Interdisziplinäre AN-OP in Erlangen
Hallo,
nachdem ich seit Anfang August in diesem Forum stöbere (am 4. August wurde bei mir durch cMRT ein 3 cm großes AKN 'entdeckt'), schreibe ich nun auch mal meine Erfahrungen: Vielleicht kann mir ja jemand Mut machen.
Also, gemerkt habe ich meinen 'ungefragten Besucher' dadurch, dass meine linke Zunge taub wurde. Anfänglich dachte ich, das läge an einer Kehlkopfentzündung, die ich letztes Jahr mal hatte. Als dann allerdings meine linke Gesichtshälfte taub wurde, wurde ich etwas unruhig. Es folgte sehr schnell der Neurologe und die MRT-'Röhre'. Ich habe zwei Monate lang versucht, den Besucher auf alternativen Weg (Heilpraktiker, Osteopathie,etc. loszuwerden). Vergeblich. Aber länger warten hätte ich ruhigen Gewissens auch nicht mehr gekonnt.
Ich hatte bis zur OP noch ausgezeichnet gehört und kaum Schwindel. Da ich noch prima hören konnte, habe ich mich nach langem hin und her für die Uni Erlangen entschieden. Dort ist Prof Dr Iro, HNO-Chirurg, der mir empfohlen wurde. Da der Tumor aber schon recht groß war, wurde mir gesagt, dass die OP gemeinsam von Prof. Buchfelder (Neurochirurg) und Prof Iro durchgeführt würde. Ich fand diesen Gedanken gar nicht so unsympathisch, dass zwei Chirurgen (der eine Spezialist Richtung Gehirn, der andere Spezialist Richtung Ohr) an mir 'rumwerkeln'. Die Operation verlief wohl zunächst ganz gut (22.10.). Am 23. wurde ich aber immer schläfriger anstatt wacher und es kam zu Einblutungen. Nicht dramatisch denke ich, aber das Likor mußte dann über eine Kanüle ablaufen (die Kanüle wurde inzwischen wieder entfernt, aber das Loch heilt nicht so richtig). Dann fing meine Odysee an: 8 Tage Intensiv Station. Linkes Gehör ta
ub. Das Ohr fühlt sich immer noch wie ein totaler Fremdkörper an. Doppelbilder und extremer Schwindel. Meine Zunge und mein linkes Gesicht sind taub wie vorher- oder schimmer? Außerdem habe ich eine Verkrampfung im Kiefermuskel (evtl. durch das Beatmungsgerät?) oder durch den Stress. D.h. ich konnte den Mund kaum öffnen. Gesichtslähmungnen habe ich nicht.
Ich bin direkt vom Krankenhaus nach
Bayreuth zu einer AHB (Anschlußheilbehandlung). Das mit dem Schwindel wird schon wieder- das ist von Tag zu Tag besser. Die Augen lassen sie noch etwas Zeit, obwohl auch die schon etwas besser sehen. Ich gebe auch die Hoffnung mit meinem Gehör nicht auf, auch wenn die Ärzte sagen, dass die Chancen gering sind. Ich meine aber, am Tage nach der 1.OP (als ich aus der Narkose aufwachte links hören zu können).
Was mich total nervt sind diese Doppelbilder. Na ja, und dass der Schädel noch irgendwie etwas fremd wirkt. Ebenso wie mein linkes Gesicht.
Ich hoffe sehr, dass sich das bald legt. ich werde mich wieder melden und von meiner AHB in Bayreuth berichten.
Ansonsten, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Verantwortlichen für diese Seite. Sie war mein erster Anlaufpunkt, nachem ich die Nachricht erhfahren hatte- und sie hat mir Mut gemacht. Auch wenn es nicht angenehm ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, aber Information und Wissen ist bei jeder Art von Krankheit wichtig, finde ich.
Beste Grüße
Heike