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 Betreff des Beitrags: OP im AKH Wien
BeitragVerfasst: 05.07.2015, 15:00 
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Liebe Forumsmitglieder,
sehr geehrte Moderatoren!

Kurz meine Geschichte:
Mitte Sept. 2014 hatte ich eines Tages nach dem Aufwachen auf meinem rechten Ohr nichts gehört. Daher suchte ich umgehend einen HNO-Arzt auf und erhielt eine Behandlung gegen Durchblutungsstörungen mit monatlicher Kontrolle bis Ende Dezember – Besserung trat nur mehr bis auf ca.60% Hörleistung ein. Daraufhin schickte mich der HNO Arzt zur MRT, um nachzuprüfen, ob eventuell etwas auf den Hörnerv drückt.

Frühest möglicher MRT-Termin: Anfang Februar. Gleichzeitig hatte ich begonnen im Internet zu recherchieren - was könnte auf meinen Hörnerv drücken? Und so fand ich damals diese Webseite und hatte dadurch gaaanz, gaaanz viele Informationen bekommen. Dafür ein recht herzliches Danke!

Anfang Februar dann das MRT-Ergebnis: AN 2,7 x 2,3 cm mit ausgedehnter intrameataler Komponente, der Kleinhirnstiel wurde schon gering imprimiert.
Dazu muß ich festhalten, dass ich abgesehen vom Hörsturz im September 2014 und dann seit ca. Ende Nov.2014 Tinnitus, keinerlei weitere Symptome hatte. Außer vielleicht bei schnellen Drehbewegungen, und da auch nur ganz kurz, aber nicht wirklich besonders auffalend,ganz leichte Gleichgewichtsstörungen.

Inzwischen hatte ich sehr viele Infos gesammelt. Von Bekannten und Freunden die mich wiederum an deren Bekannten weiterempfahlen, die in diesem Bereich medizinisch tätig sind. Aufgrund der dabei gewonnenen Informationen hatte ich mich immer mehr und mehr auf Hrn. Prof.Dr. Matula / AKH Wien fixiert. Egal wo ich auch nachfragte, auch im Ausland, vom Klinik-Leiter bis zum Präsidenten eines internationalen Ärzteverbandes, ich erhielt immer wieder nur die selbe Empfehlung. Daher wollte ich dann ausschließlich NUR ihn als meinen Operateur. Es war mir auch klar, dass in meinem Fall eine OP der einzig gangbare Weg war. Bestrahlung kam aufgrund der bereits sehr fortgeschrittenen Größe meines Tumors schon lange nicht mehr in Frage.

Daher vereinbarte ich relativ kurzfristig bei Prof. Dr. Matula einen Termin (Privatordination) und bereits Mitte April wurde ich im AKH Wien operiert. Die ganze Zeit vor der OP war ich sehr positiv eingestellt, und hatte – wenn ich so nachsinne–nicht auch nur einen Moment Angst. Für mich war es stets vollkomen klar, dass alles wieder gut wird.

Nach der OP war ich für nur ca. 20 Std. in der Intensivstation. Schmerzen hatte (und habe) ich keine – lediglich beim Aufwachen nach der Narkose leichte Kopfschmerzen und Schüttelfrost als Folge der Narkosemittel. Der Tumor wurde vollständig entfernt und der Hörnerv dabei erhalten. Momentan höre ich zwar ganz wenig und kann daher auf der betroffenen Seite z.B. noch nicht telefonieren. Lediglich eine Facialisparese ist bei mir aufgetreten. Damit hatte ich jedoch bereits vor der OP gerechnet, da mein Facialisnerv schon vor der OP kaum sichtbar in Mitleidenschaft gezogen war. Dies konnte man an meinem Mundwinkel feststellen, aber nur so minimal, daß z.B. selbst mein Mann keinerlei Veränderung bemerkte – obwohl, oder eben gerade weil - er mich jeden Tag sah. Prof. Dr. Matula hat dies sofort gesehen...

Aufgrund meiner Facialisparese, bin ich derzeit 2x wöchentlich in logopädischer Behandlung – mit bereits ganz schönen Fortschritten. Die ersten 3 Wochen war zwar absolut keinerlei Besserung festzustellen, seit diesem Zeitpunkt jedoch mache ich laufend kleine Fortschritte. Die Augen kann ich bereits wieder selbständig komplett schließen, leichtes Runzeln der Stirn ist ebenfalls schon möglich. Trännenflüssigkeit bildet sich jedoch noch nicht so wie gewünscht. In der Nacht benütze ich daher immer noch einen Uhrglasverband und eine Augensalbe (OleoVital). Durch dieses Mittel habe ich nächsten Tag keinerlei Augenprobleme und benötige nur mehr sporadisch 1x am Tag Augentropfen. Nachdem ich meine Augen selbständig schließen konnte, hatte ich zu zuversichtlich drei Nächte lang keinen Uhrglasverband benutzt und dafür nächsten Tag jeweils mit einem unangenehmen Gefühl in den Augen bezahlt. Also, mir persönlich bringt der Uhrglasverband inklusive Augencreme in der Nacht bis heute ein sehr angenehmes Gefühl in den Augen am nächsten Tag. Bei meinem Mund ist nur mehr die Hälfte der anfänglichen Assymetrie festzustellen, deutlich zu sperechen stellt auch kaum mehr ein Problem mehr für mich dar (nur ganz am Anfang hatte ich mit der Aussprache von “P”meine lieben „P“robleme gehabt). Ich bin überzeugt, daß irgendwann alles wieder einmal so wie vor der OP sein wird. Man braucht nur Geduld!

Schwindelgefühl hatte ich (habe ich) keines. Schon am 2.Tag nach der OP konnte ich alleine, ohne fremde Hilfe, eine kurze Strecke im Krankenhaus gehen.

Mein Mann brachte mir ein ergonomisches Stützkissen (Kopfkissen) ins Krankenhaus, welches mir das Schlafen mit einer Kopfwunde sehr erleichterte.

Auch das Personal im AKH Wien war stets sehr nett und jederzeit sehr Hilfsbereit.

Nach 9 Tagen konnte ich das Krankenhaus bereits verlassen. Die ersten zwei Wochen hatte ich seeehr viel geschlafen und jeden Tag ein bisschen Bewegung gemacht. Mit jedem Tag ging es mir dann wieder besser und besser. Ab und zu hatte ich ein ganz starkes Pulsieren im Kopf verspürt, was jedoch, wie mein Hausarzt sagte, ganz normal sei und zeigt daß meine Nerven wieder zusammenwachsen.

Sooo…. Dies war kurz meine Geschichte… da ich die ersten, und für mich wichtigsten Informationen von dieser Seite bezogen hatte, wollte ich meine Geschichte auch mit euch teilen…

Und Prof. Dr. Matula ist wirklich so, wie man sich einen idealen Arzt vorstellt: sehr kompetent, er nimmt sich Zeit für seine Patienten, ist dabei stets äußerst freundlich und beantwortet geduldig alle Fragen. Er erklärt dabei auch sehr verständlich. Wie man sich eben seinen idealen Arzt wünscht! Und auch bei meiner Nachbetreuung ist er sehr hilfsbereit, genauso wie seine Ordinationshilfe. Ich fühlte mich jedenfalls bei ihm in den besten Händen. Ich kann Hrn. Prof.Dr. Matula nur wärmstens weiterempfehlen!

Jenen Leuten, die vor einer ähnlichen OP stehen, kann ich nur raten, stets nur postiv zu denken und nicht an eventuelle Risiken zu denken - wird sowieso nichts bringen außer unnötigen „Kopfschmerzen“...

Liebe Grüße aus Wien
Imola


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 Betreff des Beitrags: Re: OP im AKH Wien
BeitragVerfasst: 05.07.2015, 17:23 
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Registriert: 13.11.2013, 13:40
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Liebe Imola,
deinen Bericht verstehe ich als Ansporn und Mut-Mach-Geschichte für alle, die sich mit dem Gedanken an eine bevorstehende OP quälen. Ich kann ebenfalls nur positiv über den Ablauf ab OP berichten, "an jedem Tag ging es ein Stück besser und aufwärts"

Wenn die OP die schlüssige Entscheidung ist, dann kann es schon ab der Entscheidung nur noch aufwärts gehen.

Ich habe hier im Forum schon einigen Mut gemacht (per VN), die sich mit Angst und Befürchtungen vor der OP gequält haben. Und mit wenigen Ausnahmen - sehr schade !! - ist es wirklich am besten, man nimmt dieses Schicksal mit Zuversicht an und vertraut auf die Kunst des ausgesuchten Operateurs und darauf, dass der Körper enorme Selbstheilungskräfte hat.

Am 7.7. ist meine OP genau ein halbes Jahr her und ich könnte auch aufzeigen, welche Dinge nicht mehr so gut sind wie vor der OP.... aber wer weiß, ohne OP ginge ich einer ungewissen Zukunft entgegen, denn das AKN hat ein wachsendes Eigenleben. Ich sehe nur das Positive. Ich bin um 3 Gramm leichter im Kopf und einen Zentner von der Seele. Ich habe mich wunderbar eingerichtet in meinem neuen Leben ohne AKN und auch wenn das Leben manchmal taumelt - hat es das nicht auch vorher schon manchmal getan? Jetzt steht mir wieder alles offen, ohne ständig an den Tumor denken zu müssen.

Ich wünsche allen einen schönen Sommer.
Liebe Grüße nach Wien - ich freue mich sehr für dich und deinen positiven Ablauf.
Armorika

_________________
AKN Diagn. 12/2011, Gr. 21x19x15mm re., OP 7.1.15 Prof. Tatagiba. AKN vollst. entfernt., re. taub., Reha 4 Wo., Hyperakusis, Tinnitus re., Facialisparese weg, Schwindel weg, nach 10 Wochen fit, 1.MRT 16.4.15 o.B., 2.MRT 2.11.15 o.B., 3.MRT 4.5.17 o.B.


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