Akustikusneurinom - Hirntumor AN und Interessengemeinschaft IGAN

......im Fokus der Interessengemeinschaft Akustikusneurinom IGAN.
Informationen, Beratung, Erfahrungsaustausch, Hilfe zur Selbsthilfe..

Aktuelles zu AN und IGAN



IGAN Forum auf Englisch - Moderation


Liebe Leserinnen und Leser / Liebe Forumsmitglieder

Es freut uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir nun auch im englisch sprachigen Raum ein unabhängiges IGAN Forum aktiviert haben.

Per sofort wird "Subri" als Betroffene und Moderatorin die Moderationsaufgaben im englischen Forum übernehmen und die Mitglieder aktiv im Forum begleiten.

Guido Fluri Stiftung, 15. April 2016


Freie Arztwahl in Europa - Formular E112

Einen Kostenvoranschlag für das Formular E112 für eine Operation in der Schweiz - Hirlsanden Klinik St. Anna - finden Sie hier

Guido Fluri Stiftung, 9. November 2015


Zusammenhang zwischen Tumorgröße, Operationszeitpunkt  und Operationsergebnis

Prof. Sepehrnia ist zweifellos einer der namhaftesten Neurochirurgen und ein aus gesprochener Spezialist für Schädelbasischirurgie, damit für das Akustikusneurinom AN (=Vestibularisschwannom VS). In einer Studie hat er mit einem Co-Autor die Ergebnisse von 1.000 in den Jahren 1999 bis 2010 von ihm operierten ANs bewertet.

Diese Studie gewinnt dadurch an Wert, weil alle Operationen allein von ihm, in der selben Einrichtung und unter identischen  Standards durchgeführt wurden und dadurch keine statistischen Verzerrungen aufweist. Durch Verwendung international gängiger Kenngrößen für Hörvermögen und Fazialisbeeinträchtigung sind die Werte der Studie auch gut mit den Ergebnissen internationaler Studien vergleichbar, wodurch ihr Wert weiter steigt. Die Werte dieser beiden Größen wurden vor und bis 70 Monate nach der Therapie ermittelt. Und sie führten zu signifikanten Aussagen: ANs wachsen lt. internationaler Studien jährlich 0,4 bis 2,4 mm (maximaler Durchmesser; Einschränkungen s.u.). Nach Erfahrungen von Prof. Sepehrnia bei  den o.g. 1.000 Operationen:  Je größer der Tumor, desto komplizierte die vollständige Resektion; je früher also operiert wird, um so besser ist eine vollständige Resektion des Tumors möglich; je besser die Resektion möglich ist, um so besser sind auch die Chancen zur Vermeidung einer Fazialisparese. Bei extrameataler Lage des ANs kommt es irgendwann zu einer Hirnstammkompression, und die kann lebensgefährlich werden.

Aus dem beobachteten, wenn auch uneinheitlichem Wachstumsverhalten des Tumors lassen sich dennoch Ergebnisvorhersagen und Therapieoptionen ableiten. Generell ist Prof. Sepehrnia ein Verfechter der vollständigen Tumorresektion zum frühestmöglichen Zeitpunkt, insbesondere bei  jungen Patienten und bei Tumoren, die bereits einen extrameatalen (außerhalb des Gehörganges) Anteil haben.  Bei sehr kleinen und rein intrameatal liegenden Tumoren sowie bei älteren Patienten kann Warten unter regelmäßiger Beobachtung eine annehmbare Lösung sein. Bei Bestrahlungen liegen die Vorteile bzgl. Erhalt von Nervenfunktionen eindeutig bei der gering dosierten stereotaktisch fraktionierten Bestrahlung. Die Funktionsfähigkeit von Hör- und Fazialisnerv lassen sich durch Infusionen während und nach dem operativen Eingriff verbessern, wie auch in einer von der IGAN unterstützten Muliti-Center-Studie von Prof. Strauss u.a. dargelegt wurde (an der auch einige Forumsmitglieder teilnahmen).

ANFux  -  20.2.2015

Alle Details sind zu lesen – wenn auch etwas anstrengend – im folgenden Link  

„Vestibularisschwannome zwischen 1 und 3 cm: Bedeutung der Tumorgröße im Hinblick auf das chirurgische und funktionelle Ergebnis“.

- eine Veröffentlichung der Zeitschrift  „Klinische Neurologie und Neurochirurgie 129 (2015)“.


Forschungsbericht

Der PI3K/AKT/mTOR Signalweg spielt eine wichtige Rolle in der Genese der Vestibularisschwannome sowie im Hinblick auf zukünftige Pharmakotherapie.

Den vollständigen Bericht finden Sie unter der Rubrik Forschung.

Guido Fluri Stiftung, 6. Oktober 2014


Renommierter Neurochirurg in Luzern

Professor Sepehrnia ist in der Schweiz tätig

Auf die Initiative der Guido Fluri Stiftung in Cham entsteht in der »Klinik St. Anna in Luzern ein neues Kompetenzzentrum für Schädelbasischirurgie. Dafür konnte der international renommierte Neurochirurg Prof. Dr. med. Abolghassem Sepehrnia gewonnen werden, der ab 1. September 2014 dort leitend tätig ist. Weitere Informationen auf der Homepage-Seite "Medizinischer Beirat".

Guido Fluri Stiftung, 11. August 2014

 Renommierter Neurochirurg eröffnet Praxis in der Schweiz (PDF)

Hirslanden Klinik St. Anna, 30. August 2014


Akustikusneurinom / Schweizer Betroffene

Liebe Schweizer Betroffene, liebe Forumsmitglieder

Die Guido Fluri Stiftung wird immer wieder mit der Frage der Klinikwahl in der Schweiz konfrontiert. Wir haben bezüglich Fallzahlen für kleine Länder bei einer seltenen Erkrankung, wie einem Akustikusneurinom, bereits mehrfach Stellung bezogen. Ebenfalls was die Argumente der Teilentfernung betrifft. Es herrscht jedoch weiterhin Unsicherheit zu diesem Thema. Aus diesem Grund fügen wir nochmals den Forumsbeitrag von ANFux vom 22.6.2011 zu diesem Thema bei.

» Interessant zu dem Thema ist auch dieser Bericht von beobachter.ch

Wir freuen uns, wenn der Verweis auf den Beitrag von ANFux zur Klärung Ihrer Fragen und Entscheidungen beiträgt.

Herzliche Grüsse

Guido Fluri Stiftung, 15.5.2012


Fallzahlen und Empfehlungen – mein Standpunkt

Eine aktuelle Anfrage einer Schweizern AN-Betroffenen und die zufällig zur gleichen Zeit mir von Herrn Fluri zugestellten aktuellen Fallzahlen der Schweiz veranlassten mich, diesen Beitrag zu schreiben.
Die Ratsuchende aus der Schweiz schrieb an die Guido-Fluri-Stiftung u.a.: „... ich habe mich im Internet mit Ihrer Stiftung bekannt gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie ausschliesslich Kliniken in Deutschland empfehlen.“

Wenn hier die IGAN und speziell das Forum der IGAN gemeint ist, stimmt die Aussage nicht, denn die IGAN als Institution sieht ihre Aufgabe nicht darin, konkrete Ärzte und Kliniken zu empfehlen. Wir bieten eine Plattform zum Erfahrungsaustausch. Gute Erfahrungen kommen genau so zu Wort wie weniger gute oder schlechte, und das betrifft sowohl die niedergelassenen Ärzte verschiedener Fachrichtungen wie die Therapeuten, Neuro- und HNO-Chirurgen und Strahlentherapeuten.

Als Moderator, der mit Sicherheit die meisten Erfahrungen aller Forumsmitglieder hat, habe ich mir auferlegt, nicht offensiv für einen Arzt zu werben, indem ich ihn von mir aus einem Forumsmitglied empfehle. Ich reagiere auf Auswahlen und Fragen der Mitglieder und helfe Ihnen, einen individuellen, aber logischen Entscheidungsweg zu finden.

Warum ich das schreibe? Anlass waren die o.g. Sätze der Schweizer AN-Betroffenen. Aber ich weiß seit langem, dass Schweizer Ärzte und Arztverbände ähnlich über die IGAN denken und sich schon mehrfach kritisch ungehalten geäußert haben.

Deshalb möchte ich hier einige grundsätzliche Ausführungen machen.

Das Schweizer Bundesamt für Statistik BFS veröffentlicht auch Zahlen aus den Kliniken und Krankenhäusern, u.a. auch die viel gefragten Fallzahlen für Krankheiten. Mir liegen die Zahlen von 2005 bis 2009 für „0401 Exzision eines Akustikusneurinoms“ vor:
2005 und 2006 wurden (zusammen!) in der Schweiz 68 Akustikusneurinome operiert.
2008 waren es 39, 2009 waren es 56.

Ich weiß nicht, auf wie viele Kliniken und auf wie viele Ärzte (Neurochirurgen, HNO-Chirurgen) sich diese Fälle verteilen. Ich weiß aber, dass es in Deutschland einige Ärzte gibt (Neurochirurgen und auch HNO-Chirurgen), die so viele ANs allein pro Jahr operieren. Namen und Zahlen nenne ich aus o.g. Gründen hier nicht.

Man muß kein Patriot sein, um zu wissen und zu akzeptieren, dass Erfahrung und Häufigkeit in direkter Abhängigkeit stehen. Und die Häufigkeit wieder steht mit der Masse im Zusammenhang. Deutschland hat rd. 82,5 Mio. Einwohner, Österreich rd. 8,1 Mio - rd. 10 % - und die Schweiz rd. 7,2 Mio – rd. 9 % - (Stand 2004).

Also: Auf 100 Deutsche kommen nur 11 Österreicher und nur 10 Schweizer.

Wenn man die international sich eingestellten Durchschnittszahlen für das Auftreten von Akustikusneurinomen (1 bis 1,2 pro 100.000 Einwohner) zugrundelegt, werden in Deutschland jährlich ca. 800-1000 ANs diagnostiziert, in Österreich ca. 70-90 und in der Schweiz ca. 65-80.

Daß sich die fast 1000 Fälle in Deutschland auf mehrere Kliniken und damit Ärzte verteilen, leuchtet ein. Und die Spitzenleute operieren mehr als 100 pro Jahr. Warum sich aber um 70-90 oder 65-80 typisch Kranke so viele Kliniken und Ärzte reißen, daß für keinen oder nur sehr wenige Ärzte genügend Fälle bleiben, um überhaupt überdurchschnittlich viel Erfahrung sammeln zu können, das müssen die Zuständigen in den Ländern verantworten und den Betroffenen erklären. Die Betroffenen, das sind die Patienten, sind deshalb auch die Leidtragenden, denn das Niveau der Behandlung ließe sich ohne Zweifel steigern.

Aber es ist eben auch eine Tatsache, dass Spezialisierung Verzicht bedeutet, eine gewisse Einengung des Profils. Und hier liegt vermutlich der Knackpunkt. An dieser Stelle richte ich an alle Ärzte zwei Fragen: An wen würden Sie sich wenden, um Ihr Akustikusneurinom entfernen zu lassen? Welche Kriterien würden Sie für Ihre Entscheidung zugrundelegen?

Natürlich sind die Fallzahlen nicht alles. Natürlich sind Talent, das verfügbare Team und eine gezielte Ausbildung und Heranführung unverzichtbare weitere Voraussetzungen, um ein guter und sehr guter Operateur, spezialisiert für eine bestimmte Krankheit, zu werden. Aber Die Fallzahlen, d.h. die Anzahl von Operationen von AN, sind die Basis.

Ich möchte damit sagen, dass in erster Linie die geringen Krankheitszahlen und die ungenügende Spezialisierung von Kliniken auf bestimmte Krankheitsbilder die Ursachen sind, dass sich keine Spezialisten mit großen Fallzahlen herausbilden können. Darüber lasse ich mich mit niemandem auf einen Streit ein; das ist so. Andere Erscheinungen sind Folgen dieses Tatbestandes und sind verständlicherweise heftig umstritten. Ich meine die ungenügend ausgeprägte Zielstellung, einen Tumor möglichst restlos zu entfernen (wenn es machbar ist und nicht mit anderen großen Einbußen erkauft werden muß – das sei hier betont!). Für meine Begriffe wird all zu schnell und all zu oft von vornherein das Belassen eines Tumoranteiles einkalkuliert. Das lässt sich gegenüber dem Patienten schön verkaufen als besondere Sorgfaltspflicht, als einfühlsames, abgewogenes Verhalten, um größere Schäden abzuwenden. In Wirklichkeit zeigt sich m.E. hier in vielen Fällen eine Unsicherheit, die auch aus mangelnder Erfahrung resultiert. Und dass das klar ist: Das betrifft die Ärzte in Deutschland, die nur eine Handvoll ANs im Jahr operieren genau so wie österreichische und Schweizer Ärzte.

Das schreibe ich, wohl wissend, was ich damit unter der Ärzteschaft auslösen werde. Aber es musste mal raus.

In Deutschland konnten sich zum Glück einige wirkliche Spezialisten für die AN-Therapie entwickeln und etablieren. Durch das Forum werden die Erfahrungen, die Patienten mit diesen gemacht haben, weitergetragen. Das ist gut so und wird auch so weitergeführt. Das ist kein Totmachen anderer Ärzte – egal, aus welchem Land sie sind! Letztendlich trifft der Betroffene immer allein die Entscheidung, wem er sich anvertraut.

Ich hoffe sehr, dass die Bemühungen, in Deutschland Kriterien und Anforderungsprofile für Schädelbasiszentren zu schaffen und durchzusetzen, bald Erfolg haben werden und damit u.a. auch die Fallzahlen eine anerkannte Rolle für die Bewertung eines Arztes spielen werden.

ANFux, Moderator


Aktuelles zu AN und IGAN
Die IGAN informiert über Neuigkeiten

Vestibularisschwannome – Resultate der chirurgischen, radiotherapeutischen und konservativen Behandlung

» Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Master of Medicine (M Med) der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich, vorgelegt von Marianne Bozzone (PDF)

03.04.2012


Chirurgische Behandlung von Patienten mit Vestibularis-Schwannomen nach erfolgloser vorhergehender Radiochirurgie

Liebe Leser,

im Forum dieser Homepage sind im Thema „Operation vorbestrahlter und/oder voroperierter AN“ (in der Rubrik „Ankündigungen und wichtige Informationen“) die Meinungen einiger Beiratsmitglieder zu der Aussage eines Forumsmitgliedes „Ein vorbestrahlter Tumor ist übrigens besser zu operieren als ein voroperierter.“ wiedergegeben und kommentiert.

Herr Prof. Samii vom INI Hannover, Mitglied des Medizinischen Beirates der IGAN, stellte dazu der IGAN einen Beitrag für die Fachzeitschrift Journal of Neurosurgery aus dem Jahre 2011 zur Verfügung, der hier über einen Link in deutscher Übersetzung zu lesen ist.

Allen AN-Betroffenen, die vor der Therapieentscheidung stehen, wird das Studium dieser Veröffentlichung wärmstens empfohlen, auch wenn dies nicht einfach ist. Aber die Mühe lohnt sich, weil hier aus einem außerordentlichen Erfahrungsschatz heraus und mit großer Akribi in seltener Klarheit gezeigt wird, wie sich der Hirntumor verhält – in nicht therapiertem Zustand (Wait and see), nach einer Teilentfernung, nach einer Bestrahlung sowie nach Teilentfernung und nachfolgender Bestrahlung. Die Therapieentscheidung bleibt trotzdem für jeden Betroffenen ein oft quälender Prozeß, erhält aber durch diesen Beitrag einige helfende und stützende Argumente.

Ich wollte anfangs einige Aspekte und Erkenntnisse hervorheben, lasse das aber, weil es immer subjektiv ist, wenn etwas hervorgehoben wird; ich überlasse den gesamten Beitrag Ihnen, verehrte Leser.
Fragen könnten im Forum zum o.g. Thema oder per VN gestellt werden.

ANFUx , 20.3.2012

» Chirurgische Behandlung von Patienten mit Vestibularis-Schwannomen nach erfolgloser vorhergehender Radiochirurgie (PDF)


Faktoren für den Erhalt des Hörvermögens nach Gamma-Knife-Bestrahlung von Vestibularisschwannomen bei Patienten mit brauchbarem Hörvermögen vor der Therapie

Liebe Leser,

im Forum dieser Homepage sind im Thema „Operation vorbestrahlter und/oder voroperierter AN“ (in der Rubrik „Ankündigungen und wichtige Informationen“) die Meinungen einiger Beiratsmitglieder zu der Aussage eines Forumsmitgliedes „Ein vorbestrahlter Tumor ist übrigens besser zu operieren als ein voroperierter.“ wiedergegeben und kommentiert.

Herr Prof. Strauss, Halle, Mitglied des Medizinischen Beirates der IGAN, hat in diesem Zusammenhang auf einen Beitrag japanischer Chirurgen in der Fachzeitschrift Journal of Neurosurgery aus dem Jahre 2011 verwiesen, der nun hier über einen Link in deutscher Übersetzung zu lesen ist.

Es handelt sich um eine Studie über zehn Jahre, in der 117 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren und einem mittleren Tumorvolumen von 1,9 qcm nach einer Gamma-Knife-Therapie beobachtet wurden.

Das Ergebnis waren interessante und z.T. völlig neue Erkenntnisse z.B.

  • über den optimalen Zeitpunkt eines aktiven Therapiebeginns,
  • dass „Wait and see“ dem Erhalt eines Hörvermögens nicht förderlich ist,
  • dass sowohl die Tumorgröße als auch die Tumorlage den Hörerhalt nach einer Gamma-Knife-Bestrahlung mit beeinflussen,
  • dass aber eine sehr exakte Bestrahlungsplanung, eine optimale Strahlungsdosis (vor allem am Tumorrand!) und insbesondere das Hörvermögen vor der Bestrahlung (!) die entscheidenden Faktoren dafür sind,
  • dass sich bei einem Hörvermögen von Klasse II nach GR durchaus Gehörtotalverlust einstellen kann,
  • und schließlich, dass sich die Hörminderung auch noch drei Jahre nach einer Bestrahlung fortsetzt.

Alle diese Erkenntnisse wurden abgeleitet mit der klaren Tendenz, die Bestrahlung des AN mittels Gamma-Knife nicht zu verdammen, sondern als eine etablierte Variante zu verteidigen.

Allen AN-Betroffenen, die vor der Therapieentscheidung stehen, wird das Studium dieser Veröffentlichung wärmstens empfohlen, auch wenn dies nicht einfach ist. Aber die Mühe lohnt sich.

Die Therapieentscheidung bleibt trotzdem ein oft schwieriger Prozeß und eine subjektive Angelegenheit, aber sie erhält einige sachliche Argumente mehr.

Mit diesen Gedanken überlasse ich Ihnen den o.g. Beitrag.
Fragen könnten im Forum zum o.g. Thema oder per VN gestellt werden.

ANFux, 20.3.2012

» Faktoren für den Erhalt des Hörvermögens nach Gamma-Knife-Bestrahlung von Vestibularisschwannomen bei Patienten mit brauchbarem Hörvermögen vor der Therapie (PDF)


Risiko der Entartung eines ANs nach Bestrahlung ist sehr gering

Fallbericht in der Zeitschrift "Neurosurgery"

Die Bestrahlung von Akustikusneurinomen (von Medizinern oft Vestibularisschwannomen genannt) ist mittlerweile eine anerkannte Therapie. Bei der Thearapieauswahl wird oft auf die noch fehlenden Langzeitstudien hingewiesen. Zu Recht, denn es ist einfach so, dass es der Analyse genügend vieler Fälle über einen genügend langen Zeitraum bedarf, um statistisch gesicherte Aussagen über Effektivität und Risken dieser Therapie treffen zu können.

Ein besonders heikler Punkt ist dabei eine mögliche Entartung des bestrahlten Akustikusneurinoms zu einem malignen, bösartigen, d.h. Metastasen bildenden Tumor.

Das renommierte wissenschaftliche Journal "Neurosurgery" hat in seiner Ausgabe 3/2011 über einen Fall aus den Jahren 2009/2010 berichtet. Männlicher Patient, 51 Jahre, SRS eines Vestibularisschwannoms, Entartung nach 7,5 Jahren. Es ist der zwölfte bisher bekannt gewordene Fall (davon sechs Akustikusneurinomen) in denen ein gutartiger Tumor nach einer radiochirurgischen Therapie zu einem Metastasen bildenden Krebs entartete. Zur radiochirurgischen Strahlentherapie SRS zählen die Einzeitbestrahlungen Gamma-Knife und Cyber-Knife, die im Vergleich zur fraktionierten Strahlentherapie mit verhältnismäßig großen Strahlendosen arbeiten.

Der Fallbericht mündet keinesfalls in der Empfehlung, diese Therapie zu meiden, sondern schildert und diskutiert in vorbildlicher Weise die Chancen und Risiken, auch die Probleme der Deutung, ruft Betroffene und Ärzte zu einer aufmerksamen Beobachtung auf und empfiehlt, diese Erkenntnisse in die Therapieberatung einzubeziehen. Die Wahrscheinlichkeit einer Entartung liegt zur Zeit bei weit unter einem Prozent, sollte aber auch nicht negiert oder gar geleugnet werden.

Das Lesen des übersetzten Beitrages ist nicht ganz einfach, lohnt sich aber. Wer aufmerksam liest, wird auch merken, dass es leichtfertig ist, nach einer Bestrahlung zu lange Kontrollintervalle einzuplanen. Außerdem zeigte sich überraschend, dass die Entartung der mit SRS behandelten ANs nach rund sechs Jahren eintrat.

ANFux, Moderator. 12.4.2011

» Übersetzung des Berichtes in Neurosurgery 3/2011 (PDF)


Die Allgemeine Wissens- und Beratungszeitschrift „Beobachter“ macht sich für Akustikusneurinom-Betroffene in der Schweiz stark.

Der Weg für Schweizer Patienten in Kompetenzzentren für Akustikusneurinomen soll freigemacht werden.

Unter dem Titel „Patient Schweiz will keine Hilfe“ schildert der Autor Markus Föhn in der Ausgabe 10/10 vom 12. Mai 2010 die Situation, vor der Schweizer stehen, die an einem Hirntumor Akustikusneurinom leiden und die Therapie Operation gewählt haben. Nicht die Qualifikation der Schweizer Ärzte, sondern allein die geringe Fallzahl von nunmehr nur noch rund 40 Operationen pro Jahr (und diese verteilt auf fünf Spitäler!) verhindert, dass sich in der Schweiz ein Kompetenzzentrum für diese doch seltene Erkrankung entwickeln kann.

Obwohl der Europäische Gerichtshof 2009 den Weg prinzipiell freigemacht hat für eine uneingeschränkte europaweite gesundheitliche Betreuung, reiten einige Länder immer noch falsche Prinzipien und erschweren den Betroffenen den Weg in Kompetenzzentren im Ausland, insbesondere durch Weigerung der Kostenübernahme für Operationen.

Durch das Engagement von Herrn G. Fluri, dem Initiator der Interessengemeinschaft Akustikusneurinom IGAN, und mehreren aktiven IGAN-Forumsmitgliedern wie Biene, ebi, Säntis und sewi, wird diese Problematik nun im auflagestarken „Beobachter“ (über 300.000 Exemplare und über 900.000 Leser) öffentlich diskutiert. Bisher war das Forum der IGAN das einzige Portal, um diesen Missstand öffentlich zu machen. Nun bietet sich für alle Schweizer AN-Betroffenen die Chance, im „Beobachter“ ihre Erfahrungen und Meinungen publik zu machen. Das online-Forum dieser Zeitschrift bietet dafür die Plattform. Bleibt zu hoffen, dass viele Betroffene die Gelegenheit nutzen.

Hier kommen Sie zu dem zitierten Beitrag im „Beobachter“ mit ersten Leserzuschriften und Lesermeinungen. Reihen Sie sich ein!

» http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/medizin-krankheit/artikel/spitzenmedizin_patient-schweiz-will-keine-hilfe/

ANFux, Moderator  -  24. Mai 2010


Aus der Presse über AN oder IGAN

» Schweizer Selbsthilfegruppe fördert Forschung hallescher Neurochirurgen.

» Interessengemeinschaft Akustikusneurinom fördert Tübinger Neurochirurgie

Der Informationsdienst Wissenschaft idw berichtet, daß die IGAN das Forschungsprojekt des Universitäts-Klinikums Tübingen zur Regeneration von Hörnerven fördert. Das war am 8. August 2008 anläßlich des Besuchs von IGAN-Mitgliedern im UKT vereinbart worden (siehe dazu auch die Notiz in der Rubrik "Forschung" dieser Homepage).

» Medizintechnikpreis für mikrochirurgisches Verfahren im UK Tübingen (11/2006)

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