Hallo liebe Freunde,
seit wenigen Minuten bin ich Mitglied dieses Forums und würde mir gern einmal allen Frust von der Seele schreiben den ich gerade in mir habe. Ich bin auch nicht so sicher ob dies die richtige Kategorie hierfür ist.
Ich hoffe einfach Ihr vergebt mir meine Leidenschaft. Ich werde Euch die Eure auch gerne verzeihen

Vor einigen Wochen hat die diagnostisch großartig arbeitende HNO-Klinik der Unikliniken Düsseldorf anhand eines MRT-Scans in meinem rechten Meatus acusticus internus einen 1,5x0,7x0,6cm großes AN entdeckt, nachdem ich beim Lernen in der Uni-Bibliothek einen massiven Schwindelanfall hatte.
Mein Glück dass ich gleich in die Klinik getorkelt war. Andernfalls wäre das AN weiter und unentdeckt fröhlich gewachsen...
Zur Zeit warte ich auf mein Gespräch mit Prof. Schipper und weiteren Ärzten der Uniklinik, indem das weitere Vorgehen geklärt werden soll. Meine behandelnde HNO - Hausärztin (die einen tollen Job macht!) klärte mich über die wahrscheinlichen nächsten Schritte auf. Auch habe ich mich im Internet weitläufig schlau gemacht. Auch und vor Allem in diesem Forum!
Danke auch dafür!
Nun jedoch, ich armer Tor, bin ich (fast) so schlau als wie zuvor.
Eine OP scheint die beste Lösung zu sein. Mit meinen 29 Jahren halte ich eine Bestrahlung für eine außerordentlich schlechte Idee und ist auch zunächst keine Option für mich.
Des Weiteren bin ich gerade in meinem letzten Semester, gebe in einer Woche meine Abschlussarbeit ab (die ich zur Zeit auch nur mit dem halben *Popo* schreibe) und schreibe im Februar meine letzte Klausur. An für sich hatte ich geplant mein neues Leben zu beginnen, einen Job im Anschluss zu finden, meine Sterne neu zu ordnen...
...und jetzt erfahre ich, dass ich damit rechnen muss nach der OP gut 4-6 Monate arbeitsunfähig zu sein, höchstwahrscheinlich mein Gehör rechts zu verlieren. So ein Scxxxxx...
Viele Fragen tun sich für mich auf:
- Wo soll ich mich unter das Messer begeben?
Würzburg? (was unheimlich weit weg wäre)
Münster? (die haben wenig Erfahrung mit Cochlea Implantaten)
Düsseldorf? (nur wenn Prof. Schipper mich operiert , aber kann ich mich dann darauf als Kassenpatient auch wirklich verlassen? Müsste ich draufzahlen?! Nichts gegen die tollen Oberärzte. Aber einige haben noch nie einen AN-Patienten gesehen!)
- Was soll ich davor tun?
Wenn ich mir einen neuen Job suche, schmeißen die mich doch gleich wieder raus wenn die erfahren dass ich gut ein halbes Jahr ausfalle! Suche ich mir keinen neuen Job trudel ich aus dem Studium in die Sozialhilfe, habe dann NULL finanziellen Spielraum da mir die Reserven einfach nach dem Studium fehlen werden...
- Was soll ich danach tun?
Ist eine ReHa nötig? Meine HNO-Ärztin geht von einem Verlust des Gehörs aus, die Homepage der Uni Würzburg spricht allerdings von einer hohen Gehörrettungs-Quote. (?) Bekomme ich ein Cochlea Implantant in Würzburg? Wer zahlt die ReHa? (bin bei der AOK, auch so'n Pfoblem

) Und wer stellt einen halb tauben Multimedia-Berater ohne Berufserfahrung ein?!
- Und überhaupt, liebe Freunde, wer hat sich diesen Mist ausgedacht...?
Ich habe, kurz gesagt, einfach große Zukunftsängste. Wofür habe ich denn mit 26 angefangen zu studieren? Um nicht einmal die Chance zu bekommen mich zu beweisen?! Um gleich danach vom Versorgungsamt den Stempel für meine Berufsunfähigkeit zu erhalten?! WIESO?! Ich hab so gekämpft um zu studieren. Hab so hart gearbeitet um alles zu schaffen. Und jetzt das!?
So, liebe Freunde, ich bin dann fertig mit auskotzen.
Das hat echt gut getan. Echt. Richtig gut.
Euer
Jorge