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BeitragVerfasst: 14.10.2010, 11:07 
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Geburtsjahr: 1939
18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie DGSB,
1.-4.-10.2010 in Erfurt.


Bericht (1): Übersicht, Zahlen, Fakten.

Da Zahlen hier dominieren sollen, werden alle Zahlenangaben in Ziffern gemacht.

Als ich Mitte des Jahres im Internet mal wieder die Homepages von Ärzteverbänden abklapperte, fand ich die Ankündigung der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie für ihren 18. Jahreskongreß in Erfurt. Das war verlockend, kannte ich doch die in Buchform erschienenen Ergebnisse des 10. Kongresses, der 2000 in Leipzig stattgefunden hatte. Die angekündigten Themen taten ein Übriges. Rücksprache mit Herrn Fluri. Ja. Anmeldung. Teilnahme.
Ganz so einfach war es dann doch nicht, denn als ich später das Programm im Internet fand, merkte ich, dass ich mich manchmal mehrfach teilen müsste, um alle interessanten Vorträge hören zu können, die oft parallel abliefen. Also habe ich mir nach langem Tüfteln einen Stundenplan zusammengeschmiedet, mehrfarbig, mit Wichtungen und Alternativlösungen. Das erwies sich später als sehr nützlich.

Tagungsort war das Pullman-Hotel *****. Ich zog in das IBIS-Hotel **. Das hatte Vorteile und Nachteile. Viele, insbesondere die „Großen“, wohnten im Pullmann. Damit schrumpften die Chancen auf ab und zu small talks, die bei solchen Anlässen sehr wichtig sind. Es schrumpften aber auch die Übernachtungskosten von täglich 140 Euro auf 80 Euro. Man wäre im Pullmann immer gleich „da“ gewesen - vom IBIS aus hatte man dagegen einen schönen , munter machenden straffen Fußweg von 15 Minuten.
Man sieht, alles Gute liegt nicht immer zusammen.... Aber, wie sagt man so schön: Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg.

Es war ein überaus anstrengendes Programm, wenn man die Teilnahme ernst nahm und nicht einen abwechslungsreichen Ausflug daraus machen wollte.

Das Programm begann jeweils 8 Uhr, einmal sogar 7 Uhr, und endete gegen 18:30 Uhr. Sogar am Sonntag, dem neuen Nationalfeiertag! Vorgesehen waren jeweils 3, einmal 4 halbstündige Pausen, die aber nie frei waren, weil die Redezeiten immer überzogen wurden.

2 Tage waren vollgestopft mit Vorträgen:
104 Vorträge incl. 9 Postervorträge, von 72 Autoren (die Co-Autoren nicht gerechnet, es gab pro Vortrag bis zu 5 Co-Autoren). 7 Vorträge wurden in Englisch gehalten.
Die vorgeschriebene Vortragsdauer betrug 10, 20, in wenigen Fällen 45 Minuten, einmal 60 Minuten.

Die 2 Vortragssäle lagen unmittelbar nebeneinander. Was den Wechsel erleichterte. Dazwischen und daneben hatten 15 Firmen medizinisch-chirurgische Geräte ausgestellt und boten dazu Videos an. Ich glaube, die Firmen waren auch die Spender für die leckeren Kleinigkeiten, die es in den leider zu kleinen Pausen gab.

2 Tage gehörten dem sog. hands-on-workshop an Präperaten, geführt bzw. geleitet von 19 Ärzten. Ich hatte mich als einer der Ersten gemeldet und einen Platz bekommen. Als ich von der begrenzten Teilnehmerzahl erfuhr, habe ich meine Teilnahme zurückgezogen und Platz für einen Arzt gemacht.

Die genaue Anzahl der Teilnehmer weiß ich noch nicht. Ich schätze 150 bis 200, darunter
9 Ausländer, aus A (OA Aichholzer aus Linz), CH (Prof. Raabe aus Bern), I, UK, N, F, E und den USA (2).
Der deutsche Südwesten (Großraum München), der Raum Berlin und der gesamte Norden waren unterrepräsentiert. Einige bekannte Adressen fehlten auffällig (Halle, Mainz, München).

Das sind einige der Themen, die auf dem Kongreß die Schwerpunkte bildeten und die speziell für uns AN-Betroffene interessant waren:
Qualitätssicherung in Schädelbsasiszentren (Kriterien, Zertifizierung), Komplikationen und Management, Optimales Management für Vestibularisschwannome, Bildgebung / Navigation / Robotik, Mikrochirurgische und endoskopische Interventionen an der Schädelbasis, Stellenwert der Endoskopie in der Schädelbasischirurgie, 3-D-Anatomie der Schädelbasis.

Ich habe 43 Vorträge angehört. Zu 4 habe ich mich zu Wort gemeldet. Das scheint wenig, ist aber viel, denn mindestens die Hälfte der Teilnehmer meldete sich nie zu Wort. Das ist nicht unüblich, war hier aber oft deshalb so, weil die Redner die vorgesehene Diskussionszeit für ihren Vortrag verbrauchten.
Zu Wort habe ich mich zu folgenden Themen gemeldet: Anforderungen an und Zertifizierung von Schädelbasiszentren, die Ausbildung junger Ärzte durch die Chefärzte, Rezidiv oder Narbengewebe?, Schwindel nach AN-OP. Natürlich jedes Mal bei der Vorstellung eine kleine Werbung für die IGAN.

Ich konnte mit insgesamt 16 Ärzten Gespräche führen und konkrete Dinge besprechen, aber vor allem die IGAN vorstellen. Dazu hatte ich mir Visitenkarten am PC gefertigt. Meine Gesprächspartner waren:
OA Aichholzer-Linz, Prof. Behr-Fulda, Prof. Bettag-Trier, Prof. Bootz-Bonn, Prof. Dietz-Leipzig, Prof. Esser-Erfurt, PD Hänggi-Düsseldorf, Prof. Hopf-Stuttgart, Prof. Lenarz-Hannover, Prof. Moskopp-Berlin, Prof. Rosahl-Erfurt, Prof. Roser-Tübingen, Prof. Schröder-Greifswald, Prof. Seifert-Frankfurt/M., Prof. Prof. Sepehrnia-Münster, Prof. Tatagiba.Tübingen.

In den vergangen Tagen hatte ich vereinbarten Mailwechsel mit 6 dieser Ärzte und mit Prof. Fahlbusch vom INI Hannover, den ich als Vertreter des INI zu einem besonders komplizierten Fall aus dem Forum konsultiere.

An einem Abend war ein gemeinsames Essen (Buffet) geplant, „umrahmt“ von Musik.. Der Raum – modern, aber „kalt“, d.h. ohne jedes dämmende Element – bot nicht mehr als 100 Personen Platz. Mehr waren auch nicht zugelassen. 2 Musiker hätten einen ausreichenden musikalischen Rahmen bieten können. Es waren aber 6; 5 von ihnen bedienten sich eines Verstärkers. Das hätte gereicht, um die Berliner Waldbühne zu beschallen. Wir waren aber in einem kleinen Raum. Und die 6 merkten das nicht, und niemand sagte das denen!
Von 19 bis fast 21 Uhr warteten alle auf das Buffet und brüllten sich heiser. Links saß meine Frau – dort höre ich gut, und so konnte ich sie durch den Geräuschpegel (schmeichelhafte Bezeichnung...) hindurch meist etwas wahrnehmen. Rechts, wo ich taub bin, saß ein Professor. Wir hatten uns so viel zu sagen, hatten so interessante Themen, aber...... Noch vor 23 Uhr ging ich taumelnd, gestützt auf den rechten Arm meiner Frau (wegen des linken intakten Ohrs laufen wir seit 1994 so) aus dem Saal Richtung Hotel. Ich wusste lange nicht, ob die Musiker uns verfolgten und hinter uns her laufend noch spielten, oder ob es nur ein bisschen Tinnitus war. Am Folgetag war 5 Uhr 30 die Nacht vorbei und die Musik spielte nicht mehr. Was für eine Wonne. Ich war nur noch ein bisschen heiser.

Meine Frau und ich haben uns natürlich gefragt, warum intelligente Menschen sich so etwas antun. Wahrscheinlich werden die heute jungen Musiker in einigen Jahren Patienten bei einigen der dort anwesend gewesenen HNO-Ärzte sein. Und es bleibt uns immer ein Rätsel, warum ein Veranstalter, der die Musik bezahlt, hier nicht ein Machtwort redet. Aber vielleicht hat er das getan, und die Musiker haben ihn schon gar nicht mehr gehört. Wer weiß...
Nichts ist eben vollkommen.... Das war aber auch das einzig Negative an diesem hervorragend organisierten und ablaufenden Kongreß.

Nun könnte jemand fragen „Warum tust Du Dir das an, noch dazu als Nichtmediziner?“ Darauf antworte ich im Teil 2 des Berichtes. Hier nur noch so viel: Ich bin nahezu sicher, dass ich der einzige Nichtmediziner war. Wie ich das wissen will? Keine bzw. keiner hatte ein so nackiges Namensschild wie ich. Neben den in Kleinschrift eingefügten Hinweisen auf den Kongreß stand dort ganz schlicht G. Fuchs und darunter Leipzig. Bei allen anderen standen dort noch solche Dinge wir Prof., OA, PD und Dr. Die akademischen Titel, die ich führen darf, haben aber alle nichts mit der Medizin zu tun, und deshalb hatte ich sie bei der Anmeldung nicht angegeben. Ich wurde aber nicht minderwertig behandelt, nein, ich war ein beachtetes und gleichberechtigtes Kongressmitglied – ein Vertreter der Patienten. Das ist doch was, oder!?

ANFux

PS:
Der zweite Teil des Berichtes beschäftigt sich mit dem Inhalt der Vorträge und den Erkenntnissen daraus für die IGAN.

_________________
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)


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BeitragVerfasst: 17.10.2010, 16:51 
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Registriert: 22.07.2009, 20:02
Beiträge: 27
Wohnort: Reutlingen - D
Land: D
Geschlecht: w
Geburtsjahr: 1951
Meinen Respekt, lieber ANFux, Du stehst so wirklich voll hinter "unseren" Problemen!
Vielen lieben Dank!!!
inge

_________________
inge: * 1951, w, AN-Diagnose 8 x 3,5 mm links im Sept. 2008, OP in der Neurochirurgie TÜ Nov. 2008, seither einseitig taub, Fazialisparese, inzwischen Synkinesien, Gleichgewichtsprobleme, Reha in der Schmieder-Klinik in Gailingen beim Bodensee


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