Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

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Akustikusneurinom - Bestrahlung mit Cyber-Knife (Radiochirurgie)

Wirkprinzip der CyberKnife - Bestrahlung

Das Cyber-Knife System ist eine revolutionäre Weiterentwicklung der Radiochirurgie unter Verwendung eines Linearbeschleunigers. Die Weiterentwicklungen betreffen zum einen das Bestrahlungsgerät und zum anderen das Bildortungssystem.

Anders als bei der fraktionierten Strahlentherapie werden hier die im Linearbeschleuniger künstlich erzeugten Photonenstrahlen in einer Einmalstrahlung dosiert. In besonderen Fällen lässt sich die normalerweise einmalig applizierte Dosis in 2 – 5 kleinere Dosen aufteilen.

Behandlungsraum des Cyber-Knife-Zentrums München:
Behandlungstisch, Roboter mit Linearbeschleuniger,
an der Raumdecke die zwei Röntgengeräte des Bildortungssystems.
(Quelle: Homepage des CKZ München)

Das Bestrahlungsgerät – ein Linearbeschleuniger - ist kompakt, aber zugleich leicht und findet an einem Roboterarm Platz, der sechs Achsen hat und damit in sechs Richtungen frei beweglich ist. Damit kann aus rd. 1200 Positionen im Raum bestrahlt werden. Die Positionierungsgenauigkeit des Roboters liegt bei 0,2 mm. Damit sind alle Körperregionen optimal mit Strahlen erreichbar, was auch eine Behandlung von sehr unregelmäßig geformten Tumoren in kritischen Lagen ermöglicht.

Planung und Steuerung der Bestrahlung

Ein völlig neues Bildortungssystem ermöglicht es, auf Kopf-Rahmen oder feste Masken, die bei GammaKnife bzw. der fraktionierten Strahlentherapie erforderlich sind, zu verzichten. Erforderlich sind lediglich eine individuelle Lagerungsstütze und eine Art Netz, um den Kopf ohne Mühe möglichst ruhig halten zu können. Das Ortungssystem besteht aus zwei Röntgenanlagen und einem Bildverarbeitungsrechner. Die Achsen der zwei Röntgenanlagen stehen senkrecht zueinander und schneiden sich im Zentrum des Bestrahlungsgebietes. Vom Zielgebiet entsteht so ein dreidimensionales, stereotaktische Abbild. Im Bildverarbeitungsrechner wird dieses Bild laufend mit der Computertomografie verglichen, die zuvor als Patientenmodell angefertigt wurde. Markante knöcherne Strukturen werden dazu verglichen. Stimmen ihre Positionen nicht überein, werden Korrekturwerte an den Roboter gemeldet. Der Roboter wird entsprechend nachgeführt, die Arme werden linear verschoben oder/und rotieren, so dass die Lageveränderung des Patienten sofort ausgeglichen und eine optimale Bestrahlungsgeometrie (Anzahl, Intensität und Richtung der Strahlen) gesichert wird. Das Münchner Zentrum gibt in einem Video an, dass in 3 mm Abstand vom Tumor die Strahlendosis bereits um 80 % reduziert werden kann. Das zeigt jedoch auch, dass eine messerscharfe Trennlinie zwischen Tumor und Umgebung nicht zu ziehen ist.

Die CyberKnife-Behandlung

Der Behandlungsablauf beinhaltet die für eine Bestrahlung üblichen Schritte: Vorstellungsgespräch, Erstellen eines virtuelles Patientenmodells durch bildgebende Verfahren (CT, MRT u.a.), Behandlungsplanung (dazu muß der Patient nicht anwesend sein), die eigentliche Bestrahlung und vereinbarte Kontrolluntersuchungen.
Der Patient liegt entspannt auf dem Behandlungstisch. Er kann mit dem Arzt kommunizieren. Alles wird per Video überwacht.
In regelmäßigen Abständen überprüft das digitale Bildführungssystem die momentane Position des Kopfes und vergleicht diese mit den Daten des Patientenmodells. Abweichungen bis zu einem Zentimeter werden automatisch vom Roboter ausgeglichen. Etwa 150 Strahlen werden dann aus verschiedenen Positionen auf das Akustikusneurinom gesandt. Die eigentliche Bestrahlung dauert jeweils nur wenige Sekunden.

Bestrahlung mit Cyber-Knife im CKZ München.
Linearbeschleuniger in verschiedenen Positionen.
(Quelle: Homepage der MU München)

Die gesamte Bestrahlung dauert je nach Indikation zwischen 45 Minuten und 90 Minuten. Danach kann der Patient i.d.R. ohne Beschwerden und Beeinträchtigungen seinem geregeltem Tagesablauf nachgehen.
Eine erste Kontrolluntersuchung ist nach 4 bis 6 Monaten zu empfehlen. Danach sollten sich jährlich Kontrollen des Tumorverhaltens anschließen.

CyberKnife-Zentren in Deutschland und in der Schweiz

Das erste in Deutschland wurde 2005 in München-Großhadern eröffnet. Einer der leitenden Ärzte, Prof. Wowra, hatte von 1994 bis 2005 im GammaKnife-Zentrum gearbeitet und dabei auch spezielle Erfahrungen mit dem Hirntumor Akustikusneurinom gemacht. Beispielgebend für die deutschen CK-Zentren hier die Homepage des ersten Zentrums in Deutschland:

» Europäisches CyberKnife Zentrum München

Von 2010 bis Ende 2013 wurden in acht deutschen Städten weitere CyberKnife-Zentren geschaffen, die neben dem Ortsnamen noch solche Attribute wie Deutsches, Norddeutsches oder Mitteldeutsches CyberKnife-Zentrum tragen:

2010: Güstrow und Bochum/Soest; 2011: Berlin (Charite und dtz), Hamburg und Köln; 2012: Frankfurt/M. und Erfurt; 2013: Göppingen. Im Plan 2015: Villingen-Schwenningen.

Die Hirslanden-Gruppe hat seit Anfang 2009 in der Schweiz eine Cyber-Knife-Anlage in Betrieb und zwar im Institut für Radiotherapie Zürich.

Zur Homepage » Radiotherapie Hirslanden Zürich

Kostenübernahme für die CyberKnife-Behandlung beim Akustikusneurinom

Mittlerweile übernehmen einige Krankenkassen in Deutschland die Kosten für eine ambulant durchgeführte CyberKnife-Therapie.

Wenn die Cyber-Knife-Behandlung mit einem kurzen stationären Aufenthalt verknüpft werden muß, stehen auch für gesetzlich Versicherte gute Aussichten für eine Kostenerstattung.

Wenn es noch keinen Vertrag zwischen einer Krankenkasse und einem bestimmten Zentrum gibt, helfen die Zentren auch bei der Beantragung der Kostenübernahme im Einzelfall.

Da die CyberKnife-Zentren weitere Verhandlungen mit Krankenkassen und Krankenversicherungen betr. Kostenerstattung für ambulant durchgeführte AN-Bestrahlung mit CyberKnife führen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich aktuell bei „seiner Kasse“ zu erkundigen.

In der Schweiz ist die Kostenübernahme wegen der ambulanten Durchführung klar geregelt: Strahlentherapie ist in der Schweiz eine anerkannte Therapie und wird als Pflichtleistung von allen Krankenkassen vergütet. Die Kosten ambulanter Bestrahlungen (etwa 90% aller Fälle) werden daher abzüglich Franchise/Selbstbehalt erstattet, auch wennn keine Zusatzversicherung vorliegt. Ja, die CyberKnife-Therapie wird ambulant durchgeführt und deshalb von der Krankenkasse bezahlt.

Die Behandlung mit dem CyberKnife steht Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen offen. Über die Zulassung zur Therapie entscheiden Spezialisten im interdisziplinären Tumorboard.


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