Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

......im Fokus der Interessengemeinschaft Akustikusneurinom IGAN.
Informationen, Beratung, Erfahrungsaustausch, Hilfe zur Selbsthilfe..

Akustikusneurinom - Therapie

Der Weg zu einer Therapieentscheidung

Der Hirntumor Akustikusneurinom kann heute erfolgreich therapiert werden.
Das ist möglich geworden durch enorme Fortschritte in der Medizintechnik in den letzten Jahrzehnten, aber auch durch die Herausbildung von Spezialisten auf dem Gebiet der Akustikusneurinom-Therapie.
Erfolgreiche Therapie bedeutet dabei vollständige und endgültige (mindestens langandauernde) Beseitigung des Tumors, Erhalt der Hörfunktion und Vermeidung einer dauerhaften Gesichtslähmung, also eine weitgehende Bewahrung der Lebensqualität.

Da das auf verschiedene Weise erreicht werden kann, gibt es leider immer noch unter Fachleuten und als Folge auch unter Betroffenen ein gewisses „Lagerdenken“. Der aus bestimmten Gründen persönlich gewählte Weg wird oft als Hauptweg oder gar als der allein Erfolg garantierende Weg bezeichnet. Dabei werden leider nicht immer die jeweilige Situation und Konstellation beim Patienten umfassend und unvoreingenommen bewertet und oft auch nicht bedacht, dass sich bestimmte Dinge und Therapien weiterentwickeln. Leidtragende dieser Situation sind die Akustikusneurinom-Betroffenen.

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Auf dieser Homepage soll deshalb versucht werden, ohne eine parteiliche Sicht die möglichen Therapien kurz zu beschreiben, um den Ratsuchenden einige Startinformationen als Hilfe für die Therapieentscheidung zu geben. Das Einholen weitergehender Informationen ist danach immer noch notwendig. Aber auch dafür bietet die IGAN-Plattform Möglichkeiten. Im Forum kann mit Akustikusneurinom-Betroffenen und mit dem Moderator diskutiert, kann deren Erfahrungsschatz angezapft, genutzt werden. Die Mitglieder des Medizinischen Beirates stehen für Fragen, für das Einholen einer zweiten Meinung, aber auch für Therapiedurchführung zur Verfügung, Links weisen den Weg zu weiteren Homepages zum Thema Akustikusneurinom, und schließlich kann die Administration der IGAN kontaktiert werden.

Die Chemie muß stimmen zwischen Arzt und Patient
Die Chemie muß stimmen zwischen Arzt und Patient
(Quelle: Homepage des GKC Hannover)

Ganz entscheidend ist, für die Therapie einen Arzt zu finden, der in Sachen Akustikusneurinom kompetent ist und zu dem man ein unbedingtes Vertrauen hat. Diesem Arzt muß man in allen Fragen vor, während und nach der Therapie absolut vertrauen, so dass man zu keiner Zeit durch von außen herangetragene oder selbst gemachte Zweifel seine Psyche und sein Immunsystem schwächt. Auch und insbesondere bei diesem so wichtigen Schritt – den richtigen Arzt in der richtigen Klinik zu finden – möchte und kann die IGAN helfen, indem Erfahrungen weitergegeben und Kontakte geknüpft werden können. Den letzten Schritt muß der Patient aber allein tun: Gut vorbereitet mit seiner Krankengeschichte und mit allen medizinischen Unterlagen das Gespräch mit Ärzten suchen, alles fragen, was ihn bewegt und was er wissen möchte, und sich dann für seinen Arzt des Vertrauens entscheiden. Die „Chemie muß stimmen“!


Eine sichere Diagnose vorausgesetzt – steht der Akustikusneurinom-Betroffene grundsätzlich vor der Wahl zwischen zwei Strategien: Handeln oder Warten. Diese Sichtweise ist nicht üblich, wird aber hier bewusst gewählt, weil Warten kein aktives, zielgerichtetes Handeln ist, aber genau das als das Kernstück einer Therapie anzusehen ist. Der Ratsuchende hat also zwischen zwei Strategien: „Therapie beginnen“ oder „Abwarten“ zu wählen.

Wer sich für die Strategie des Handelns, also für den sofortigen oder baldigen Beginn einer Therapie entschieden hat, hat die Wahl zwischen einer Operation oder Bestrahlung.

Operation als Therapie - Option

Die operative Entfernung des Akustikusneurinom zielt auf die (möglichst) vollständige Entfernung des Tumors aus dem Schädelinneren.
Sie wird unter Verwendung des Operationsmikroskops durchgeführt. In den letzten Jahren wird auch zunehmend das Endoskop eingesetzt, zur Unterstützung wegen einer besseren Sicht in das Operationsfeld, aber auch teilweise ausschließlich.
Unverzichtbarer Standard ist in jedem Fall eine permanente Überwachung der Funktion der Hirnnerven im Operationsfeld, um Nervschädigungen während und durch die Operation auszuschließen. Dieses sog. intraoperative Neuromonitoring ist heute ein ganz wesentlicher Teil der Akustikusneurinom-Therapie und eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation im eingangs erwähnten Sinne.

Operation mit dem Operationsmikroskop
Operation mit dem Operationsmikroskop
(Quelle: Homepage des UK Erlangen)

Da das Akustikusneurinom Hirnnerven bedrängt und beschädigt und i.d.R. im knöchernen Gehörgang zu wachsen beginnt, fällt die operative Entfernung logischerweise in die Kompetenz der Neurochirurgen und HNO-Chirurgen. Die Akustikusneurinom-Operation wird sowohl von diesen allein als auch in Gemeinschaftsarbeit durchgeführt.
Die Operation ist zwingend notwendig, wenn das Akustikusneurinom größer als 3 cm mittleren Durchmesser hat und wenn es bereits in den Bereich der Schädelgrube gewachsen ist und dort das Kleinhirn oder/und den Hirnstamm bedrängt, weil sonst lebenswichtige Funktionen gestört werden würden. Auch wenn der Tumor noch klein ist, aber schon zu deutlichen Symptomen geführt hat und dauerhafter Hörverlust oder Gesichtslähmungen verhindert werden sollen, ist die Operation die erste Wahl. Eine Größenbeschränkung des Tumors, die für oder gegen eine Operation spricht, gibt es nicht.

Bestrahlung als Therapie - Option

Die Bestrahlung des Akustikusneurinom zielt auf die genetische Veränderung des Tumorgewebes mit der Erwartung, dass der Tumor nicht mehr wächst. Ein „Wegschmelzen“ des Akustikusneurinoms kann wegen der Nähe vieler bedeutsamer Hirnnerven nicht das Therapieziel sein. Dennoch ist die Bestrahlung in bestimmten Situationen für einen bestimmten Patientenkreis eine Therapie-Alternative.

Die Bestrahlung ist sowohl mittels natürlicher Strahlen als auch mittels künstlich erzeugter Strahlen möglich. Für natürliche Strahlen werden Quellen aus Kobald 60 verwendet. Die Strahlkraft wird in Gray (Gy) bestimmt.

Künstliche Strahlen werden unmittelbar beim Prozeß des Bestrahlens durch sog. Beschleuniger erzeugt. Bei der sog. Einmal- oder Einzeit-Bestrahlung wird die gesamte erforderliche Dosis auf den Tumor gestrahlt. Zur besseren Schonung des gesunden Gewebes und besseren Verträglichkeit der Bestrahlung wurde die Methode, mit sehr kleinen Gray-Dosen (Strahlungsmengen) sehr oft zu bestrahlen – die sog. fraktionierte Strahlentherapie - entwickelt.

Fraktionierte Bestrahlung   Bestrahlung mit Cyber-Knife
Fraktionierte Bestrahlung
(Quelle: Homepage Wikipedia) 
  Bestrahlung mit Cyber-Knife
(Quelle: CKZ München)

Trotz genauestmöglicher dreidimensionaler Vorausbestimmung des Tumorvolumens und genauestmöglicher Fokusierung der Strahlen auf diesen unregelmäßig geformten Tumorkörper (man nennt das stereotaktisch geführte Strahlentherapie) erhalten entweder die Randbereiche des Tumors eine etwas geringere Dosis als der Tumorkern oder – wenn man die Dosis am Randbereich nicht absenkt – man riskiert eine schädliche Bestrahlung des angrenzenden gesunden Gewebes. Darin besteht objektiv eine physikalisch und medizinisch nicht wegzuleugnende Problematik der Bestrahlung. Aber nicht nur die um das Akustikusneurinom ringsherum befindlichen Strukturen werden evtl. unnötigerweise mit bestrahlt, sondern zwangsläufig auch das Gewebe zwischen Strahlenquelle und Zielpunkt Tumor. Je größer das Zielvolumen ist, um so größer ist auch die integrale (summarische) Dosis für das normale Hirngewebe und um so mehr steigt das Risiko von Nebenwirkungen, insbesondere einer Nekrose (Gewebetod).

Das Zielvolumen muß also begrenzt bleiben. Aus diesem Grunde sind Akustikusneurinome mit einem mittleren Durchmesser von größer als 2,5 bis max. 3,0 cm nicht für eine Bestrahlung geeignet.

Die Strategie des "Wartens unter Beobachtung"

Nach der Diagnose „Akustikusneurinom“ nicht zu handeln, also keine Therapie zu wählen und zu beginnen, nur zu warten, ohne ein Konzept, wäre töricht. Auf was will man warten? Der Fall, dass das Akustikusneurinom wirklich von allein schrumpft, die Symptome nachlassen oder gar verschwinden, gehört zu den noch unerklärlichen Geschehnissen, deren Häufigkeit oder besser Seltenheit man gar nicht in Zahlen ausdrücken kann. Wie auf anderen Seiten dieser Homepage beschrieben, wächst das Akustikusneurinom langsam, auch nicht stetig und gleichmäßig, aber es wächst. Die Tendenz, dass die Beschwerden durch das AN zunehmen und einmal kritisch werden können, ist gegeben. Außerdem verringern sich mit der Zeit die Chancen, den Tumor ohne bleibenden Schäden an Hirnnerven zu entfernen.

Mit einer den Tumor bekämpfenden Therapie zu warten, kann also nur unter bestimmten Umständen und für eine bestimmte Gruppe von Patienten sinnvoll sein. Manchmal ist das Akustikusneurinom durch einen Zufall bei einer anderen Diagnose gefunden worden. Der Akustikusneurinom-Betroffene spürt absolut noch keine Symptome. Oder einzelne Symptome treten nur sehr schwach und sporadisch auf und stellen für den Betroffenen noch keinerlei Beeinträchtigung dar. Das Risiko einer Verschlechterung der Ausgangslage durch "Untätigkeit" ist also sehr, sehr gering.

Verständlicher sind aber Gründe, die außerhalb des Tumors liegen: Beispiele: Die gesundheitliche, die familiäre oder die berufliche Situation des Betroffenen ist gerade so, dass eine AN-Operation auf keinen Fall mit eingeordnet werden kann (In letzterem Fall sollten die Beschwerden durch das AN aber noch gering sein.).

In diesen Fällen muss nicht sofort behandelt werden. Dabei ist jedoch zweierlei erforderlich: Erstens eine Risikoabschätzung durch den Arzt, was das Hinauszögern eines Therapiebeginns im konkreten Fall begründen kann. Diese Einschätzung ist mit dem Patient zu erörtern.
Zweitens eine ständige Kontrolle des Tumorverhaltens.

Diese Kontrolle muß durch Arzt und Patient gemeinsam erfolgen. Der Arzt muß ein engmaschiges Netz von MRT-Aufnahmen anlegen, und der Patient muß sehr sensibel alles registrieren, was möglicherweise auf das Vorhandensein und Wachsen des Akustikusneurinoms zurückgeführt werden kann (z.B. zunehmende Hörminderung, Schwindel, Ohrgeräusche, Missempfindungen im Gesicht, gehäufte Kopfschmerzen). Nur so ist gewährleistet, dass es kein nutzloses oder gar schädliches Warten gibt, sondern dass der Beginn der Therapie nur hinausgezögert werden soll, ohne den Zeitpunkt nicht zu verpassen.
Diese Strategie wird heute verschieden bezeichnet: Watch and wait, wait and see oder in Deutsch „Warten unter Beobachtung“.


Hier können Sie sich weiter informieren

Lesen Sie bitte hier weiter:
IGAN-Informationen über » Akustikusneurinom-Operation
IGAN-Informationen über » Akustikusneurinom-Bestrahlung


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