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Hubsi
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Verfasst: 17.11.2009, 19:59 |
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Über 70 und AN - Bestrahlung oder Operation?
Hallo zusammen,
ich bin neu im Forum und stelle mich deshalb erst einmal vor. In wenigen Tagen werde ich 73 Jahre alt, wohne in Hamburg, männlich und bin seit 10 Jahren Pensionär.
Im Mai vorigen Jahres erlitt ich einen Hinterwandinfarkt und erhielt einen Stent. Den Infarkt habe ich frühzeitig erkannt, so dass er sofort behandelt werden konnte und keine körperlichen Beeinträchtigungen nachgeblieben sind.
Zu meine körperlichen Aktivitäten: Zweimal in der Woche gehe ich in die "Muckibude", mache Übungen an Geräten und habe bisher einmal wöchentlich an einem Gymnastikkurs teilgenommen; wenn das Wetter es zuläßt, betreibe ich einmal in der Woche Nordic-Walking (6 km - 52 Min.) oder bewege mich auf einem Cross-Trainer. Daneben fahre ich regelmäßig Fahrrad. Ich bin also körperlich recht fit.
Nun zum eigentlichen Grund meines Schreibens.
Mitte diesen Jahres trat im rechten Ohr ein Geräusch auf, das der HNO-Arzt als Hörsturz diagnostizierte und mit Medikamenten zu beseitigen versuchte, ohne Erfolg. Außerdem wurde eine Hörminderung auf diesem Ohr festegestellt. Kurze Zeit später stellte ich bei mir Störungen des Gleichgewichts fest, die aber, rückblickend betrachtet, schon vorher in schwächerer Form vorhanden gewesen sind. Schwindel/Drehschwindel sind bisher nicht aufgetreten. Mein Kardiologe hat mich wegen der Gleichgewichtsstörungen wieder an den HNO-Arzt überwiesen, der ein MRT veranlaßt hat. Das MRT wurde am 15.9.09 durchgeführt und ergab ein ausschließlich intrameatal gelegenes Akustikusneurinom rechts, das einen Durchmesser von 11 x 6 mm aufweist.
Mein HNO-Arzt hat mir empfohlen, mich bei der MHH in der HNO-Klinik vorzustellen. Am 19.9.09 hatte ich dort einen Termin beim Oberarzt Prof. Dr. Stöver. Er hat mir die 3 Möglichkeiten des Vorgehens vorgestellt (Abwarten, Bestrahlung, Operation). Erst in diesem Gespräch ist mir bewußt geworden, dass es sich bei dem AN nicht um eine "Kleinigkeit" handelt.
Prof. Stöver hat gemeint, dass man bei der Größe des AN noch abwarten könne und in etwa 1 Jahr durch MRT den Wachstumsfortschritt ermitteln müsse. Andererseits hielt er auch eine Operation für möglich. Die Wartezeit würde bei Prof. Lenarz 2 - 6 Monate betragen.
Jetzt erst habe ich mich intensiver mit dem Problem auseinandergesetzt und im Internet geforscht. Dabei bin ich u.a. auf dieses Forum gestossen und habe mich daran gemacht und viele Beiträge gelesen. Mir ist durch die Internetsuche deutlich geworden, dass es nur die eine richtige Behandlungsmethode nicht gibt. Das Zuraten zu einer OP wird immer vom HNO-Arzt bzw. Neurochirurgen bevorzugt. Die Bestrahlung hingegen vom Radiologen.
Prof. Stöver weist auf die nach Bestrahlung mögliche Vernarbung des Gewebes hin, die eine später notwendig werdende Operation erschweren könnte. Ob er entsprechende Erfahrungen hat, wurde nicht deutlich.
Ich stehe nun vor der Frage, wie ich mich entscheiden sollte, da das Wachstum des AN z.Z. nicht vorhersehbar ist, kann Abwarten auch verkehrt sein. Da bei meinen bisherigen Konsultationen Radiologen noch nicht bedacht sind, sollte ich vielleicht einen solchen aufsuchen. Dabei überlege ich, dass sich durch wissenschaftlichen Fortschritt die Erfolgsquote verbessert haben könnte. Außerdem könnte mein Lebensalter und die Größe des AN evtl. für eine Bestrahlung sprechen.
Mir ist als Radiologe Prof. Gademann an der Uni Magdeburg empfohlen.
Ich hoffe, dass ich den richtigen Adressaten (dieser Beitrag war ursprünglich als VN an den Moderator des Forums gerichtet) gewählt habe und würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
Mit freundlichem Gruß
Hubsi
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ANFux
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Verfasst: 18.11.2009, 18:26 |
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Operation muß nicht sein
Lieber Hubsi,
wir spielen beide in der selben Liga, in der 70 plus. Nach Schilderung Deines Fitnesszustandes brauchtest Du vor einer Operation, auch einer am/im Kopf keine Befürchtungen zu haben. Aber, muß das sein?
Die Frage ist, welche Beschwerden das Akustikusneurinom Dir noch machen könnte, und ob die so groß, so einschneidend sind, daß Du damit auf keinen Fall leben könntest.
Im Moment, so scheint es, könntest Du mit dem jetzigen Zustand leben.
Kein Schwindel, beherrschbare Gleichgewichtsproblem, die auch wieder (zeitweise) verschwinden könnten. Eine Hörminderung, die akzeptabel ist.
Durch Warten könntest Du das Gehör völlig verlieren. Durch eine Operation auch. Durch eine Bestrahlung zeitversetzt auch. ...???
Bei akuter Verschlechterung könntest Du aus dem Warten heraus Dich operieren lassen. Warten bedeutet aber, regelmäßige MRT-Kontrollen und Selbstbeobachtung. Das belastet ängstliche und psychisch labile Patienten sehr. Bist Du einer? Ich denke nicht.
Eine Bestrahlung führt wirklich (in den allermeisten Fällen) dazu, daß eine später evtl. notwendig werdende Operation so kompliziert werden kann, daß das Gehör dann fast nicht mehr zu erhalten ist und daß das Risiko einer Fazialisparese groß ist. Wenn man sich bestrahlen läßt, muß man diese Zukunftsaussicht ins Kalkül ziehen.
Hier kommt das hohe Lebensalter erleichternd ins Spiel. Man kann tatsächlich in diesem Alter auf Zeit setzen, ganz offen mit der Lebenserwartung rechnen.
Da nach einer Bestrahlung der Tumor sich in alle Richtungen entwickeln kann, und man eine nochmalige Bestrahlung durchaus in Betracht ziehen kann, ist die Bestrahlung in "unserem" Alter keine schlechte Wahl.
Lebensbedrohlich ist Dein AN mit 11x6 mm, rein intrameatal gelegen, nicht.
Die Wartezeiten bei Prof. Lenarz - übrigens ein AN-Operateur mit jahrelangen Erfahrungen - rühren daher, daß in der MHH in der Regel nur eine AN-OP pro Woche angesetzt werden. Das hat MarkusHB in einem Beitrag berichtet.
Prof. Gademann hat ebenfalls jahrelang Erfahrungen mit der Therapie von Akustikusneurinomen, allerdings mit deren fraktionierter stereotaktischer Bestrahlung. Er wäre auch eine sehr gute Wahl.
Die Entscheidung mußt Du allein treffen.
Beste Grüße
ANFux
_________________ 1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl. der IGAN.
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Hubsi
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Verfasst: 12.01.2011, 16:36 |
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Registriert: 08.11.2009, 17:41 Beiträge: 2 Wohnort: Hamburg - D
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Hallo zusammen, ich melde mich nach längerer Abstinenz wieder einmal. In der Zwischenzeit habe ich natürlich im Forum gesurft und viel Interessantes gelesen. Ich denke aber, dass es jetzt an der Zeit ist, mich hier im Forum zu melden. Nach der Diagnose 2009 hat sich der Schwankschwindel sehr deutlich gezeigt: das AN sitzt rechts und ich kam immer links aus der Spur. Ich habe festgestellt, dass sich der Schwindel durch Konzentration beim Gehen abmildern läßt. Auch beim Fahrrad fahren gelingt es mir immer besser Spur zu halten. Mein Hörvermögen hat sich subjektiv verschlechtert, der HNO-Arzt kann das aber nicht bestätigen. Der Tinnitus hat sich nicht verändert. Nach allem hoffte ich, dass sich das AN nicht vergrößert hätte. Bei der erneuten MRT nach einem Jahr mußte ich mich allerdings eines Besseren belehren lassen: "Gegenüber Aufnahmen von 9/09 besteht eine deutliche Größenzunahme eines AN rechts, das jetzt eine maximale Länge von 16 mm aufweist. Das AN füllt den Meatus acusticus internus nahezu vollständig aus und weist nun eine kurze extrameatale Ausdehnung auf." Darauhin habe ich mich erneut in der MHH vorgestellt. Nach prüfung der Aufnahmen und der Beurteilung des Radiologen hat er eine OP vorgeschlagen, wobei er offen gelassen hat, ob die OP gleich oder später stattfinden sollte. Ich habe mich gleich im Oktober 2010 auf die Warteliste bei Prof. Lenarz setzen lassen. Dabei wurde mir erklärt, dass ich vor Jahresmitte 2011 nicht mit einem OP-Termin rechnen könnte. So lange die Symptome sich nicht weiter negativ entwickeln, kann ich damit leben. Wenn ich allerdings lese, wie schnell manche Forumsteilnehmer zu einem OP-Termin kommen, stelle ich mir gelegentlich die Frage, ob die einseitige Festlegung auf die MHH, auf die ich durch meinen HNO-Arzt gekommen bin, richtig ist. Andererseits ist mein AN trotz Austritt aus dem knöchernen Gehörgang noch so klein, dass ich abwarten kann. Wenn dann alles gut geht, sollte sich eine Reha anschließen. Ich halte es nicht für verkehrt, schon jetzt nach eine geeigneten Klink zu suchen. Das ist schwieriger als gedacht. Im Forum las ich positive Berichte über Plau am Sie und Ahrenshoop. Bei Klinikbewertungen.de kamen beide Kliniken aber schlecht weg. Hat jemand Erfahrungen mit Kliniken im Norden, beispielsweise Segeberg. Ich würde mich über Antworten freuen. Gruß Hubsi
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Noki
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Verfasst: 12.01.2011, 19:15 |
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Registriert: 23.04.2010, 11:45 Beiträge: 8 Wohnort: Schortens
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Geburtsjahr: 1943
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Hallo Hubsi, auch bei mir wurde im November 2009 nach einem Hörsturz ein AN geringerer Größe diagnostiziert. Da ich im Januar 2010 zusätzlich wieder Drehschwindelattacken bekam, war mir klar, dass das AN an Größe zunahm und kam zur Entscheidung, dass ich dies entfernen lassen muss. Da ich wie Du auch Pensionär bin, habe ich mich selbständig und gegen den Willen meines Ohrenarztes auf den Weg zu einem Neurochirurgen gemacht. Ich war wie Du auch bei Prof.Dr.Lenarz, den ich für ausgesprochen kompetent halte, hatte aber keine Lust auf ewige Wartezeiten. Meine nächsten Gespräche bezüglich einer OP machte ich von möglichen OP-Terminen abhängig. So fuhr ich dann von der Nordsee kommend bis nach Halle an der Saale wo ich im August 2010 erfolgreich von Prof.Dr.Strauß operiert wurde. Die Informationen für weitere OP-Möglichkeiten habe ich mir aus diesem Forum geholt. Wie Du habe auch ich mir vor der OP Gedanken über eine Reha Kur gemacht, allerdings stellte ich fest, dass ich die gar nicht benötigte. Im Grunde genommen kannst Du, wenn Du nicht mehr ins Berufleben einsteigen willst, die nötigen Übungen auch alleine bewältigen. Ich konnte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nach zwei Wochen wieder Autofahren, vier Wochen danach wieder Radfahren und nach sieben Wochen wieder 10 km Joggen und das alles ohne Reha. (Als Pensionär hat man ja Zeit) Mittlerweile bin ich schon zweimal im Urlaub gewesen und freue mich auf eine Kreuzfahrt im Februar. Ich wünsche Dir alles Gute und es gibt Alternativen zu Hannover Gruß Noki
_________________ 1943,m,11/2009,linksseitig AN 4x4x13mm, gewachsen auf 6,5x6,5x15,5 intrameatal Drehschwindelanfälle seit 1998,11/2009 linksseitig Hörsturz, Hörminderung linksseitig, erfolgreich operiert am 12.08.2010 bei Prof.Dr. Strauss in Halle
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