen. Nur der kann alle für ihn wesentlichen Faktoren abwägen, schon allein deshalb, weil oft er sie allein kennt.
Ich wollte nach Deinen Bemerkungen anfangs eine diesbezügliche Analyse der IGAN-Forumsbeiträge machen, habe es dann aber unterlassen, weil jede Analyse eine seitenlange Begründung und Erklärung erfordert, die sie manchmal noch unsicherer macht, als sie ohnehin ist. Deshalb nur wenige Zahlen: Die VAN, die deutsche SHG für AN, hat auf ihrer Jahrestagung 2010 bekanntgegeben, dass von rd. 800 Mitgliedern, die einen Fragebogen beantwortet haben, 69 % operiert wurden, 24 % noch warten und 7 % bestrahlt wurden. Was hat das mit der IGAN zu tun? Im Forum haben sich 340 Ratsuchende registriert. Davon haben 203 bereits Beiträge geschrieben. Wenn hier die gleichen Prozentsätze angewendet werden würden, müssten unter den 203 Forumsschreibern 14 ihr AN bestrahlt lassen haben. Das habe ich nicht überprüft, das ist mir zu aufwändig. Wobei das alles sehr gewagte Vergleiche sind! Hier müssten schon die von mir erwähnten Erläuterungen einsetzen – lassen wir es. Eines will ich damit nur sagen: Die Bestrahlungen von ANs liegen deutlich hinter den Operationen zurück – überall. Ich sehe aber keine Benachteiligung dieser Therapievariante durch die Art der Information auf unseren Seiten. Deshalb ist es müßig, darüber bedauernd oder verwundernd den Kopf zu schütteln. Jeder Betroffene hat genügend Informationsmöglichkeiten bei Ärzten, im Internet und durch Kontakt mit Betroffenen. Die momentanen Verteilungszahlen haben sich über eine längere Zeit so eingestellt. Unbestritten ist auch, dass Ärzte, Spezialisten, oft ihre Therapie bevorzugt empfehlen. Aber das findet man bei Ärzten aller Spezialisierung. Auch dazu findet man im Forum Beispiele. Die Diskussion öffentlich auszutragen, hilft aber, gar zu einseitigen Empfehlungen oder Ratschlägen nicht blind zu folgen.
Ich drücke Dir weiter die Daumen. Beste Grüße ANFux
_________________ 1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl. der IGAN.
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