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Aktuelle Zeit: 05.09.2010, 03:52




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 Betreff des Beitrags: Kopfschmerzen lange nach der OP
BeitragVerfasst: 16.03.2010, 15:41 
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Schmerz in der Schläfe (operierte Seite)

Hallo Zusammen!

Ich hab mich entschlossen, dazu selber ein Thema zu eröffnen.
Meine Akustikusneurinom-Operation liegt nun mehr als ein Jahr zurück...
Ich habe zu den Folge - Operationen keinen ausführlichen Bericht geliefert. Dazu nur: es blieb nicht bei "einer" Revision, da das Leck an einer unüblichen Stelle war und nicht soffort ersichlich war.

Leider bekam ich in der Folge noch Besuch vom staphylococcus aureus welcher mit einer Antibiotika Kur bekämpft werden musste. Nun, der fiese Kerl hat sich gekappselt. Als ich nach dem Spital nach Kreta geflogen bin und dort 14 Tage Ferien und Erholung geniessen konnte, begann die bereits gut verschlossene Operationsstelle plötzlich von innen heraus zu eitern. Rasende Kopschmerzen... Meningits. Notfallaufname in Heraklion Kreta... Rükflug mit Rega Jet. Wundrevison. Lezte Revisons OP.

Ja, ich lebe noch.. :-) Ich hatte einen Arbeitsausfall von gut 3 Monaten, und konnte danach mein Diplom (Abendschule) trotzdem normal abschliessen. Hatte ja im Spital genügend Zeit zum lernen. Ich arbeite auch seit Juni wieder 100%.

Nach der Meningitis ging es schnell aufwärts.

Erst als es kälter wurde nahmen die Kopschmerzen wieder zu. Beim Husten und bei körperlicher Anstrengung rasende Kopschmerzen am Hinterkopf. Ich schieb das mal auf die Menigits. Hat sich dank Therapie gut erholt. Die Schmerzen am Hinterkopf sind praktisch weg...

So nun zu meinem aktuellen Problem:

Ich habe oft (fast täglich) in der linken Schläfe (Operationsseite) einen mühsamen drückenden Schmerz.
Die gute Nachricht ist, dass ich sehr gut auf Paracetamol anspreche: Aber ich mag nicht zum Schmerzmittel -Junki werden.
Nur wenn ich meine Drogen zu spät nehme, entwickelt sich rasch ein migräneartiger Kopschmerz im Stirn- und Nasenwurzel- Bereich. Ich bin aktuell in Akupunktur- Behandlung.. hilft zwar, aber noch nicht optimal.

Hat jemand ähnliche Erfahrung? Eine Idee ??
Danke und Grüsse
Martin = samurai

_________________
m, 1978, AN Links 23 mm. Op im Kantonspital St. Gallen 4. März 09
keine Fazialisparese, Leichter Tinitus.
Links fast taub. Hörvermögen scheint sich langsam zu erholen


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopfschmerzen lange nach der OP
BeitragVerfasst: 21.03.2010, 12:32 
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Mein Umgang mit den Schmerzen

Hallo samurai,

die beschriebenen Symptome kommen mir sehr bekannt vor,
dein Kopfschmerzproblem scheint ähnlich wie in meinem Fall
ein "Kollateralschaden" zu sein - die Probleme traten nach
der eigentlichen Operation auf und entwickeln ihre eigene Dynamik.

Kälte und Kopfschmerz:
hier hat entsprechende Vorsorge geholfen - ohne Kopfbedeckung
waren die Beschwerden ungleich größer. Die Mütze
(bis über die Ohren !) bei niedrigen Temperaturen also ein "Muss".

Rasende Kopfschmerzen am Hinterkopf bei Husten und
körperlicher Anstrengung:

der bisher einzig wirksame Ansatz gelang dem Osteopathen.
Per manueller Therapie war zunächst den völlig
blockierten Bindegewebsstrukturen im Hinterkopfbereich
(Zitat d. Therapeuten: "Kokosnuss") beizukommen.
Danach waren spezielle Haltungs- und Dehnübungen unter
Anleitung schmerzerträglich möglich, dies wiederum führte
zu einem besseren Allgemeinbefinden und zu subjektiv "besser"
zu ertragenden Schmerzattacken.
Leider ist dem Phänomen selbst nichts entgegenzusetzen:
Husten, Räuspern, Niesen - in 8 von 10 Fällen ein sehr heftig
schmerzhaftes Erlebnis mit bis zu 30 Minuten "Nachwirkungen".

Schmerzmittel:
Leider geht es nicht ohne, diverse Selbstversuche zwischen
"Indianer" und frühzeitige prophylaktische Schmerzmitteleinnahme
ergaben keinen Königsweg. Grundsätzlich gilt für mich:
Deutet das Schmerzbild auf eine kurzfristige Verschlimmerung
hin, lieber rechtzeitig etwas einwerfen. Das Verhindern der
unangenehmen Schmerzspitzen (Attacken) ist auf Dauer
schonender, zumindest für den Rest vom Tag.
Ich habe mit Ibuprofen bessere Wirkungen erzielt als mit
Paracetamol, sie lassen sich individuell dosieren und sollen
mildere Nebenwirkungen haben (bezgl. Junkie-effekt).
Vielleicht hilft das auch bei Dir ?

Migräneartiger Kopfschmerz als Folge bei Verzicht auf
Schmerzmittel

Auch hier die ähnliche Beobachtung. Der Schmerz entwickelt
sich bei mir z.B. regelmäßig über die (gesunde !) Schädelhälfte
bis hinter das linke Auge. Der Schmerztherapeut
(und Neurologe) vermuten hier eine Fehltriggerung,
eine Nervirritation als Spätfolge im Heilungsprozess.
Dagegen machen ließe sich wohl nichts...
Akupunktur blieb in meinem Fall leider ohne jegliche Wirkung,
eine signifikante Reaktion blieb trotz wiederholter Behandlung
aus.

Idee oder Ratschläge
Termin beim Osteopathen - schaden kann es nicht.
Beobachten und dokumentieren. Wenn garnix hilft, könnte das
Protokollieren der Schmerzbilder Sinn machen.
Was tritt wann wie heftig auf ?
Uhrzeit, Aktivität, aktuelle Verfassung.
Vergleiche über Zeiträume (evt. Schlafdefizit ? Stresssymptome ?
besondere Anstrengungen ?) und gezieltes Gegensteuern (früher/
später zu Bett gehen, ausgedehnte Bewegung an der frischen
Luft, Entspannungsübungen).

Gerade jetzt melden sich bedonders heftig die Heuschnupfensymptome,
die Pollen haben ja aufgrund des langen Winters lange genug warten müssen -
das unvermeidliche Niesen, tränende Augen, gereizte
Schleimhäute und das Gefühl der Abgeschlagenheit, dies
alles wirkt aktuell verstärkend. Ergebnis: wenig Nachtschlaf,
heftige Attacke am morgen mit den (leider altbekannten)
Beschwerden. Leider hilft da die bewährte Ibu auch nicht
wirklich... :(

Wünsche Dir, dass die positiven Wirkungen per Akupunktur
nachhaltig sind, vielleicht hilft der Osteopathieansatz weiter.
In diesem Sinne eine gute Zeit.

Viele Grüße
snowdog

_________________
snowdog - Jg. 62, m, verh., 2 Kinder, AN rechts 5 x 8 mm, neuro-chirurg. suboccipital AN-OP in Offenbach April 2008, postoperativ Liquorfistel, keine Fazialisparese, einseitig taub, chronische Kopfschmerzen


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopfschmerzen lange nach der OP
BeitragVerfasst: 22.03.2010, 20:10 
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Registriert: 18.02.2009, 14:19
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Muskelverkürzung durch Schonhaltung?

Danke SnowDog für deine ausführliche Antwort!
Ich bin fleissig am Therapieren.. mal sehen wie lange es geht, bis die Versicherung den Hahn zu dreht..

Heureka! Das mit der Haltung hab ich unterschätzt! (Hat auch keiner was gedsagt..)
Hab nun die zweite Nacht hintereinander auf dem Rücken geschlafen, und mir ein medizinisches Nackenkissen unter den Nacken geschoben.
Hab mich kurz auf den Bauch gedreht.. --> Fehlhaltung Nacken. Promt der Schmerz in der Schläfe. Zurück auf den Rücken, Schmerz verschwindet.
Mit dieser Erkenntniss stur versucht den Kopf auch am Tag, Cumputerarbeit, gerade zu halten.
Ergebniss: Seit Wochen der erste Tag ohne meine Drogen!
Zwar nicht völlig Schmerzfrei, aber immerhin...

Ich vermute, das ich wirklich durch die Muskelverkürzung im OP- Bereich in eine Schonhaltung verfallen bin. Durch diese Haltung entsteht in der Schläfe die Spannung...

Ich werde nun versuchen, die durchtrennten und vernarbeten Muskeln am Hinterkopf geziehlt zu dehnen.

Kennt jemand schlaue Übungen dazu ??

Ich dank euch!!
samurai

_________________
m, 1978, AN Links 23 mm. Op im Kantonspital St. Gallen 4. März 09
keine Fazialisparese, Leichter Tinitus.
Links fast taub. Hörvermögen scheint sich langsam zu erholen


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