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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 15:05 
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Hallo,

ich möchte nun auch einmal einen Bericht verfassen über meine AN-OP und deren Verlauf. Als ich vor gut zehn Monaten von meinem AN erfuhr (ca 3cm groß) suchte ich sofort Informationen und landete hier. Doch nach dem ersten lesen habe ich mir verboten die Berichte anzuschauen. Da kaum Positives berichtet wurde bekam ich große Angst was mich nun erwarten würde.
Damit diejenigen von euch, die 'es' noch vor sich haben, eine positive Vergleichsmöglichkeit haben, hier einmal ein kurzer Bericht meiner Krankengeschichte:

Ich ließ mich hier in Hamburg im UKE untersuchen, wo man mir anriet abzuwarten und jedes Jahr ein Kontroll-MRT zu machen. Ein befreundeter Arzt machte mir klar, das das eine sehr komische Verfahrensweise bei der Größe sei und ich mich an einen Facharzt wenden solle. Nach einigen Recherchen kam ich immer wieder auf Dr. Sephernia in Bielefeld.

Ich schrieb ihn an einem Sonntag-Abend an und bereits nach zwei Stunden erhielt ich eine Antwort. Ich vereinbarte einen Termin und fuhr von Hamburg nach Bielefeld, um mir von diesem Arzt mit den 'Wunderhänden' wie ihn viele beschrieben, eine Meinung einzuholen.
Bei dem Gespräch war außerdem noch Dr. Sudhoff anwesend. Beide nahmen sich fast eine Stunde Zeit mir meine Situation und den Ablauf einer OP zu erklären. (Bei dieser Größe, war jetzt wieder die Aussage, solle man nicht abwarten.)

Also entschied ich mich für eine OP.

Ende April wurde ich dann in Bielefeld operiert. Hier nun ein kurzer Ablauf der OP und der Zeit danach bis heute (ca. zwei Monate nach der OP)

Alles in allem dauerte die OP gut neun Stunden, danach kam ich auf die Intensiv-Station zur Überwachung. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, nur das meine Mutter mir mitteilte das ich noch lächeln könne (meine Größte Angst war eine Facialis Parese) und das ich mich häufig übergeben musste.

Am nächsten Abend konnte ich auf die normale Station verlegt werden. Dort trat dann doch eine Facialis Parese auf und ich fühlte mich nicht unbedingt fantastisch. Aber meinen Optimismus hatte ich zum Glück nicht verloren. Ich versuchte gut auf meinen Körper zu hören, ihn aber auch zu fordern. Erster befreinder Schritt war 3 Tage nach der OP wieder aufzustehen und mithilfe meiner Mutter zu duschen. Am vierten Tag konnte ich bereits einen kleinen Minispaziergang machen.
Und mit jedem Tag wurde es besser.
Neun Tage nach der OP wurde ich entlassen. Auf eine Reha wollte ich verzichten, da ich lediglich einen Logopäden für meine Facialis Parese brauchte und im Kreise von meiner Familie und meinen Freunden am glücklichsten bin und bei mir auch mein Wohlbefinden davon abhängt. Und auch Dr. Spehernia der Meinung war das eine Reha in meinem Zustand nicht zu empfehlen wäre, da es mir schon 'sehr gut' geht und ich dort falsch aufgehoben wäre.

Anderthalb Wochen blieb ich dann noch bei meiner Familie und übte fleißig mein Gesicht zu bewegen, was sich auch mit jedem Tag besserte und jede neue Runzel die zurückkam wurde freudig begrüßt. Außerdem ging ich spazieren, jeden Tag ein Stück. Und jeden Tag ein Stück mehr.

Dann fuhren meine Eltern mich zurück nach Hamburg, wo ich endlich wieder bei meinem Mann und meinen Freunden war. Das Wochenende ließ ich mich verwöhnen, und merkte, das allein das in dern 4. Stock zu kommen doch noch sehr anstrengend war.

Drei Wochen nach der OP fing ich wieder an zu arbeiten, erst zwei Stunden am Tag. Es war unglaublich anstrengend, doch wie bei einem Training wurde es jeden Tag besser und ich fühlte mich gut.
In dieser Zeit hatte ich noch Kopfschmerzen und musste meist eine Schmerztablette pro Tag nehmen.

Und wie geht es mir heute? Fast zwei Monate nach der OP?

Ich fühle mich wieder in meinem Leben angekommen. Ich arbeite den ganzen Tag und habe, als ich vor zwei Wochen wieder anffing Fahrrad zu fahren, ein tolles Mittel gegen die Kopfschmerzen entdeckt. Fahrrad fahren, frische Luft und Bewegung. Außerdem viel Wasser trinken.
Meine Facialis Parese ist bis auf wenige Millimeter verschwunden, und an dem Rest arbeite ich fleißig mit meiner Logopädin. Kopfschmerzen hab ich meist nur bei drückendem, schwülen Wetter, und dann gehts rauf aufs Rad. Ansonsten ruhe ich mich auch oft noch aus und schlafe viel, denn Schlaf ist ja bekanntlich ein gutes Mittel um gesund zu werden.
Einzige Einschränkung: Mein Gehör auf der linken Seite, funktioniert nicht mehr. Dafür blieb mir mein Tinnitus, wegen dem ich auf das AN aufmerksam wurde, erhalten. Doch mein rechtes Ohr kompensiert das völlig und ich fühle mich nur selten Eingeschränkt. Und wenn gibt es ein kleines Schulterzucken und weiter gehts, denn ich Lebe und das ist das Schönste überhaupt.

Alles in allem bin ich glücklich mit dem Verlauf und selber aber auch stolz auf mich und gleichzeitig verwundert. Ich habe es geschafft positiv zu bleiben. Diese Erfahrung hat mich stärker gemacht. Ich habe einige Menschen kennengelernt, bei denen die OP ebenfalls gut verlaufen ist und die heute genauso Leben wie vorher, vielleicht einfach ein bischen bewusster.
Nur leider vergisst man meist wenn man in seinem Alltag steckt sich dann hier zu melden und anderen Mut zu machen.

Wichtig ist sich einen guten Arzt zu suchen. Dr. Sephernia hat mir unendlich viel Mut gegeben, weil ich spürte: Er weiß was er tut und er ist mit viel Engagement und Leidenschaft dabei. Er hat Stunden an meinem Kopf operiert und mir mein Leben wiedergegeben. Zudem hat er mir mit seiner ehrlichen, warmen Art das Gefühl gegeben wunderbar aufgehoben zu sein.
Nicht vergessen möchte ich aber auch das Team um ihn, die sich wunderbar um ihre Patienten kümmern. Der Weg nach Bielefeld hat sich gelohnt.
Ich hoffe das ich einigen Mut machen konnte.


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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 16:13 
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Registriert: 05.02.2013, 13:05
Beiträge: 44
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Hallo Daisy
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Weg zurück ins Leben und Gratulation zu
Deiner positiven Einstellung den genau diese macht es einfacher Tag für Tag.
Ich bin auf dem gleichen Weg wie Du nur auf halber Strecke - wurde am 6.6.2013
von Prof. A. Sepehrnia operiert in Luzern/Schweiz und der Verlauf war in etwa wie
bei Dir, starke Uebelkeit, aber nie Kopfschmerzen und am 6 Tag nach Hause.
Leider kam die Facialsiparese erst 2 Wochen nach der OP und die bereitet mir jetzt etwas Mühe besonders das trockene Auge aber hoffe ich bekomme die auch in den Griff.
Alles in Allem bin ich über den Verlauf der OP sehr sehr glücklich da auch mein Gehör erhalten
blieb.
Es ist wichtig dass man sich gut informiert und sich den besten Operateur aussucht und ich war mir vom ersten Augenblick an sicher dass dies Prof. Sepehrnia ist für mich. Seine liebe, ruhige menschliche Art macht ihn einzigartig und als Neurochirurg fachlich weltweit einer der Besten. Meine Familie und ich sind ihm unendlich Dankbar.
Auch ich möchte Allen Mut machen wo die OP noch vor sich haben - es geht weiter - 3 Wochen nach meiner OP kann ich sagen es geht tagtäglich aufwärts und es geht mir gut.
Herzliche Grüsse an Alle

_________________
45 J. alt, männlich, AN 25 mm, links, diagnost. 18.12.2012,Hörsturz, Jan./April 2012, OP 06.06.2013 durch Prof. Dr. A. Sepehrnia, Klinik St. Anna in Luzern/Schweiz,Gehör erhalten,leichter Tinnitus,leichter Schwindel,leichte Facialisparese,trocknes Auge


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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 16:29 
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Registriert: 21.06.2013, 14:47
Beiträge: 2
Wohnort: Hamburg
Land: D
Geschlecht: w
Geburtsjahr: 84
Hallo Alinah,

das mit dem Auge wird wieder, drei Wochen nach der OP war es bei mir auch noch trocken. Aber durch fleißiges Training beim Logopäden und selber zuhause ist es jetzt 'eigentlich' wieder normal. Manchmal fliegt mir noch etwas beim radfahren ins Auge, da mein rechtes Auge minimal langsamer blinzelt als das andere. Aber auch das wird weniger.

Ganz liebe Grüße


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BeitragVerfasst: 27.07.2015, 11:20 
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Registriert: 27.07.2015, 08:34
Beiträge: 10
Wohnort: München
Land: D
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Geburtsjahr: 1988
Hallo,

ich finde es so toll, dass es auch positive Berichte hier zu lesen gibt, wie von euch, danke! Das macht mir Mut für meine OP am 19.08.
Wie genau kann ich mir das mit der Einschränkung nach der OP des Gesichtes vorstellen? Eine Art Lehmung? Der Oberarzt der mich operieren würde, meinte er würde ein Stück des Tumors drinnen lassen falls er zu sehr den Gesichtsnerv beschädigen würde. Haltet ihr das für richtig?
Und hatte jemand von euch mit TCM als Heilung der ganzen Nebenwirkungen Erfahrung?
LG BL88

_________________
Jg. 88 w.,Diagn. 07/2015, AKN li. 3,5cm, OP 15.10.15 in Tübingen bei Prof. Tatagiba. Hörnerv erhalten, Gehör noch nicht einschätzbar, leichter Tinnitus einseitig, Gesichtsnerv nicht beschädigt


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