Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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Forum Akustikusneurinom

Aktuelle Zeit: 23.11.2017, 09:11




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BeitragVerfasst: 02.03.2008, 18:46 
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Therapie in München - Operation oder CyberKnife ?

Ich bin neu hier im Forum und finde es super, dass es diese Möglichkeit des Erfahrensaustausches hier gibt.

Ich bin 31 Jahre und wohne in München. Ende Januar diesen Jahres lautet die Diagnose beim HNO Akustikusneurinom rechts, 2.4 x 1,4 x 1,1 cm groß, teils intra- und teils extrameatal gelegen.

Bemerkbar machte es sich durch Hörminderung rechts, Gleichgewichtsstörungen vor allem beim Fahrrad fahren und jetzt auch mit ständigem Tinitus.

Ich hatte bereits ein Vorstellungsgespräch beim Neurochirurgen im Klinikum Großhadern und im Cyberknife Centrum. Aufgrund der Größe des AN kommt bei mir zur Zeit beides in Frage Bestrahlung oder OP. Jetzt heißt es für mich eine gute Entscheidung zu treffen, die mir allerdings sehr schwer fällt, weil ich einerseits diesen Tumor entfernt haben möchte, andererseits die OP und die Folgen fürchte. Deshalb bin ich jetzt auf der Suche nach Infos.

Hat jemand bereits Erfahrung mit der Cyberknife Bestrahlung in München??? Wie stehen die Chancen nach einer Bestrahlung evtl. noch zu operieren??? Ich habe gehört, dass die Bedingungen sich nach einer Bestrahlung für eine OP verschlechtern und dass eine Bestrahlung primär bei älteren Menschen empfohlen wird als bei Patienten bis zum mittleren Alter (40)

Ist der Arzt im Klinikum Großhadern zu empfehlen? Wer hat hier schon Erfahrungen mit einer AN Operation gemacht???

Welche Spezialisten gibt es außerdem in Deutschland z.B. auch in Sachen/Sachsen-Anhalt??(hier wohnt meine Familie)

Ich habe bereits von der Klinik in Hannover gehört, die auch sehr gut sein soll…

Wenn ihr bereits Erfahrungen gesammelt habt, dann bitte helft mir

Vielen Dank

mucal


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BeitragVerfasst: 04.03.2008, 13:42 
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Tips zur Therapiewahl

Liebe mucal,

ich habe zwei Tage gezögert, weil ich nicht (wie so oft) der Erste sein wollte. Aber nun möchte ich Dich nicht weiter warten lassen.
Zunächst einmal solltest Du Ruhe bewahren. Ich habe schon einmal geschrieben: Gefahr erkannt, ist halb gebannt. Du hast schon mit der Entscheidungsfindung begonnen. Das ist sehr gut, besser als zweifeln und sich vor Angst verstecken und untätig sein. Es gibt viele, die Dir helfen können.
Nun konkret zu den von Dir aufgeworfenen Fragen.

Zur Entscheidungshilfe "OP oder Bestrahlung" verweise ich auf die Rubrik "Entscheidung Operation oder nicht?" im Forum und dort speziell auf das Thema "CyberKnife, GammaKnife oder OP?". Wenn Du dazu weitere Fragen hast, solltest Du sie stellen.

Du wirst dort auch sehen, daß das Forumsmitglied Sabine vor der gleichen Situation steht wie Du. Du kannst sie auch persönlich per "Vertrauliche Nachricht" kontaktieren. Dazu solltes Du die Beiträge in der Rubrik "Ankündigungen und wichtige Informationen " lesen.

Das Forumsmitglied su706 wurde Anfang Januar in Großhadern operiert. Sie könntest Du auch kontaktieren.
Wenn sich hier im Forum niemand melden sollte, der Erfahrungen mit Operationen und Bestrahlungen in Großhadern und München hat, so kannst Du versuchen, Dir solche Kontaktadressen von der VAN zu besorgen. Viele Mitglieder haben dort beim Eintritt in diese Selbsthilfegruppe hinterlegt, daß ihre Adressen für Erfahrungsaustausche weitergegeben werden dürfen. Die Kontaktpersonen (Vorstandsmitglieder) helfen Dir dabei. www.akustikus.de anklicken! In München ist auch eine Regionalgruppe der VAN heimisch und sehr aktiv. Die Kontaktperson ist Traudi Hörburger.

Die Adressen, die Du auf der IGAN-Homepage findest (Ärzte und Kliniken unter der Rubrik Beirat) gehören zu den allerbesten in Deutschland. Du kannst dort jedem genannten Arzt vollstes Vertrauen schenken. In Hannover arbeitet u.a. Prof. Samii, der wohl der renommierteste AN-Chirurg ist. Es gibt in Deutschland weitere sehr gute AN-Zentren. Ich nenne hier noch Mainz, Würzburg, Dortmund und Berlin. Weitere Details dazu, wenn Du willst, später.

Weil Du speziell nach Sachsen/Sachsen-Anhalt fragst: Ich wurde in Magdeburg operiert. Prof. Freigang ist eigentlich schon im Ruhestand, aber er operiert noch in Magdeburg und Erfurt. Auch in Leipzig werden ANs operiert. Prof. Meixensberger kommt aus der "Würzburger Schule" (gemeinsames Diagnostizieren, Vorbereiten und Operieren von Neuro- und HNO- Chirurgen), hat ein gutes Team und gute Partner im HNO-Bereich.

Nun lasse ich Dich erst einmal das verarbeiten. Vielleicht meldet sich noch eine anderes Forumsmitglied mit seinen Erfahrungen. Du kannst mich jederzeit weiter befragen.
Bleibe zuversichtlich. Du bist auf dem Weg, das ist schon viel.
Beste Grüße von
ANFux.

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


Zuletzt geändert von ANFux am 29.11.2008, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.03.2008, 21:36 
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Hallo AnFux

danke für Deine schnelle Rückmeldung

Ich werde gleich mal versuchen Kontakt zu den empfohlen Forumsmitgliedern aufzunehmen.
Hab mich jetzt auch gleich bei der VAN angemeldet in der Hoffnung dort auch noch weiteren Kontakt zu finden.

Unter der Rubrik Beirat hab ich auch die Uniklinik Halle gefunden mit Ihrer „Hallenser-Ampel“ – eine Verfahren zur Überwachung lebenswichtiger Nervenfunktionen wie Hörnerv u. Gesichtsnerv, während der Operation, was ich als sehr wichtig empfinde

In Berlin habe ich gesehen, gibt es die Poliklinik für Neurochirurgie der Charite mit 2 Campi, für Hirntumore wäre Prof. Dr. med. Ch. Woiciechowsky zuständig ??

Die Bestrahlung würde meine Krankenkasse sogar übernehmen.
Eine OP in der INI Klinik in Hannover jedoch nicht, da Privatklinik

Versuche mit den ganzen Infos, die richtige Entscheidung für mich zu treffen – Bestrahlung im Cyberknife Zentrum oder OP???

Allen AN Betroffen viel Mut

noch einen schönen Abend

Anka


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BeitragVerfasst: 05.03.2008, 19:50 
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Gute Erfahrungen mit OP in München-Großhadern

Hallo Anka,

nachdem ich meinen Kontroll-Termin in München nun hinter mir habe und etwas beruhigter bin, hier also meine Erfahrungen:

Ich habe sehr lange überlegt, ob ich mein AN (2,5 cm intra- und extrameatal mit Kompression des Hirnstammes) mit Bestrahlung per Linearbeschleuniger oder per OP behandeln lassen soll - ich brauche dir ja bezüglich all der Ängste zur OP wahrscheinlich nichts zu erzählen.
Ich hatte ja vorher noch nie eine Op und dann gleich das....
Bei meiner Größe des AN wäre ja auch noch beides - Bestrahlung und OP - in Frage gekommen.

Durch einen Tipp bin ich auf Prof. Olteanu-Nerbe in Großhadern gekommen, der hat mir als Erster gesagt, dass aufgrund der Lage am Hirnstamm sowie der Größe des AN eine Bestrahlung (wegen der Möglichkeit einer Anschwellung) gefährliche Folgen haben könnte!
Also habe ich mich trotz aller Ängste für die OP entschieden, auch in der Hoffnung, dass sich meine lang andauernde Schwindelsymptomatik eher bessern könnte.

Ich hatte nun noch die finanzielle Hürde zu überwinden: meine (österreichische) Krankenkasse wollte die Auslands-Op nicht finanzieren, meine Zusatzversicherung zuerst auch nicht - bei dieser hatte ich nach längerem Hin und Her dann doch Glück. Ich glaube aber, das dürfte für dich kein Problem sein, Großhadern ist ja keine Privatklinik, oder?

Ich bin nun - im Nachhinein gesehen - sehr froh, dass ich nach Großhadern gegangen bin. Die Abläufe haben alle gut und verlässlich geklappt, es war jede(r) total freundlich, nett und hilfsbereit - das tut gut, wenn man ängstlich und unsicher ist. Die Ärzte selbst hatten zwar eher wenig Zeit und waren meist in Eile, ich glaube aber jetzt, dass ich das auch zu wenig "eingefordert" bzw. signalisiert habe.

Das wichtigste aber, wahrscheinlich auch für dich: die Operation wurde ganz toll gemacht! Der Operateur hat genau an der richtigen Stelle aufgehört - d.h.als die Überwachung der Nervenfunktionen ein Risiko für den Gesichtsnerv meldete.
Ich habe jetzt nur mehr ca. 10-20% des Tumors drin, den muss man jetzt immer wieder beobachten.

Ich habe mich nach der Operation sehr schnell erholt: die ersten 4 Tage waren aufgrund von Übelkeit und Druckschmerzen im Kopf eher unangenehm, aber zu ertragen (und ich bin sehr schmerzempfindlich!). Nach den ersten Tagen ging es mir stetig besser, ich konnte bereits nach einer Woche nach Hause entlassen werden! (Familie und FreundInnen konnten das zuerst gar nicht glauben!)
Anfangs war mir noch sehr schwindlig, auch das besserte sich zusehends.

Ich arbeite jetzt bereits wieder seit einem Monat und fühle mich wieder total fit (die OP ist jetzt fast genau 3 Monate her). Der Gesichtsnerv ist völlig unversehrt, mein ursprünglichen Taubheitsgefühl auf der rechten Gesichtshälfte ist fast weg, auch die Geschmacksstörungen nach der OP sind verschwunden. Einziges Überbleibsel: leichter Schwindel bei schnellen Drehbewegungen (wird sicher aber vielleicht noch weiter bessern) sowie die Taubheit und den leichten Tinnitus im rechten Ohr, da bin ich noch beim "dran-Gewöhnen".

Kurz gesagt: ich glaube dass ich mit Großhadern und Prof. Olteanu die richtige Entscheidung getroffen habe. Natürlich habe ich nur diesen Erfahrungswert und kann nicht sagen "was wäre gewesen, wenn...".

Ich war heute im Cyber-Knife Zentrum in München (bei Dr. Wowra) mich wegen evt. weiterer Bestrahlung erkundigen. Dr. Wowra hat anhand meiner Bilder festgestellt, dass ich großes Glück mit dem Operateur (Dr. Olteanu-Nerbe) gehabt hätte, denn der Resttumor ist so nah am Hirnstamm, dass bei nicht so fachkundiger OP sogar ernstere Gefahren als nur die Lähmung des Facialis bestanden hätten.

Auch das Cyber-Knife Zentrum und Dr. Wowra haben für mich heute einen sehr kompetenten und vertrauenerweckenden Eindruck gemacht und sollte noch eine Nachbestrahlung in der Zukunft nötig sein, werde ich sie sicher dort machen lassen!

Wie auch immer du dich entscheidest (das ist immer eine der schwierigsten Phasen): ich wünsche dir viel Glück und Mut und Zuversicht!
Und solltest du noch Fragen haben - schreib einfach, jetzt bin ich wieder fleißiger beim Antworten
:wink:

Liebe Grüße

Susanne


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BeitragVerfasst: 06.03.2008, 13:15 
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Hallo Susanne,

vielen Dank für Deinen schnellen Erfahrungsbericht mit deinem AN und der OP in Großhadern.

Ich freu mich für Dich, dass Du so viel Glück mit deiner OP hattest

Mir geht es eigentlich genauso wie Dir. Ich hatte bisher auch noch nie eine OP und bin deshalb auch so durcheinander… Man denkt immer, das einem selber so was nicht passieren kann, aber wenn man dann die Nachricht bekommt, weiß man erst mal gar nicht wie man damit umgehen soll…

Von der Möglichkeit einer Anschwellung nach Bestrahlung habe ich auch schon gehört, allerdings nicht von meinem Arzt. Das lag bei Dir wahrscheinlich an der Lage des AN direkt am Hirnstamm, oder???

Welche Beschwerden hattest Du denn vor der OP neben dem Schwindel? Hattest du da auch schon Hörminderungen???

Wie kommst Du mit der Taubheit auf dem rechten Ohr klar??? Das bereitet mir eigentlich mit die meisten Sorgen, zu wissen auf einem Ohr evtl. taub zu sein, denn momentan habe ich nur eine leichte Hörminderung (zwar mit ständigem Tintus) aber das stört mich nicht weiter, außer die Kopfschmerzen, die immer öfter auf der rechten Seite auftreten..

Wie lange waren die Wartezeiten für die OP???

Wie und ab wann machten sich Deine Taubheitsgefühle auf der rechten Gesichtshälfte bemerkbar???


Finanziell habe ich Gott sei Dank keine Probleme, da Großhadern keine Privatklinik ist. Meine Krankenkasse würde die OP-Kosten übernehmen und auch die Bestrahlung

Ich wünsche Dir weiterhin gute und schnelle Heilung

Viele Grüße

Anka


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BeitragVerfasst: 06.03.2008, 14:04 
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Operation oder Bestrahlung? Pro und Contra.

Liebe mucal,
Du hattest noch weitere Fragen gestellt. Hier ein paar Antworten.

Die Adresse in Halle gehört zu denen vom Medizinischen Beirat der IGAN. Diese Adressen hatte ich ja ausdrücklich gelobt. Was dort mit Ampel bezeichnet wird, ist eine modizifierte, ausgefeilte Variante des sog. Neuromonitorings, bei dem während der OP die Reaktion verschiedener Nerven beaobachtet wird, und der Operateur richtet sich mit seinen nächsten Handlungen danach. Das Neuromonitoring ist einer der Gründe, warum die OPs heute so erfoglreich sind. Hörerhalt und Schonung des Gesichtsnerven sind nur dadurch in hohem Maße sicher.

Das Anschwellen nach der Bestrahlung ist die natürliche Reaktion, kein Einzelfall. Das führt vermutlich auch zu dem zeitversetzten Hörverlust nach der Bestrahlung. Auch teils heftige Kopfschmerzen und Übelkeit sind keine Seltenheit. Nur dauert das i.d.R. nur einige Tage.

Die Bezahlung der Bestrahlung solltest Du ganz konkret und verbindlich mit Deiner Krankenkasse vereinbaren. Dabei spielt es durchaus eine Rolle, ob es sich um GammaKnife, CyberKnife oder fraktionierte Bestrahlung mittels LINAC (das ist wie CyberKnife auch ein Verfahren mit Linearbeschleuniger) handelt. Sowohl für GammaKnife als auch für CyberKnife kostet eine Bestrahlung in München laut Aussage von Dr. Wowra 7.500 Euro.

Nun möchte ich noch einige Bemerkungen persönlicher Art machen - nicht als Moderator, sondern als persönlich Betroffener.

Du schreibst u.a.
"...weil ich einerseits diesen Tumor entfernt haben möchte, andererseits die OP und die Folgen fürchte..... "
Und Deine Überlegungen für eine Bestrahlung sind geprägt von der Angst vor den OP-Folgen.

Warum haben alle Angst vor OP-Folgen und warum redet niemand von den Bestrahlungs-Folgen? Ich muß hier noch einmal auf den Beitrag von ANFux unter dem Thema "GammaKnife, CyberKnife oder OP?" verweisen!
OP-Folgen können auftreten, Bestrahlungs-Folgen treten in jedem Fall auf. Die wichtigste Folge der Bestrahlung ist, daß der Tumor noch da ist! Und eine weitere Folge folgt daraus, nämlich, daß heute noch niemand weiß, wie sich ein bestrahltes AN nach vielen Jahren verhält und wie es eine weitere Therapie beeinflußt/behindert. Willst Du Dir diese Ungewißheit mit 31 Jahren antun, oder setzt Du nicht lieber darauf, das AN los zu werden? Ich kannte damals, 1994, gar keine Alternative. Aber wenn, dann hätte ich mich auch nur für eine OP entschieden, als damals Fünfundfünfzigjähriger. Du bist erst 31 !!! Es ist eigentlich nur zu klären, ob bei Dir internistisch etwas gegen eine OP spricht, wenn nicht, dann los. Du wirst es nicht bereuen.

Damit verabschieden sich vorerst
ANFux,
als Moderator und als persönlich Betroffener.

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Zuletzt geändert von ANFux am 29.11.2008, 16:35, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 06.03.2008, 23:22 
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Nach der Entscheidung wird es besser - dann kommen neue Fragen.

Liebe Anka,

möchte nun auch auf ein paar Fragen antworten, aber zuerst:
egal, wie du dich entscheidest - du wirst sehen, wenn die Entscheidung mal da ist, wird es dir besser gehen. Mit ist es auch zwischen dem Diagnose-Schock und der Unsicherheit, was tun, psychisch sehr schlecht gegangen. Ich habe so viele verschiedene Fach- und Privatmeinungen gehört, dass ich immer noch unsicherer wurde. Aber irgendwie entscheiden Schicksal oder Bauch oder Zufall (wer weiß) wahrscheinlich das Richtige, also nicht die Zuversicht verlieren!

Besonders wenn man - wie wir - vorher noch nie eine OP (Narkose usw...) hatte, kann man sich ja das, was da kommen soll, bis zuletzt nicht wirklich vorstellen. Aber das ist auch ein gewisser Selbstschutz (ich kann es mir bis heute nicht richtig vorstellen, ist auch besser).
Übrigens: in einer solchen Lage soll man nie zu stolz sein, die Psyche medikamentös zu unterstützen, auch das kann über die schwierigsten Phasen hinweg helfen.

Das Thema "kurzfristige Anschwellung des AN" hat ja Anfux schon erklärt, das scheint eine normale "Protestreaktion" des Gewebes auf die Strahlen zu sein (ganz unfachlich ausgedrückt) und geht wieder zurück. Gefährlich ist das ja nur, wenn der Tumor eine gewisse Größe und ungünstige Lage hat und durch die Anschwellung Nerven oder Gewebe verletzen werden können.

Zu deinen Fragen bzgl. meine Beschwerden vor der OP:
Erste Anzeichen waren eine leichte bis mittlere Hörminderung, die ich erst beim Telefonieren bemerkt und zunächst nicht erst genommen habe (habe gedacht, das ist sicher nur ein Verstopfung im Ohr). Daher bin ich auch erst nach einigen Wochen zum HNO-Arzt gegangen. Zu diesem Zeitpunkt, nach ca. zwei Monaten, kamen das erste Mal leichte Schwindelgefühle hinzu sowie Taubheitsgefühle auf der rechten Gesichtshälfte. Dann ging's ganz schnell: Infusionstherapie stationär und eine Woche später die (für mich völlig überraschende) Diagnose AN.

Dann war noch eine längere Zeit dazwischen (schwierige Entscheidungsfindung), in der die Taubheitsgefühle deutlich zugenommen haben, bis hin zu einer ganz schlechten Geschmacksempfindung auf der rechten Zungenhälfte (Das ist jetzt weg!)

Auf die Operation in München habe ich - nach dem ersten Gespräch und der Entscheidung für die OP - ca. drei Wochen gewartet (das war für mich erfreulich schnell und wie angekündigt).

Zur einseitigen Taubheit wurde im Forum schon ein sehr guter Artikel geschrieben. Dazu noch meine Erfahrungen: manche Folgen sind nicht so schlimm wie erwartet. Ich hatte ganz große Angst, keine Musik mehr genießen zu können - das ist nicht so!! Wenn ich nicht aktiv daran denke, fällt mit der Unterschied beim Musikhören kaum auf, außer ich sitze gerade ganz ungünstig zur Musikquelle.
Im Gespräch mit anderen Menschen ist die Taubheit auch kein Problem (in meinem normalen Büro-Alltag vergesse ich sie ganz)- allerdings mit zwei Einschränkungen: laute und v.a. hallende Hintergrundgeräusche und "durcheinander-Reden" machen ein Verständnis deutlich schwieriger als früher, und wenn man dann noch in ungünstiger Richtung sitzt, ist es ganz aus.
Ich muss mich dann öfters sehr bewusst in die richtige Richtung drehen, um etwas zu verstehen. Bei FreundInnen und KollegInnen ist es ja auch kein Problem, auf die Einschränkung immer wieder hinzuweisen.
Mein derzeitig größter Stressfaktor: wenn ich mehrmals z.B. KassierInnen, KellnerInnen .... in lauter Umgebung nicht verstehe und immer wieder nachfragen muss. Da fühle ich noch ziemlichen Stress und Unsicherheit (was das Verständnis noch erschwert), ich hoffe aber, das wird im Laufe der Zeit besser. Ich bin ja auch noch ziemlich am Anfang.

So, das wär's vorerst - heute hast du ja schon viel zu lesen.

Jetzt geh ich übrigens Urlaub buchen, als kleiner positiver Wink für dich: Es gibt noch ganz viel Leben danach!!

Liebe Grüße und alles Gute

Susanne


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 Betreff des Beitrags: Noch was von mir...
BeitragVerfasst: 10.03.2008, 17:38 
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Liebe Anka, ich bin nicht viel älter als du und hatte zuvor auch noch nie eine OP. Ich kann mich so gut in dich hineinfühlen und weiss genau, wie es dir geht.

Nach der Diagnose musste ich 2 Monate auf die OP warten, ich muss sagen, diese Zeit war für mich genau richtig. Zuerst das Verarbeiten der Diagnose, dann die Stv. im Büro finden und einarbeiten und danach Verabschieden. Ich habe in der Zwischenzeit bewusst nicht zuviele Informationen im Internet gesucht, da sie mir Angst bereiteten und ich lieber "Blauäugig" antreten wollte. Mittlerweilen weiss ich aber dank dieses Forums hier auch sehr gut Bescheid.

Die OP selbst war gar nicht so schlimm. Ich denke für deine Familie wird das Warten sehr lange, aber für uns geht das bestens... Mir war nach dem Aufwachen auch schlecht und ich musste mich 2-3x übergeben (ich hasse das sonst schon im normalen Leben), aber wie hier schon mal angemerkt, das legt sich nach 2-3 Tagen wieder.

Danach bist du erstaunlich schnell wieder fit. Denk dir doch einfach, welchen Vorteil wir in unserem Alter haben. Wir haben eigentlich einen gesunden Körper und ich gebe zu, ich habe die Wartezeit mit sehr viel Sport überbrückt. Ich war der Meinung, ein fiter Körper erholt sich danach rascher wieder. Ich weiss nicht, ob das stimmt, aber wir sind dank unseres Alters im Vorteil gegenüber unseren AN - Mitfreunden, die bereits älter sind.

Ich habe etwa eine Woche vor der OP mit Bachblütentropfen versucht, meine Nervosität etwas einzudämmen. Ich bin sogar überzeugt, sie haben mir sehr geholfen.

Meine Hörminderung auf dem rechten Ohr hat vor ca. 10 Jahren mit einem Hörsturz ihren Lauf genommen. Ich hatte danach noch einen Gehörsturz vor ca. 4 Jahren. Seither habe ich am Telefon bemerkt, dass ich ständig schlechter höre. Dem jedoch nicht zuviel Beachtung geschenkt, sondern mit dem anderen Ohr telefoniert.

Jetzt lebe ich sehr gut mit meiner Taubheit. Wie Susanne auch sagt, im Lärmpegel die Kassiererinnen nochmals nach dem Betrag zu fragen, ist halt normal. Aber das darf dich nicht stressen. Dein Umfeld und du müssten halt auch lernen, den Kopf für ein besseres Verständnis zu drehen und die Sitzordnung nach deiner Position neu zu definieren. Man versteht die Freunde schon, nur etwas gedämpfter. Und ich habe mir die Musik auch nicht nehmen lassen und gehe trotzdem nach wie vor an Konzerte, Musicals, Theater...

Bleibe zuversichtlich und pass auf dich auf! Mach dir nicht allzuviele Gedanken und vertraue den Aerzten.

Und denk daran, wir hier sind bei dir!
Ganz liebe Grüsse
Marmott

ps noch was, ich war grad in den Skiferien - 7 Monate später! Und ich habe im Gegensatz zu letztem Jahr, keinen Druck auf dem Kopf, keine Lähmungserscheinungen und bin wieder fit und brauche mein Snowboard wieder täglich! Das soll dir Mut machen - du bist schnell wieder auf dem Damm! :)

_________________
w, 1971, 2007 AN r., 4.2 x 3 x 4cm, 2x OP in Bern in 2007, 1.8x1.9x1.1cm in 2009. Fazialisparese, taub r., Rezidiv 2.2x1.3x2.4cm am 25.2.10, OP am 14.9.2010 in Tübingen, Prof. Tatagiba. Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Lärmempfindlich,glücklich:-)


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 Betreff des Beitrags: Entscheidung für Operation in Halle
BeitragVerfasst: 11.03.2008, 18:09 
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Entscheidung für Operation in Halle
Hallo liebe Leute, lieber Anfux

vielen Dank für die zahlreichen, ausführlichen und aufbauenden Worte.
Es gibt mir Kraft und Energie positiv zu denken und nach vorn zu schauen

Ich habe mich jetzt auch für eine OP entschieden und habe bereits einen Termin am 31.03. in der Uniklinik Halle bei Herrn Prof. Dr. Strauss.
Viel Zeit bleibt mir nicht mehr um mich seelisch und moralisch darauf vorzubereiten. Habe mich entschlossen noch mal für 3 Tage vorher auszuspannen und Urlaub im Thüringer Wald zu machen. Dann kann es los gehen.

LG Anka


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 Betreff des Beitrags: Bravo zu Deiner Entscheidung
BeitragVerfasst: 11.03.2008, 18:37 
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Liebe mucal,

bravo für Deine schnelle Entscheidung. Das ist toll, wie Du Dich da durchgerungen hast. Du wirst das erst später richtig begreifen, wie wichtig und wie schön es ist, wenn die gesamten Zweifel, das Hin- und Herwenden von Risiken, Vor- und Nachteilen, das "Was würde wenn es käme" usw. beendet sind. Und Deine Entscheidung, ein paar Tage nach Thüringen zu fahren, ist auch goldrichtig. Ich hatte zur unmittelbaren Vorbereitung auf die OP und auf den Klinikaufenthalt einen kurzen Beitrag geschrieben (Rubrik "Entscheidung OP oder?", Thema "Vorbereitung auf die OP und ..."). Den könntest Du ja noch einmal lesen.
Der 31.3. steht nun in meinem Kalender. Ich drücke die Daumen, wie sicherlich viele andere Forumsleser auch.

Herzliche Grüße von
ANFux

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