Hallo liebe Forengemeinde! Anbei mein Erfahrungsbericht von meiner Akustikusneurinom -Operation am 16.07.2010.
Nach dem ich das Glück hatte hier im Forum mich ausgiebigst informieren zu können, alle meine Fragen anbringen konnte und das gesammelte Wissen aufgesaugt habe, will ich euch natürlich gerne mit einem kleinen Erfarungsbericht versorgen.
Zunächst mal gilt ein Riesendank ANFux! Unglaublich was diese Seite hier alles bietet. Egal welches Thema, man findet Informationen

(Eben grade nochmal die Infos zur Reha gelesen

)
Zur Vorgeschichte:Bei mir ging alles relativ schnell von Diagnose bis zur OP. Diagnose AN war im Juni 2010, nach einem Hörsturz (der eigtl. schon im Mai 2010 war). Danach ging es dann gleich Anfang Juli zu einem Gespräch mit Prof. Sepehrnia in Münster. Dort hatte ich sofort Vertrauen geschöpft. Meiner Einschätzung nach wurde einfach über alles gesprochen und meine Fragen wurden super beantwortet. Auch ist er von selbst auf Sachen zu sprechen gekommen die mir noch nicht im Kopf umher schwirrten. Das ganze Umfeld har auch gepasst. Alle sind hier sehr zuvorkommend, bemüht und kompetent sind. Dazu konnte ich noch terminlich eingeschoben werden und habe einen Termin direkt ca. zwei Wochen später bekommen. Zuvor war ich auch noch in Tübingen zu einem Vorgespräch gewesen. Auch hier hatte ich einen sehr professionellen Eindruck gewonnen, mich dann aber auf Grund des früheren Termines und des sofortigen Vertrauens hier in Münster für das Clemenshospital entschieden.
Am 14.07.2010 bin ich dann hier in Münster "eingezogen". Die ersten beiden Tagen standen Blutabnahme, die Aufklärungsgespräche zu der OP und zum Schluckecho, Audiogramm und AEP an. (wenn ich alles richtig im Kopf habe). Ich fande es auch hier sehr schön, dass man alles was man wissen wollte ausführlich erklärt bekommen hat. Bspw. welche Gründe hinter dem Schluckecho liegen, usw.
Ich bin hier im 3-Bett Zimmer untergebracht. Wie ja bereits beschrieben wurde ist das Clemenshospital in Münster als eher spartanisch als als hochmodern möbiliertes Krankenhaus zu betrachten, aber es ist alles top in Schuss und es ist ja auch kein Urlaub hier

Viel gebracht hat mir auch der Erfahrungsaustausch mit einem anderen AN Patienten auf dem Zimmer bzw. mit denen, welche man auf dem Gang getroffen hatte. Das nimmt einen irgendwie dann schon die Angst ein wenig.
Zur OP:Zum Ergebnis der OP kann ich bis jetzt nur sagen: Beide Daumen hoch

Direkt nach der OP kam anscheinend der Prof. noch rein um kurz über das Ergebnis zu berichten und sich das "Ergebnis" anzusehen. Allerdings kann ich mich da nicht mehr wirklich dran erinnern. Ich erinnere mich nur noch an "Na das sieht doch gut aus" und dann war ich schon wieder weggetreten. Die Dauer der OP muss so ca. 2-3h maximal betragen haben.
Die Nacht auf der Intensivstation war ziemlich rastlos. Ziemlich warm und irgendwie war ich dann doch alle 15min wach. Übelkeit hielt sich aber gut in Grenzen würde ich sagen. Viel im Magen hat man eh nicht und das kommt dann ähnlich unkompliziert rein wie raus.
Die Tage danach waren von stetiger Besserung begleitet. Es ist einfach toll zu sehen wie es wieder aufwärts geht und man die Fortschritte sieht. Um den Fortschritt weiter voranzutreiben kommt ziemlich bald nach der OP bereits eine Therapeutin um sich die Facialispares / Gleichgewicht anzuschauen und zu sehen welche Übungen Sinn machen. Die Einhaltung der Übungen werden mit eiserner Hand überwacht

Allerdings legt die Therapeutin auch viel Wert drauf, dass man es nicht übertreibt und man sich auch Pausen gönnt.
Als "Nebenwirkungen" habe ich im Moment noch mit einer Facialisparese zu kämpfen. Es sieht einfach noch ein wenig verzogen aus. Kopfschmerzen, oder ähnliches habe ich glücklicherweise bis jetzt keine.
Leider ist mein linkes Ohr auch aktuell noch sehr stark eingeschränkt. Mal schauen ob sich da noch was tut. Im Moment beschränkt es sich auf darauf einige Frequenzbereiche weiterzugeben. Vielleicht tut sich da ja noch was.
Puh, ich weiß gar nicht was ich noch so schreiben soll. Bin aktuell super glücklich mit der Situation und hoffe einfach, dass es so weiter geht.
Über den sozialen Dienst hier wurde direkt auch schon meine Anschlussheilbehandlung organisiert, die ich im August antreten werden. Auch hier merkt man einfach, dass die nicht nur ein paar Operationen auf dem Gebiet machen sondern wirklich Erfahrungen haben.
Über die weiteren Fortschritte werde ich euch auch gerne auf dem laufenden halten. Man liest ja wirklich viel über die Operation. Da mir aber gerade die positiven (Langzeitberichte) viel Mut gemacht haben, werde ich euch damit bei Gelegenheit "erfreuen". Aber natürlich auch mit evtl. negativen Erfahrungen von denen ich jetzt aber mal einfach nicht ausgehe.
Bei Fragen könnt ihr mich gerne jederzeit auch per VN anschreiben. Ich werde mich bemühen euch so schnell und ausführlich wie möglich zu antworten.
Liebe Grüße
Jonas