Hallo liebe Forenmitglieder!
Zunächst möchte ich Euch ein Riesenkompliment aussprechen. Dank der vielen Beiträge und Ratschläge fühle ich mich als AN-Neuling hier sehr gut aufgehoben und informiert.
Es fing bei mir Anfang Januar an. Vorher hatte ich ab und an mal Ohrenschmerzen oder Kopfweh, seit einiger Zeit auch leichten Tinitus und schlechtes Hören re., hab aber eigentlich nie so genau drauf geachtet.
Als ich im August vergangenen Jahres eine neue Stelle antrat, wurde ich von der Betriebsärtzin untersucht. Die stellte bei mir eine erhebliche Hörminderung re. fest. Ich ging also zum HNO. Der bestätigte dies, meinte ich hätte vor einiger Zeit mal einen Hörsturz gehabt. Da das aber länger her sei, könne man das nicht mehr behandeln und riet mir zu einem Hörgerät.
Ich ließ mich dann von verschiedenen Akustikern beraten und bekam auch einige Geräte zum Testen.
Das war so gut wie entschieden als sich bei mir akute Beschweren zeigten.
Ich ging Donnerstags früh zu meinem damaligen Hausarzt, der auch Internist ist.
Nachdem ich meine Symptome geschildert hatte, (starke Kopfschmerzen, Schwindel, Unsicherheit beim Laufen, taube Gesichtshälfte, taube Zunge bitterer Geschmack, sehr lauter Tinitus) wurde Blutdruck gemessen. Der war nicht ungewöhnlich hoch (142/98) aber schon höher als sonst (110/60). Nach etwas über 1 Std. Wartezeit dann zum Arzt. Der meinte, die Symptome könnten auf einen Schlaganfall hindeuten, aber das denkt er bei mir nicht. Ich solle was zum Blutdrucksenken nehmen und wir machen mal eine Langzeitblutdruckmessung (Termin in 14 Tagen).
Mit Rezept und Krankmeldung stand ich nach 10 min. wieder auf der Straße. Ich war verwirrt.. Schlaganfall?? und dann einfach wieder Heim?
Ich bin mittags zu einem anderen Internisten. Meine Beschwerden waren immernoch da. Die Tabletten hab ich erstmal nicht genommen. Dort schilderte ich erneut meine Symptome und saß nach 5 min. erneut einem Arzt gegenüber. Der untersuchte mich erstmal gründlich, machte einige Reflextests und telefonierte mit einem Kollegen einer radiologischen Praxis.
Sofort zum Notfall-CT.
Mein Mann und ich sind gleich rüber in dessen Praxis gefahren. Dort wollte man mich nicht ohne stat. Aufnahme in der Klinik um die Ecke behandeln. Also zu Fuß hin. Die sagten, wenn ich von Dr. Soundso überwiesen worden wäre, bräuchte ich keine Aufnahme.. also wieder zurück in die Radiologie.. die schickten mich wieder in die Klinik.. wo ich dann doch aufgenommen wurde. Blut- und Urinabnahme, Blutdruckmessung (152/102; klar die Rennerei..) im Rollstuhl dann rüber zur Praxis zum CT (unauffällig). Lunge geröngt, als Nichtraucherin auch alles gut. Aber im Blut waren die Werte für Entzündung zu hoch. Also erstmal da bleiben, das muss abgeklärt werden.
Am nächsten Mittag dann wieder zum Radiologen.. MRT ( allein, zu Fuß, Akte unterm Arm).
Dort dann die Diagnose: Sie haben ein AN re, ca. 2 cm; damit gehen Sie nach Gießen zur OP.
Ich war geschockt.. was ist das? Wie kommt das?
Also mit CD zurück in die Klinik. Die Ärzte waren natürlich schon weg, "morgen früh bei der Visite" hieß es. Hab in dieser Nacht natürlich kaum geschlafen. Bei der Visite erklärte mir dann der Oberarzt, man könne hier nichts weiter für mich tun, ich würde am Montag entlassen. So lange soll ich noch zur Beobachtung hier bleiben. Am Montag durfte ich Heim mit dem Hinweis, ich soll am nächsten Tag spätestens um 10:00 in der Uni-Gießen sein, zur OP.
In Gießen erstmal das übliche. Blut- und Urinabnahme, Daten erfassen und warten. Nach 2 Std. auf dem Gang dann in mein neues Zimmer. Eine junge Assistenzärtin untersuchte mich flüchtig und ich bekam für den nächsten Morgen einen Termin in der HNO-Abteilung. Dort wurde mir erneut bescheinigt, dass ich schlecht höre und außerdem sei mein "Vestibularis" auch beschädigt. (inzwischen weiß ich auch was das ist

)
Am Nachmittag war dann wieder Visite. Ich dachte, jetzt wird mir endlich erklärt was los ist. Falsch gedacht. Keine 2 Minuten und die Truppe war wieder aus dem Zimmer. Ohne ein Wort zu mir. Ich war später zufällig auf dem Gang spazieren, als der Stationsarzt wieder vorbei kam.
Als ich ihn ansprach wurde mir auf dem Flur meine Diagnose geschildert "Sie haben einen Tumor, nennt sich AN, rechtsseitig, etwa 2 cm groß, muß operativ entfernt werden. Durch die Lage wird das Gehör rechts ganz verloren gehen und der Gesichtsnerv wird durchtrennt." Peng!
Als ich ihn fragte, ob man das nicht anders behandeln könne, meinte er, dazu könne er nichts sagen. In Gießen gäbe es nur die Möglichkeit der OP. Da müsste ich mich woanders erkundigen. Aber sie würden mich sowieso morgen nochmal entlassen, da sie vor Ende der nächsten Woche keinen OP-Termin für mich hätten. Inzwischen könne ich mich ja erkundigen und soll dann in der Poliklinik anrufen wegen des OP-Termins.
Habe mich dann im Internet schlau gemacht und hatte schon einen ersten Gesprächstermin im Gamma-Knife-Zentrum Frankfurt. Allerdings übernimmt meine Kasse (Schwenninger BKK) die Kosten nicht und so 100%ig bin ich auch nicht überzeugt.
Eins weiß ich mit Sicherheit, in Gießen werd ich mich keinesfalls operieren lassen.
Habe zwar am 07.03. einen erneuten Termin dort. Aber nur, um mir meine Diagnose genauer erklären zu lassen und die Befunde mitzunehmen.
Dank dieses Forums habe ich einige Adressen, an die ich mich wende sobald ich die Unterlagen aus Gießen habe.
Inzwischen bin ich wieder Zuhause und gehe auch wieder arbeiten. Das lenkt ab und ich grüble nicht so viel.
Sobald ich etwas neues weiß, hört Ihr wieder von mir. Ich werde natürlich weiter mitlesen und mit Euch mithoffen- und bangen.
LG, Rita