Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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Forum Akustikusneurinom

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BeitragVerfasst: 27.07.2012, 11:48 
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Hallo Tobi,

schön das Du wieder da bist. Laß Dich von dem blöden Schwindel nicht runterkriegen, der geht mit der Zeit weg. Ist ganz schön blöd wenn Dir jeder etwas anderes sagt, aber schlimmer als der Schwindel wären Komplikationen bei der Heilung am Hirn, die Beispielsweise durch Überanstrengung oder Druck passieren können, meinst Du nicht?

Also: Lieber etwas länger Ruhen damit nichts passiert, oder?

Danach würde ich versuchen immer wieder zu Laufen, denn es hörte sich für mich logisch an als mir eine junge Ärztin dies mit der Begründung empfiehl, dass das Gehirn die fehlenden oder Fehl-Informationen ausgleichen müsse und es dies nur lernt wenn man dies auch Regelmäßig trainiere. Z.B. durch Spaziergänge, so unangenehm das auch sein mag. Ich sollle dabei immer versuchen Horizont, Fixpunkte und Linien fixieren da sich das Hirn daran orientiere. Aber es brauche halt Zeit. Das war halt für mich die einleuchtenste Erklärung.

Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung und alles Gute,
Marc.

P.s.: Hast Du Dir schon eine Reha(AHB) ausgesucht? Meist sind die wo man hingeschickt wird nicht so toll. Googel hilft und dank dem Sozialgesetzbuch (§ IX) hat man das Recht auf freie Wahl. Musst halt nur ein kurzes Schreiben zum Antrag vom Sozialdienst zufügen lassen und schon bekommst Du deinen Wunsch.

_________________
M36, AKN 11x16mm links, subtemporal operiert am 12.6.2012 von Prof. Mann an der UK Mainz. Gehör/Gesicht ok. Leichter Tinnitus, gelegentlich Nervenstiche/Kopfschmerzen, Mund geht noch nicht ganz auf. Derzeit in Wunsch-Reha (Umeinweisung) in Bad Oeynhausen.


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BeitragVerfasst: 27.07.2012, 15:19 
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Hallo Tobi,

komm erst einmal wieder "auf die Beine". Jetzt schon zu fragen, was für Übungen sinnvoll sind, ist viel zu früh. Schwindel nach der OP völlig normal. Auch verschwommenes Sehen kann vorkommen.
Gleichgewichtsprobleme können auch noch ein paar Wochen andauern. Werden aber immer weniger. Im Krankenhaus wird erst einmal dafür gesorg, dass Du wieder so halbwegs auf die Beine kommst. Für die Gleichgewichtsübungen etc. ist dann später zu Hause die Krankengymnastik vorgesehen. Die wird Dir auf jeden Fall verschrieben.
Gute Besserung!
Steffi


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BeitragVerfasst: 28.07.2012, 15:29 
Hallo liebe Leute,

ich wurde Montag 11 Stunden lang über den Schläfenzugang operiert. Bei Prof. Lenarz im MHH. Ich habe extremenSchwindel, Gehör ist links futsch. Jetzt mein Anliegen. Was kann ich tun? Ich mach immer noch in die Bettpfanne, gestern bin ich auf dem zum Klo mit Kreislaufzusammenbruch auf dem Boden wach geworden, dank der Schwestern nicht gefallen. Was kann ich tun? Ich bin geduldig, möchte aber was tun. Die anderen AKN-Fälle rennen zusammen ohne Wagen durch den Flur, obwohl nach mir operiert! Ich habe halt das Problem, dass mein Gleichgewichtsnerv und Hörnerv zwei Tage vor der OP bei 100% waren und es mir gut wie lange nicht ging. Achso, im bett liegen und gegenstände ohne kopfbewegungen fixieren geht, mehr ist nicht möglich!
Viele Grüße
Tobi


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BeitragVerfasst: 28.07.2012, 17:53 
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Lieber Tobi,

ich habe mich auch gefragt, wie die anderen, die nach mir operiert wurden, über den Flur laufen konnten, als sei nichts gewesen. ICH KONNTE DAS NICHT. Ich lag Tage lang im Bett und habe nur geschlafen. Aufstehen ging nur mit Hilfe und über den Flur laufen erst recht nur mit Hilfe. Die ersten Tage hat sich die ganze Welt gedreht.
Bitte bitte sei nicht so ungeduldigt. Deine OP ist erst fünf Tage her. Und mein Gehör war nach der OP auch futsch. Vorher habe ich zu 100% noch auf dem Ohr hören können. Auf einmal war das Gehör auf der Seite komplett weg. Und weisst Du was? Man kann sehr gut mit einem Gehör leben.
Noch etwas lieber Tobi. Das gehört hier jetzt nicht hin. Aber meine Schwester hat vor ein paar Wochen erfahren, dass sich schwer unheilbar krank ist. Dann können wir doch froh sein, dass es nur ein gutartiges AKN ist. Oder????
Liebe Grüsse Steffi


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BeitragVerfasst: 28.07.2012, 23:01 
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Hallo Tobi,

kann dich gut verstehen. Es ist nach der OP einfach ein richtig besch.. Zustand. Ich glaube, da hilft auch der Gedanke, an andere, denen es noch schlechter geht, - bei allem Respekt - nicht wirklich weiter. Der Zustand nach der OP kann ein richtig fieser sein und da hast du auch das Recht, das zu äußern. Und auch die Trauer um das verlorengegangene Gehör ist legitim. ( übrigens dachte ich anfangs nach der OP auch, ich höre links nichts mehr, bis der Hörtest doch noch ein Restgehör zeigte...vlt auch bei dir so.)

Bei einem geht die Genesung länger, bei anderen kürzer. Eine Pysiotherapeutin in der AHB meinte zu mir: "Trust in process", also so in etwa "Vertraue auf die Anpassungs-/Regenerationsfähigkeit deines Körpers". Ich hätte fünf Tage nach der OP noch nicht mal eine mail schreiben können, auch lesen ging nicht. Tütenrascheln und selbst die eigene Stimme im Ohr waren eine Qual...ABER: Es wird besser!!! Ganz sicher!

Wenn du erstmal nur kleine Übungen verträgst, könntest du z.B. den Kopf ruhig halten und deinen Zeigefinger fixieren während du den Arm vor die ausgestreckt von einer Seite zur anderen bewegst. Auch Punkte rechts und links (abwechselnd ) an der Decke fixieren. Falls kleine Kopfbewegungen gehen: Punkt an Decke fixieren und Kopf dabei leicht rechts und links bewegen. Alles natürlich hoch-runter.

Hast du schon die Physiotherapeuten am Bett gehabt? Bei mir waren diese sehr hilfreich und haben z.B. o.g. Übungen mit mir gemacht, bis ich aus dem Bett einigermaßen rauskam.

Versuche irgendwie die Gelassenheit zu bewahren und die Zuversicht.

Gute Besserung und "trust in process"

an

_________________
Jahrgang 1965;weibl.AN ca.1x1x1cm. OP 01/2009 Tübingen/Prof. Tatagiba. Ein Vestibularisast erhalten. Starke Hörminderung links. Tinnitus. Hyperakusis. Facialisparese nur noch leicht. Anhaltender Schwindel u. Sehstörungen. Migräne(schon vor OP).


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BeitragVerfasst: 29.07.2012, 04:42 
Hall zusammen,
alle Ärzte, die Schwestern und auch die Therapeuten wollen mich so viel es geht auf dem Flur sehen, und ich mich auch, aber mein Kreislauf spielt da nicht mit. Heute saß ich zum Essen am Tisch, ein Fortschritt, wenn auch nicht alleine hingekommen. Inzischen tanzen kleinere Lichtquellen in Dunkelheit quer horizontal durch den Raum bei Augenbewegungen, habt/hattet ihr das auch? Meine Zielsetzung für morgen, alleine aufs Klo kommen. ;-)
Mein Kreislauf muss nur noch mitspielen.

Viele Grüße
Tobi -


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BeitragVerfasst: 02.08.2012, 15:25 
Hallo zusammen,

zurück aus dem MHH, daher nochmal eine Rückmeldung, nicht über irgendein Handy eingetickert. Wie gesagt, OP war vorletzten Montag, 11 Stunden bei Prof. Dr. Lenarz, transtemporal. Tumorgröße lag bei ca. 1,1 cm, ist also in 6 Monaten um 0,1 cm gewachsen, überwiegend im inneren Gehörgang.

Für einen langen Bericht reicht die Kraft nicht, daher eine Kurzzusammenfassung. Mein Gehör ist stand jetzt von 105% links vor OP auf vollständige Ertaubung verloren, gestern wurde gestestet. Zusätzlich hat sich ein extremer Tinnitus gebildet, der bei jegleichem Geräusch noch deutlich lauter wird. Er wird von Tag zu Tag lauter. Autos, Gewitter, Stimmen, alles tut weh im Kopf. Absolute Ruhe aber ebenfalls, derzeit gibt es keine Lösung. Der Rest ist gut verlaufen, Schwindel hat mich zwar noch voll im Griff, aber das ist nach 9 Tagen ja nicht untypisch, die Augen sind massiv verschlechtert, keine Ahnung wieso. Inzwischen benötige ich keine Gehhilfe mehr, taumel aber wie nach 10 Bier. Schmerzen habe ich keine, sehr wohl aber einen OP-Lagerungsschaden, meine linke Ferse ist ertaubt. Tumor wurde vollständig entfernt. Aber es entwickeln sich massive psychologische Probleme durch den Hörverlust bzw. viel eher durch den Tinnitus und diese Hyperakistik, die sich bei mir gebildet hat. Wie ich damit fertig werden soll, weiß ich bisher noch nicht, das wird die Zeit zeigen.

Der allgemeine Ablauf des Krankenhausaufenthaltes hätte ein eines Forum verdient, negativ wie positiv. Wenn ich kann, werde ich mich dazu mal genauer äußern. Gerade wurde ich direkt von der Klinikniedersachsen zur Reha angerufen, ich soll da doch Montag hin. Auf die Frage, was ich da direkt machen soll, wurde mir verschiedene sportliche Dinge angeboten, vor allem Wassertherapie. Auf die Aussage, dass ich noch mindestens zwei Wochen ABSOLUTES Sportverbot und Wasserverbot habe, waren sie überrascht. Ich habe vorerst abgelehnt und werde schauen, ob und wenn ja wo ich eine Reha durchführen lassen werden. Vor allem habe ich in Wohnortnähe gewünscht, das ist es nun wirklich nicht. Ich habe eine traumhafte Partnerin zuhause, die 24h da ist, wenn es sein muss, könnte mein Programm daher auch von hier machen.

Naja liebes Forum, was soll ich sagen. Der Tumor ist raus, schön. Stand heute war der Preis dazu !!gefühlt!! zu hoch, da ich vor der OP zwar hin und wieder teilweise auch größere Beschwerden hatte, aber ich noch nie so gelitten habe wie unter diesem Tinnitus. Das Gute, der Tinnitus kann sich in den nächsten Wochen und Monaten ja noch zurück bilden, die OP ist, wie gesagt, 10 Tage her und mein Ohr ist komplett voller verkrusteten Blut, was mir laut Ärzte aber erstmal keiner rausnehmen soll. Hat jemand eine Idee, was man für sein Gehör und gegen den Tinnitus gutes tun kann? Ich soll es ab in zwei Wochen mit Trentaltabletten versuchen, vorher nicht, wegen der OP. Vielleicht werde ich auch nochmal mit Kortison beginnen? Werde gleich mal zum Haus- und Ohrenarzt.

Wie auch immer, ich danke diesem Forum für die letzten Monate und bin immer noch der Überzeugung, dass der Schritt zur OP !an sich! der richtige Schritt war. Das Risiko war kalkuliert und ist eben eingtroffen. Ob ein anderer Arzt es hätte besser machen können, kann ich nicht sagen. Wobei ich bei Prof. Dr. Lenarz nicht die Zweifel habe/hatte. Es fließen viele, viele Tränen, aber die trocknen! Mein persönlicher Rat ist aber heute, überhastet es nicht mit der OP, wenn es die Symptome und die Lage/Größe des Tumors nicht verlangen. Würde ich hier heute mit einem anständigen Restgehör oder zumindest ohne Tinnitus sitzen, würde hier nun was anderes stehen, aber mir bleibt ja nur zu schreiben, was die Tatsache ist. Tatsache ist, mein Leben war vor der OP vergleichsweise schön, wenn auch teilweise beschwerdevoll, vor allem durch die psychische Tumorbelastung.

Das Schlimmste an der Sache ist wenn ich sehe, wie meine Partnerin leidet, auch wenn sie es nicht zeigt. Ohne Sie, ich weiß nicht wie das möglich wäre? Sie gibt mir die nötige Hoffnung.

Ich denke in die meisten der letzten Sätze können sich nur die reinversetzen, die ebenfalls tinnitusgeplagt sind und zusätzlich auf der Seite ertaubt sind. Es gibt kein Entkommen, Musik geht nicht, Ruhe ebenfalls nicht. Wie bereits gesagt, die Zeit wird zeigen, was sich ergibt. Da möchte ich noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass die anderen User mit ihren Problemen keine kleinere Probleme haben, versteht mich da bitte nicht falsch!!! Nur liegt zwischen Taub, Taub und Tinnitus und Tinnitus an sich ein enormer Unterschied, eines für sich ist schon schlimm genug! Am Ende sitzen wir im im gleichen Boot...

Schade, dass ich nicht mehr positives berichten kann! Vielleicht findet ja jemand ein paar Worte. Ich bin nach dem Schreiben der paar Wörter wieder etwas besser gelaunt, das gefällt mir. ;-)

Viele Grüße
Tobi


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BeitragVerfasst: 02.08.2012, 20:08 
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Hallo Tobi,
ich freue mich für dich, dass du die OP erstmal gut überstanden hast. Dein Gleichgewicht kommt schon einigermaßen wieder. Schwierig bleibt es immer im dunkeln. Zum Tinnitus kann ich dir leider nur raten ihn zu überhören. Du darfst dich nicht darauf einlassen. Nimm viele Geräusche mit. Auch wenn es total nervig ist. Ich glaub ich weiß heute was es heißt mit einem Tinnitus zu leben. Ich hatte vor meiner OP (Trotz des riesigen Tumor`s) ein 100%iges Gehör. Tinnitus kannte ich gar nicht. Jetzt bin ich rechts taub und lebe mit dem Tinnitus. Mal ist er laut mal leise. Es hat über ein Jahr gedauert damit richtig umzugehen. Bei Wetter wechsel habe ich starke Probleme. Ansonsten versuche ich ihn zu überhören. Am Anfang habe ich Geräusche gesucht, die sich ähnlich anhören. Ich habe ein Rauschen wie Wasser (Meer o. Wasserfall). Man kann auch sagen mein Ohr sucht ein Radiosender der kein Empfang bekommt. Ich habe auch nur alles einigermaßen geschafft, weil ich ein super tollen Partner und tolle Freunde habe. Ich wünsche dir alles gute. Laß alles ganz langsam angehen.
LG Ista

_________________
AN lt. Op.Bericht 6X4X6 cm eingebluteter Tumor im Bereich des Kleinhirnbrückenwinkels re. mit raumfordernden Effekt. OP.: 22.10.2010 Westpfalz Klinik in Kaisers`lautern, AHB Hedon-Klinik in Lingen


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BeitragVerfasst: 02.08.2012, 20:27 
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Registriert: 02.09.2009, 20:11
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Geburtsjahr: 1968
Hallo Tobi,
ich freu mich für dich, dass du die OP soweit gut überstanden hast. 11 Stunden OP ist auch viel Stress für dein Körper. Gib ihm die Zeit zum erholen. Ich war auch so lange drin und mir ging es nicht anders. Kennst ja das Zauberwort: Geduld :) . Ich weiß, denn ich kann es ja auch nicht mehr hören. Erfreu dich über jeden kleinen Fortschritt und mach dir kein Stress.
Ich wünsche dir gute Besserung und weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße BRemus

_________________
07.08.09 AN 1,2*0,4 cm links festgestellt, 17.09.09 OP durch Prof. Dr. med. Marc Bloching im Helios Berlin Buch HNO-Abt., jetzt links taub, chron. Kopfschmerzen,Gleichgewichtsprobleme,Tinnitus, Rezidiv 4*4 mm links am 21.05.15 festgestellt,


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BeitragVerfasst: 02.08.2012, 20:37 
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Lieber Tobi,

Du hörst Dich gar nicht gut an. Ich muss Dir schon Recht geben. Tinnitus und taub und Tinnitus ist ein grosser Unterschied. Ich selber bin ja auch auf dem operierten Ohr taub. Ich habe vor der OP einen starken TInnitus auf dem Ohr gehabt. Nach der OP war ich taub und der Tinnitus war immer noch da. Jetzt sind mittlerweile sechs Jahre vergangen. Der Tinnitus wurde immer leiser im Laufe der Zeit. Mittlerweile ist es nur noch ein ganz leises Rauschen, was aber meistens gar nicht mehr da ist. Also nur noch ab und an ganz leise. Vor der OP war es ein extremer Pfeiffton. Ich will Dir damit sagen, dass Der Tinnitus mit der Zeit immer leiser werden wird. Es kann auch sein, dass Dein Gehör wieder etwas oder vielleicht auch ganz zurückkommt. Es ist sicherlich noch alles rund um den OP-Bereich geschwollen. Hier sage ich Dir aber auch ganz ehrlich: Zu grosse Hoffnungen darfst Du aber bezüglich des Gehörs nicht haben. Jedoch aber grosse Hoffnungen, dass der Tinnitus leiser wird. Lass die Ohren nicht hängen. Ich weiss, wie es ist, wenn einen der Tinnitus psychisch fertig macht. Aber gerade das will er! Versuche ihn anzunehmen. Versuche, ihm keine Beachtung zu schenken. Ich weiss, dass es schwer ist, wenn man auf dem Ohr taub ist. Aber das ist die beste Medizin für Dich. Trotz alledem würde ich an Deiner Stelle auch nochmals einen HNO-Arzt aufsuchen und ihn bitten, nochmals den Tinnitus mit Infusionen oder durchblutungsfördernden Tabletten zu lindern. GINGO ist ein natürliches Mittel, was Du in der Apotheke bekommst. Das fördert auch die Durchblutung und wird auch von einigen Ärzten bei Tinnitus und Schwindel verordnet.
Alles wird gut. Mit so einer tollen Partnerin an Deiner Seite schaffst Du es, wieder glücklich auf die Beine zu kommen.
Liebe Grüsse Steffi


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BeitragVerfasst: 02.08.2012, 23:24 
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Geburtsjahr: 1962
Hallo Tobi,

wenn man bedenkt, dass Du knapp 1 1/2 Wochen nach der schweren
Operation uns einen solch umfangreichen "Lagebericht" geben kannst,
freut mich dein letzter Satz besonders:
Tobi hat geschrieben:
Ich bin nach dem Schreiben der paar Wörter wieder etwas besser gelaunt, das gefällt mir. ;-)


Die beschriebenen unmittelbaren Auswirkungen (einseitiger totaler
Hörverlust, intensiver Tinnitus, Schwindel) gilt es nun zu "verarbeiten",
sie sind eine Belastung, keine Frage, aber in der jetzigen Form
eine Momentaufnahme. Warum es wichtig ist, dies als solche zu
erkennen, wird bei den zahlreichen Rückkopplungen und "Teufelskreisen"
deutlich.
Sicherlich wirst Du die Schwankungen registriert haben, das heftiger
werden des Tinnitus bei innerer Aufregung, das Wechselspiel zwischen
"nicht-mehr-hören-können" und überlagerndem Dauerton.
Vielleicht hast Du bereits spüren können, dass Ruhe und Schonung
(Entspannung) die Symptome günstig beeinflussen.

Dass die vielen Begleitumstände (Sorgen, Gedanken, Zukunftsängste =
das große Grübeln) nicht automatisch zur Beruhigung beitragen,
kommt dann noch hinzu. Neigt man zur Ungeduld oder verspürt eine
Rastlosigkeit, wird nichts davon einfacher.

Es gilt also, den akuten Zustand als solchen zu akzeptieren.
Vergleiche vorher/nachher, Fragen zu Zeitpunkt, Umfang und Ort
der Reha sind nachvollziehbar - lassen sich aber relativieren.
Was bedeutet ein stark empfundener Schwindel am Tag nach der
Operation, was ein Kollaps nach früher Mobilisierung ?
Die ersten Tage im Zeichen umfangreicher Schonung, und nach dem
Klinikaufenthalt unterbrechungslos der Übergang in die Rehamaßnahmen.
Auch wenn das volle Programm (noch) nicht passt, die Phase nach
der OP ist einmalig, die Heilphasen selbst verlaufen unterschiedlich.

Zur Geduld gehört auch, sich für die Bestandsaufnahmen und
Vergleiche Zeit zu geben. Auch hier ist Ungeduld kontraproduktiv,
zu früh finale Schlüsse zu ziehen, hilft nicht wirklich - sämtliche
Einschränkungen verändern sich mit der Zeit, gerade die Kombination
Hörverlust und Tinnitus zählt dazu.

Ich wünsche Dir einen positiven Heilungsverlauf und immer genug
Geduld und Ruhe - vieles wird eine Zeit dauern, aber mit den
ersten verspürten Besserungen wird es aufwärts gehen.
Kopf hoch und gute Besserung ! ;)

Herzliche Grüße
snowdog (Moderator)

_________________
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.


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BeitragVerfasst: 03.08.2012, 09:06 
Hallo zusammen,

danke für eure Nachrichten. Ich weiß ja, dass ich nicht der Erste hier bin, der all dies durchmacht. Ich konnte heute Nacht relativ gut schlafen, das ist auch schon mal was wert. ;-)

"und nach dem Klinikaufenthalt unterbrechungslos der Übergang in die Rehamaßnahmen" Das ist der Punkt, bei dem ich noch nicht so recht weiß was ich tun soll. Wie gesagt, ich bin nun zuhause und habe hier einen 24h Fullservice, den mir kein Krankenhaus und keine Reha dieser Welt bieten kann. Ich nutze dies nicht aus, aber dann doch so weit, dass ich mich nicht belaste. Ich fühle mich derzeit weder körperlich, noch psychisch in der Lage, in irgendeine AHB zu gehen, von der mir im Krankenhaus bereits die ersten Mitarbeiter abgeraten haben. Telefonisch werden mir dann, wie gesagt, Therapien angeboten, die ich laut Arzt noch nicht mal ansatzweise machen darf. Das kann doch nicht Sinn un Zweck sein? Ist es nicht besser, sich erstmal noch ein paar Tage zuhause zu erholen, zumindest so sehr, dass ich meinen Kopf wieder im fast vollem Umfang belasten darf und sich dann eine angemessene AHB bzw. Reha rauszusuchen? Ich werde das Thema gleich mit dem sozialen Dienst der MHH besprechen. Fakt für mich ist, dass ich am Montag nicht dort hin fahren würde, ich bin überzeugt, dass das für mich eher Rückschritte bedeuten würde. Ich möchte die nächsten Tage nutzen und hier zu ruhen, spazieren zu gehen, abzuschalten. Dann bin ich auch bereit, mich körperlich voll und ganz (im erlaubten) Umfang zu betätigen.

Liebe Grüße
Tobi


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BeitragVerfasst: 03.08.2012, 10:31 
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Hallo Tobi,

nur kurz, da mich heute meine Migräne plagt....

das wesentliche haben meine Vorredner ja schon gesagt....lass es langsam angehen und halte dir ganz klar vor augen, dass der jetzige Zustand sich ganz sicher noch verbessern wird (ich lag zu der Zeit immernoch im Krankenhaus und habe die Kotzschüssel bereichert :wink: ). Wenn du heute schon von Spaziergängen redest ist das ein sehr , sehr gutes Zeichen!
Wegen AHB: die Entscheidung kann dir keiner abnehmen, was ich aber richtig finde, ist eine gewisse Stabilität zu erlangen, um die Angebote dort überhaupt nutzen zu können. Das heißt aber nicht, dass du vorher schon wieder topfit sein musst. Gerade am Anfang braucht es auch regelmäßige "kleine Übungen", die man mit dem Physio in der AHB machen kann. Wassergymnastik war für mich ein No-Go, schon alleine wegen der Geräuschkulisse.
Damit sind wir beim "Tinnitus" und der Hyperakusis. Das, was du beschreibst hatte ich exakt genauso. Insbesondere das "Störrauschen" auf dem tauben Ohr, wenn man mit dem anderen Ohr Geräusche wahrnimmt. Ist echt ein verrücktes Phänomen. Inzwischen kann ich das nach genauer Beobachtung als Echo in Form eines hochfrequenten Rauschens definieren, am unangenehmsten bei hellen Geräuschen. Bestes Bsp.: Bei Grillenzirpen vor kurzem, zirrpt mein nahezu taubes Ohr als Echo mit.
ABER: So extrem wie es am Angang (die ersten Wochen und Monate) war, ist es lange nicht mehr. Viel Krach mag ich bis heute nicht, aber in der Regel kann ich mich mit den restsymptomen relativ gut arrangieren. Gib der Sache Zeit!
Ich weiß nicht, ob dich die Geräusche nerven, aber wäre ein kleiner Elektro-Zimmerbrunnen zum Überhören des Tinnitus beim einschlafen eine Lösung? Oder schlägt da die Hyperakusis und das Störrauschen zu?
Schicke dir ganz viel gute Gedanken
lg
an

_________________
Jahrgang 1965;weibl.AN ca.1x1x1cm. OP 01/2009 Tübingen/Prof. Tatagiba. Ein Vestibularisast erhalten. Starke Hörminderung links. Tinnitus. Hyperakusis. Facialisparese nur noch leicht. Anhaltender Schwindel u. Sehstörungen. Migräne(schon vor OP).


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BeitragVerfasst: 03.08.2012, 11:26 
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Registriert: 03.07.2009, 23:15
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Geburtsjahr: 1962
Hallo Tobi,

möchte mich in allen Punkten an anschließen - genau diese Erfahrungen kann
ich bestätigen.

Zum Antritt der AHB ist es eine gute Idee, dies mit dem sozialen Dienst
abzuklären. Das Wort "Anschluss" steckt nicht ohne (formalen) Grund
in der Maßnahme. Ich teile viele deiner berechtigten Argumente und
kann bestätigen, dass mir manche sicher hilfreichen Anwendungen versagt
blieben (z.B. Schwimmen erst am letzten Tag erlaubt...), glaube aber im
nachhinein, dass manch entstandener Leerlauf der Schonung zu Gute kam.

Es ist nun mal so - die ersten Wochen nach der OP sind nicht wieder
aufnehmbar, lassen sich also auch nicht nachholen. Ich denke,
Du wirst das richtig abwägen und die für Dich richtige Entscheidung treffen können.

Beste Grüße
snowdog (Moderator)

PS: falls noch nicht entdeckt, hier mal ein kleiner Lesetipp zum erlebten
Ablauf einer AHB... ;)

3-Wochen-Kur

_________________
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.


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BeitragVerfasst: 03.08.2012, 18:56 
Hey snowdog,

danke für diesen Bericht, ich musste schon etwas grinsen, genau so stelle ich mir das vor, was mich erwartet (hätte). ;-) Heute habe ich leider niemanden mehr vom sozialen Dienst im MHH erreichen können, Montag rufe ich an. Aktuell vermute ich, dass eine ambulante Reha (AHB) für mich das Richtige sein könnte, ganz ohne geht es nicht und das will ich auch nicht. Wann und wo und ob und wie, da werde ich mir die Tage Gedanken machen. Fakt ist, ich werde nicht Anfang der Woche stumpf drauf los fahren.

Heute wurden mir die Fäden und Klammern beim HNO gezogen, Fäden taten mehr weh als die Klammern, hätte ich nicht erwartet.

Viele Grüße
Tobi


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